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500-Milliarden-Euro-Sondervermögen

Nach Grünen-Kritik: Bundesregierung will Klima-Investments erhöhen

Was wird aus den geplanten Klima-Investitionen des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens? Die Grünen hegen Bedenken. Doch Finanzminister Klingbeil will Wort halten.

Berlin – Neben dem maroden Schienennetz der Bahn gibt es in Deutschland noch weit mehr infrastrukturellen Handlungsbedarf, etwa auf Straßen und Brücken. Daneben warten nicht wenige Schulen und Kitas auf Sanierungen. Um diese und weitere Anliegen im nächsten Jahrzehnt finanziell stemmen zu können, verständigten sich Union und SPD im März auf ein 500 Milliarden Euro schweres, kreditfinanziertes Sondervermögen. Es besitzt eine Laufzeit von zwölf Jahren und soll neben Infrastruktur-Investitionen auch die Energiewende und den Klimaschutz vorantreiben. 

Weil für die Einrichtung des Sondervermögens das Grundgesetz geändert werden musste, kamen SPD und Union für eine Mehrheit im Bundestag nicht ohne die Grünen aus. Die stimmten dem Milliardenpaket zu, pochten dabei jedoch auf Klimaschutz-Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Euro in den kommenden Jahren. Unlängst aber kamen unter den Grünen Bedenken auf, Union und SPD könnten jene Abmachung brechen und das Sondervermögen zur Sanierung des Bundeshaushalts nutzen. Jener Kritik trat Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) nun entgegen, indem er eine milliardenschwere Investitionsoffensive ankündigte.

Grüne vermuteten Wortbruch der Bundesregierung bezüglich Klima-Investitionen

Anlass für die aufgekommenen Bedenken der Grünen, Union und SPD könnten Teile des Sondervermögens zur Kosmetik des Bundeshaushalts nutzen, war ein Rundschreiben des Finanz-Staatssekretärs Steffen Meyer an alle Ministerien. Darin hieß es dem Business Insider zufolge: Die Etats für die jeweiligen Ministerien seien „um die Maßnahmen, die zukünftig im Sondervermögen finanziert werden, abzusenken“. 

Lars Klingbeil (SPD), Bundesfinanzminister und Vizekanzler

Auch wenn sich die finanzpolitischen Hintergründe der Direktive in Gänze nicht nachvollziehen lassen, sind die Grünen jedoch bereits äußerst skeptisch, wie etwa der Bundesvorsitzende Felix Banaszak und Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge. Sie befürchten, Union und SPD könnten sich auf einen Wortbruch zubewegen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Klingbeil (SPD) planten „offenbar einen durchschaubaren Haushaltstrick“, sagte die Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Bundesfinanzminister Klingbeil verspricht rasche Klima-Investitionsoffensive

Den Vorwürfen seitens der Grünen stellte sich Bundesfinanzminister und Vizekanzler Klingbeil nun vehement entgegen, indem er am Dienstag im Bundestag eine milliardenschwere Investitionsoffensive ankündigte: „Wir fangen jetzt schon an, das Sondervermögen umzusetzen und wollen schon in diesem Jahr die Investitionen massiv auf rund 110 Milliarden Euro erhöhen“, sagte Klingbeil in Berlin. Die angekündigten hohen Investitionen sollen sich dabei einerseits aus dem Kernhaushalt konstituieren, außerdem sollen zusätzliche Investitionen aus dem Sondervermögen sowie aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) dafür herangezogen werden. 

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

„Wir wollen, dass es spürbare Veränderungen gibt für Menschen, die hart arbeiten und die zu Recht erwarten, dass unser Land besser funktioniert“, betonte Klingbeil bei seiner Rede, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Darüber hinaus kündigte der SPD-Politiker umfassende Strukturreformen an. Zudem sind im anhaltenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr Investitionssteigerungen von rund 50 Prozent geplant, fügte Klingbeil hinzu. Ziel sei es, den KTF zu stärken und daraus die klimagerechte Transformation des Landes voranzubringen. 

Bereits am Wochenende (24. Mai) wies der Bundesfinanzminister und Vizekanzler die Bedenken der Grünen gegenüber der Rheinischen Post zurück. „Es gibt klare Verabredungen, dass zehn Prozent des Haushalts für Investitionen bereitstehen müssen. Alle Investitionen aus dem 500-Milliarden-Sondervermögen erfolgen zusätzlich dazu“, betonte Klingbeil dabei. „Wir wollen, dass schnell mehr gebaut wird, dass wir unser Land modernisieren und die Bürgerinnen und Bürger das auch spüren. Das Verlagern von Geld von einem Topf in den anderen“ führe schließlich nicht zu den versprochenen Investitionen. Unter dem Strich fordert Klingbeil, im Bundeshaushalt müsse weiterhin strikt konsolidiert werden. Beschließen soll das Kabinett Haushaltsentwurf am 25. Juni. (fh)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bernd Elmenthaler

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