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Beliebtheitswerte im Auf und Ab
Bei zwei Drittel unbeliebt: Merz erreicht nach 100 Tagen als Kanzler Tiefstwert
In den ersten 100 Tagen von Merz als Kanzler schwankte seine Beliebtheit: Er begann ohne Bonus, erzielte ein Umfragehoch – und verlor es wieder.
Berlin – Friedrich Merz ist seit 100 Tagen Kanzler. Während dieser Zeit gab es ein Auf und Ab in der Beliebtheit des 69-jährigen CDU-Chefs. Zwar sagte der Sauerländer laut einem Bericht der Funke Mediengruppe zu Beginn seiner Amtszeit: „Ich werde nicht jeden Tag auf die Umfragen schauen“. Dennoch wird sich der Kanzler über seine Zustimmungswerte auf dem Laufenden halten – und diese sehen in einer Bilanz seiner Umfragwerte in den ersten 100 Tagen als Kanzler recht mager aus.
100 Tage im Amt: Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz
Amtszeit
seit 6. Mai 2025 im Amt (zehnter Kanzler der Bundesrepublik)
Koalition
schwarz-rot aus CDU, CSU und SPD
Mehrheitsverhältnisse
328 von 630 Bundestagssitzen (52 Prozent)
erste Auslandsreise
7. Mai 2025 nach Paris und Warschau
Regierungserfahrung
vor seiner Kanzlerschaft keine
Bilanz zu Merz‘ Beliebtheit nach 100 Tagen: Schwieriger Start mit niedrigen Umfragewerten
Friedrich Merz begann seine Kanzlerschaft unter erschwerten Bedingungen – seine Amtszeit startete ohne Vorschusslorbeeren der Deutschen. Bereits zum Zeitpunkt der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 zeigten sich 59 Prozent der Befragten unzufrieden mit der politischen Arbeit des CDU-Chefs, während nur 35 Prozent damit zufrieden waren. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass Merz bei Amtsantritt als Kanzler „vermutlich der Erste“ sein werde, „der von einer Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird“.
Bei Amtsantritt blieben Umfragewerte von Merz mager – Deutsche wollten anderen Kanzler
Nach der Bundestagswahl folgten die Koalitionsgespräche mit der SPD. Die Umfragewerte für Merz blieben mager, er konnte bei der Bevölkerung trotz des Wahlsiegs der CDU/CSU nicht punkten.
Kurz vor Merz‘ Kanzlerwahl gaben in Umfragen eine Mehrheit der Deutschen an, dass sie lieber jemand anderen im Kanzleramt hätten: Laut einer Umfrage der „Forschungsgruppe Wahlen“ fanden es Anfang Mai 2025 nur 38 Prozent der Befragten gut, wenn Merz zum Kanzler gewählt wird, 56 Prozent fanden es schlecht. „Damit findet ein Kanzler Merz deutlich weniger Zustimmung als eine von ihm geführte Bundesregierung“, bilanzierte damals die „Forschungsgruppe Wahlen“.
Eine Rolle für die dürftige Beliebtheit des Wahlsiegers mag gespielt haben, dass Merz in dieser Zeit hingegen seiner Ankündigungen im Wahlkampf milliardenschwere Schulden für Aufrüstung und Investitionen im Bundestag beschließen ließ und dafür auch an der Schuldenbremse rüttelte.
Am 6. Mai 2025 wurde Merz dann zum Kanzler gewählt – mit einer schweren Hypothek, denn im ersten Wahlgang im Bundestag fiel er durch, erst im zweiten Wahlgang erreichte er die absolute Mehrheit der Abgeordneten. Es war ein historisches Novum in der Bundesrepublik. Dennoch schien es in der Folgezeit für Merz‘ Beliebtheit aufwärtszugehen.
Start der ersten 100 Tage als Kanzler: Merz legte in Beliebtheit zu
In den ersten Wochen seiner Amtszeit konnte Friedrich Merz in den Umfragen an Beliebtheit zulegen: Der neue Kanzler startete am Tag nach der Kanzlerwahl sofort mit seinen ersten Auslandsreisen nach Paris und Warschau beschwingt ins Amt und überzeugte offenbar so manchen, dass er sein Amt gut meistert. Laut einer Umfrage der „Forschungsgruppe Wahlen“ fanden Mitte Mai 47 Prozent der Befragten seine Arbeit gut, während 35 Prozent diese negativ bewerteten.
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Stern hielten 58 Prozent der befragten Deutschen das diplomatische Engagement des neuen Kanzlers für positiv. Im Ranking der beliebtesten Politiker konnte sich Merz leicht verbessern und landete auf Platz 5.
Beliebtheit von Merz während 100 Tage als Kanzler: Im Juni gab es Hoch in den Umfragen
Der Aufschwung in den Umfragen ging für Merz im Frühsommer weiter: Im Juni 2025 erreichte Merz im Umfragen vorübergehend ein Hoch in seiner Beliebtheit als Kanzler. Merz reiste zu dieser Zeit zu US-Präsident Donald Trump nach Washington und meisterte seinen heiklen Besuch im Oval Office passabel. Im Politiker-Ranking war Merz zu der Zeit der einzige deutsche Politiker in den Top Ten, der sich verbesserte: Auf einer Skala von -5 bis +5 kletterte er von 0,0 im Mai auf 0,3 im Juni und war damit der viertbeliebteste Politiker nach Boris Pistorius, Lars Klingbeil und Johann Wadephul.
Im „Sonntagstrend“ des Insa-Instituts für die „Bild“ zeigten sich damals 36 Prozent mit der Arbeit von Kanzler Merz sehr zufrieden. Das waren 13 Prozentpunkte mehr als zum Amtsantritt von Merz. Auch die Koalition von Merz kam in dieser Zeit verhältnismäßig gut an: 37 Prozent waren Mitte Juni mit ihr sehr zufrieden, acht Prozent mehr als zu Beginn der Legislaturperiode.
„Rund sieben Wochen nach seinem Amtsantritt kann Friedrich Merz nicht nur sein Image verbessern, zum ersten Mal sind auch mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten mit seiner Arbeit als Bundeskanzler eher zufrieden“, schreib Ende Juni die „Forschungsgruppe Wahlen“ zur Beliebtheit von Merz. Beachtliche 63 Prozent fanden, dass Merz einen guten Job auf internationalem Parkett macht.
Deutlicher Absturz nach 100 Tagen
Nach dem Hoch der Beliebtheit des Kanzlers im Juni folgte ein Absturz von Merz in den Umfragen bis Ende Juli. In dieser Zeit standen viele innenpolitische Probleme im Zentrum des Regierungsgeschehens. Was Merz zuvor in der Außenpolitik an Beliebtheit wettmachen konnte, verlor er in dieser Zeit wieder.
Das Kippen der versprochenen Stromsteuersenkung für alle, das Hin und Her bei der Rente, die verpatzte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin – diese Herausforderungen der Koalition spiegelten sich auch in den Beliebtheitswerten von Merz und seiner Regierung wider.
Nach 60 Prozent Ende Juni waren Ende Juli laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen nur noch 49 Prozent der Deutschen mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. 41 Prozent zeigten sich unzufrieden. Merz sank auch in seiner persönlichen Beliebtheit im Politiker-Ranking wieder, von 0,3 auf 0,1 Punkte.
Bleibtheit von Merz nach 100 Tagen im Amt auf niedrigem Wert
Nach 100 Tagen im Amt befindet sich die Beliebtheit von Merz aktuell auf einem Tiefpunkt. Die Schlagzeilen beherrschen mittlerweile die Entscheidung von Merz, keine deutschen Rüstungsgüter mehr für den Krieg von Israels im Gazastreifen zu liefern. Darüber entbrannte ein unionsinterner Streit mit massiven Anschuldigungen gegen Merz von Parteikollegen.
Der Kanzler verzeichnete einen drastischen Rückgang seiner Umfragewerte. Im ARD-Deutschlandtrend vom August 2025 sank die Zufriedenheitauf nur noch 32 Prozent – ein Minus von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) äußerten sich unzufrieden mit der Arbeit von Friedrich Merz.
Wo macht Merz Urlaub? So verbringen der Kanzler und seine Minister ihre Ferien
Nach 100 Tagen im Amt sinkt Beliebtheit von Merz in mehreren Punkten
Merz wird gleich in mehreren Punkten in Umfragen als negativ bewertet: Seinen Kommunikationsstil bewerten laut ARD-Deutschlandtrend nur 34 Prozent der Befragten positiv, 61 Prozent können nichts damit anfangen. Nur noch 29 Prozent der Deutschen sehen den Kanzler als guten Krisenmanager, 10 Prozent weniger als vor der Bundestagswahl. Nur 26 Prozent vertrauen Merz aktuell. 66 Prozent verneinen dies.
Auch die Gesamtleistung der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD wird eher schlecht bewertet: 60 Prozent sind laut einer INSA-Umfrage in Auftrag von Bild unzufrieden. Nur 27 Prozent sind zufrieden mit der Arbeit von Schwarz-Rot; 13 Prozent machten keine Angabe.
Beliebtheit von Merz nach 100 Tagen als Kanzler: Vergleich mit Scholz und Merkel
Nach 100 Tagen im Amt steht es also derzeit nicht gut um die Beliebtheit von Friedrich Merz als Kanzler. Nach einem Zwischenhoch im Juni sanken seine Umfragewerte zuletzt wieder deutlich. Zum Vergleich: Olaf Scholz erreichte rund 10 Tage nach seinem Amtsantritt im März 2022 noch 56 Prozent Zufriedenheit – deutlich höhere Werte als Merz zum vergleichbaren Zeitpunkt.
Ex-CDU-Kanzlerin Angela Merkel war 100 Tage nach ihrem Amtsantritt sehr beliebt bei den Deutschen: Im März 2006 bewerteten 56 Prozent laut einer Forsa-Umfrage für RTL und Bild Merkel als Kanzlerin positiv, nur fünf Prozent waren enttäuscht von ihr. (smu)