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Klimasozialplan in Gefahr

Klimasozialplan: Merz' Fristversäumnis droht Deutschland teuer zu stehen zu kommen

5,31 Milliarden Euro gefährdet: Deutschland hat die Deadline für Klimasozialpläne versäumt – die Grünen äußern nun Kritik und warnen vor Folgen.

Berlin – Die Bundesregierung hat eine wichtige Frist der EU-Kommission verstreichen lassen: Bis Montag hätten alle europäischen Mitgliedstaaten ihre nationalen Klimasozialpläne einreichen müssen, um sich für Auszahlungen aus dem milliardenschweren EU-Klimasozialfonds zu qualifizieren. Deutschland hat diese Frist verpasst – und droht vorerst leer auszugehen.

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums (BMUKN) bestätigte auf Anfrage von Welt und Buisness Insider, dass Deutschland die Frist verpasse. Die Behörde arbeite jedoch „zeitnah“ an Fördervorschlägen. Offenbar konnte sich die neue Bundesregierung aus Union und SPD noch nicht auf konkrete Entlastungen für die Bürger einigen, die aus den Mitteln finanziert werden sollen.

Brief an Merz und Klingbeil: Grünen-Chef befürchtet ausbleibende EU-Milliarden

Die Verzögerung stößt bei den Grünen auf heftige Kritik: Michael Kellner bezeichnete den Klimasozialplan als „jetzt schon überfällig“. Gegenüber der Welt erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, die Bundesregierung solle „keine Zeit mehr verlieren“.

Besonders deutlich wurde Grünen-Chef Felix Banaszak. In einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) warnt er laut der Nachrichtenagentur AFP vor schwerwiegenden Folgen: Der fristgerechte Abruf der Mittel ab 2026 erscheine „zunehmend fragwürdig“. Dies wäre ein kritisches „Signal an die Menschen in unserem Land und an unsere europäischen Partner“. Der 35-Jährige betont, dass ein sozialer Ausgleich nötig sei, um die „breite gesellschaftliche Akzeptanz in Bezug auf den anstehenden zweiten europäischen Emissionshandel“ zu erhalten.

Aus Regierungskreisen wurde gegenüber dem Tagesspiegel bestätigt, dass der Klimasozialplan noch nicht in Gänze vorliegt und wohl noch bis in den Juli daran gearbeitet werden muss. Das Bundesumweltministerium rechne derzeit nicht damit, dass Deutschland EU-Mittel entgehen würden.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Das soll der Klimasozialfonds leisten

Der EU-Klimasozialfonds (KSF) ist Teil des EU-Emissionshandelssystems ETS II (Emission Trading System), das ab 2027 in Kraft treten soll. Es bezieht erstmals Verkehr und Gebäude in den Handel mit Verschmutzungsrechten ein – wodurch fossile Brennstoffe wie Benzin, Gas und Heizöl absehbar teurer werden.

Ziel des Fonds ist es, soziale Härten durch die CO₂-Bepreisung abzufedern. So soll ein Teil der Einnahmen aus dem Emissionshandel an die Bürger zurückgegeben werden. Auf diese Weise sollen besonders ärmere Haushalte und kleine Unternehmen gezielt entlastet werden.

Deutschland droht EU-Gelder zu verlieren, da Klimasozialpläne fehlen. Die Regierung arbeitet an Vorschlägen. (Symbolbild)

Klimasozialplan verschleppt – Milliarden auf dem Spiel

Deutschland könnte aus dem europäischen Fonds insgesamt 5,31 Milliarden Euro erhalten – verteilt über einen Zeitraum von 2026 bis 2032. Die Voraussetzung: Der Bund steuert einen Eigenanteil von 1,77 Milliarden Euro bei. Insgesamt stünde so ein Fördervolumen von rund 7,1 Milliarden Euro zur Verfügung.

Allerdings gilt das „Leistungsprinzip“: Die Gelder fließen erst, wenn ein Förderprogramm erfolgreich umgesetzt wurde. Die bloße Einreichung der Vorschläge reicht also nicht aus. Für 2026 wären zunächst 320 Millionen Euro abrufbar, in den Folgejahren dann um die 800 Millionen Euro jährlich.

Verbände fordern gezielte Fördermaßnahmen

Während die Bundesregierung noch an Vorchlägen abreitet, wächst der Druck auch aus der Zivilgesellschaft: Laut table.media haben 18 Umwelt-, Klima- und Sozialverbände bereits eigene Vorschläge gemacht. Ihr Fokus: Eine schnelle Dekarbonisierung des Verkehrs- und Gebäudesektors, etwa durch gezielte Investitionen in Wärmepumpen, E-Mobilität und den Ausbau öffentlicher Infrastruktur.

Zudem fordern sie ein bundesweites Sozialticket sowie Zuschüsse für die energetische Sanierung von Sozialwohnungen. Das zentrale Argument lautet hierbei, dass bisherige Klimaförderungsprogramme überproportional Besserverdienenden belohnen würden.

Was die Bundesregierung plant – oder auch nicht

Bereits die frühere Ampel-Regierung hatte ein „Klimageld“ als Ausgleich für die steigenden CO₂-Preise angekündigt – umgesetzt wurde es jedoch nie. Die aktuelle schwarz-rote Bundesregierung kündigte in ihrem Koalitionsvertrag vage an, „CO₂-Preissprünge für Verbraucherinnen und Verbraucher und Unternehmen vermeiden“.

Sie will die Mittel des europäischen Klimasozialfonds nutzen, um besonders belastete Haushalte zu unterstützen und unbürokratische sowie sozial gestaffelte Entlastungen und Förderungen beim Wohnen und bei der Mobilität auf den Weg zu bringen. Konkreter sind die Pläne bisher jedoch nicht. (ko)

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/picture alliance/dpa

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