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Effektive Hundeerziehung draußen

Ablenkung beim Gassi: Wie Sie beim Spaziergang spannend bleiben

Ein Mann und ein Hund gehen gemeinsam Gassi und der Hund blickt aufmerksam sein Herrchen an.
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Ohne Aufmerksamkeit läuft beim Hundetraining gar nichts. (Symbolbild)

Was hilft, wenn der Hund beim Gassigehen mal wieder nicht reagiert? Hundeexperte Holger Schüler verrät eine überraschend einfache Technik: den Mäusesprung.

Viele Hundehalter kennen die Situation: Man ruft seinen Hund beim Spaziergang – und er hört einfach nicht. Stattdessen schnüffelt er lieber am Wegesrand, beobachtet andere Vierbeiner, rennt voraus oder interessiert sich überhaupt nicht für seinen Menschen. Doch ohne Aufmerksamkeit läuft beim Hundetraining gar nichts, erklärt Hundeerziehungsberater Holger Schüler. Nur wenn der Hund lernt, seinem Menschen zuzuhören und auf Signale zu achten, ist ein harmonisches Miteinander möglich. Doch anstatt den Hund immer wieder vergeblich zu rufen, verrät Hundetrainer Holger Schüler im Gespräch mit Landtiere.de eine einfache, aber wirkungsvolle Methode: den Mäusesprung.

Warum Hunde beim Spaziergang oft nicht hören

Viele Hundehalter rufen ihren Vierbeiner immer wieder – doch der reagiert kaum. "Wenn der Hund beim Rufen nicht reagiert, sind wir schon einen Schritt zu weit", erklärt Holger Schüler. Denn in dem Moment hat der Hund längst seine eigene Agenda. Er ist geistig bei einer Spur, schnüffelt, jagt Gerüche – und der Mensch wird zur Nebensache.

Dieses Problem entsteht vor allem dann, wenn Spaziergänge oft nur reine Beschäftigung für den Hund sind, ohne dass der Mensch sich aktiv ins Geschehen einbringt. Holger Schüler betont: „Hunde machen zu viel, was sie wollen – weil sie es können. Weil wir einfach nicht darauf achten, dass der Hund mehr bei mir ist.“ Meist sieht der Alltag ja so aus: „Viele Hundehalter gehen sechs Tage einfach nur Gassi, der Hund schnüffelt, rennt und erkundet, macht, was er will, und am siebten Tag, also nur einmal in der Woche wird ernsthaft trainiert. So verliert der Hund langfristig den Fokus auf den Menschen“.

Warum ständiges Rufen wenig bringt

Viele Halter begehen dann den typischen Fehler: Sie rufen den Namen des Hundes immer und immer wieder – oft auch mit ansteigender Ungeduld oder Lautstärke. Doch dadurch stumpft der Hund mit der Zeit ab. Er lernt: „Mein Name wird ständig gesagt – ich muss nicht zwingend reagieren“, weiß Holger Schüler. Und so warnt er: „Wenn wir den Namen inflationär benutzen, verliert er seine Bedeutung. Der Hund nimmt ihn nur noch als Hintergrundgeräusch wahr.“

Der Mäusesprung: So holen Sie die Aufmerksamkeit zurück

Der Mäusesprung setzt genau dort an, wo die Aufmerksamkeit des Hundes zu entgleiten droht. Holger Schüler erklärt: „Der Mäusesprung ist dafür da, den Hund für mich zu interessieren, indem ich mich interessant mache. Sobald ich merke, dass er mit der Nase immer wieder weggeht, muss ich den Mäusesprung einsetzen.“ Es geht also nicht darum, den Vierbeiner erst zurückzurufen, wenn er schon weit entfernt ist. Vielmehr soll der Halter frühzeitig reagieren, sobald sich zeigt, dass der Hund geistig abschweift.

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So funktioniert der Mäusesprung Schritt für Schritt

Damit der Mäusesprung funktioniert, braucht es ein verlockendes Leckerli oder ein beliebtes Futterstück.

  • Position wählen: Der Hundehalter bleibt stehen und fixiert einen Punkt auf dem Boden.
  • Neugier wecken: Durch ein spannendes Wortsignal wie „Hasi, Hasi, Hasi“ oder „Schau, schau!“ wird der Hund auf den Punkt aufmerksam gemacht.
  • Spannung aufbauen: Der Hund beginnt sich zu interessieren, kommt näher, weil er neugierig wird.
  • Der Sprung: Der Halter springt plötzlich leicht auf und zeigt punktgenau mit der Hand auf die Stelle. Hier liegt bereits das Leckerli.
  • Belohnung: Sofort bekommt der Hund die Belohnung. „Der Hund lernt, dass es sich lohnt, aufmerksam zu bleiben, weil immer etwas Tolles passiert, wenn er bei mir ist“, so Schüler.

Warum der Mäusesprung so effektiv ist

Der große Vorteil am Mäusesprung liegt darin, dass er den Hund frühzeitig abholt – bevor er sich von der Umwelt ablenken lässt. Statt also später erfolglos nach ihm zu rufen, sorgt der Halter aktiv dafür, dass der Hund immer wieder von selbst zu ihm hinschaut. „Unsere Hunde müssen und wollen bezahlt werden“, sagt Holger Schüler. Jeder erfolgreiche Mäusesprung motiviert, künftig noch aufmerksamer zu sein, weil er positive Erfahrungen sammelt.

Hunde sind auf Bewegungsreize stark fokussiert. Plötzliche, unerwartete Bewegungen lösen instinktiv eine Reaktion aus – genau das nutzt der Mäusesprung aus. Anders als beim ständigen Rufen, das schnell ignoriert wird, lenkt die Bewegung sofort den Blick des Hundes zurück zum Menschen. Außerdem zeigt der Mensch durch den Mäusesprung: „Ich bin spannend, ich bin präsent, hier passiert etwas Interessantes“. So wird der Mensch wieder zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Wichtig: Den richtigen Moment abpassen

Wenden Sie jedoch den Mäusesprung nicht zu häufig an, sonst nutzt sich auch dieser Reiz ab. Setzen Sie ihn gezielt ein, wenn der Hund abgelenkt ist und nicht mehr auf Ansprache reagiert. „Sobald der Hund Sie anschaut, unbedingt sofort belohnen, damit er lernt: Aufmerksamkeit lohnt sich immer“, sagt Holger Schüler.

Dürfen Hunde überhaupt schnüffeln?

Natürlich dürfen Hunde auch ihre Umwelt erkunden. Das Schnüffeln gehört zu ihren natürlichen Bedürfnissen. Doch Holger Schüler rät zur Balance: „Wenn ich es ihm ganz offiziell erlaube, darf er es auch machen. Aber wenn der Spaziergang immer nur aus Schnüffeln besteht und ich kaum etwas mit dem Hund mache, verliert er das Interesse an mir.“ Ein bewusster Wechsel zwischen gemeinsamer Aktivität, kurzen Freiheiten und Aufmerksamkeitsspielen wie dem Mäusesprung schafft die ideale Mischung für entspannte Spaziergänge.

7 Grundkommandos, die Ihr Hund unbedingt beherrschen sollte

Hundetraining, Befehl Sitz!
„Sitz“ ist das Grundkommando, das schon früh in der Hundeschule gelehrt wird. Geben Sie ihm das Handzeichen, indem sie einen Finger heben und sagen Sie den Befehl. Nun warten Sie darauf, dass der Hund automatisch seinen Po absetzt. Sobald er sitzt, belohnen Sie ihn. Der Vierbeiner steht erst wieder auf, wenn Sie ihn freigeben.  © Zoonar.com/lantapix/Imago
Hundetraining, Befehl Platz!
Das Grundkommando „Platz!“ wird am besten aus einer Sitzposition heraus geübt. Hierzu geben Sie dem Hund den Befehl, indem sie die ausgestreckte Hand heben und dann langsam nach unten führen. Gelingt es, bekommt der Hund zur Belohnung wiederum ein Leckerli. © lantapix/Imago
Hundetraining, Befehl Steh und Bleib!
„Bleib!“ zählt ebenfalls zu den Grundkommandos für Hunde. Hier bleibt die Fellnase stehend zurück, während Sie sich einige Meter von ihm entfernen. Gelingt es, können Sie versuchen, die Distanz zwischen Ihnen und dem Vierbeiner stetig zu vergrößern. © Zoonar.com/lantapix/Imago
Hundetraining, Befehl Stopp!
„Stopp!“, ist ebenfalls ein wichtiges Grundkommando und bringt den Hund dazu, sofort jegliche Tätigkeit einzustellen, gar "einzufrieren“ und schließlich in dieser Position zu verharren, bis man ihn freigibt. © lantapix/Imago
Hundetraining, Befehl Sitz bei Fuß!
Mit dem Befehl „Bei Fuß!“ geben Sie dem Vierbeiner das Zeichen, dass er ganz entspannt neben Ihnen herlaufen darf. Beherrscht er diesen nicht oder üben Sie nicht genug, kann es passieren, dass der Hund an der Leine zerrt. Das ist sehr unangenehm für Hundehalter. © Zoonar.com/lantapix/Imago
Hundetraining, Befehl Aus!
Beim Kommando „Aus!“ bieten Sie dem Hund eine Art Tauschgeschäft an. Er lässt das Spielzeug, den Ball etc. los oder gibt es Ihnen in die Hand, dafür belohnen Sie ihn im Gegenzug mit einem Leckerli.  © IMAGO/Zoonar.com/lantapix
Hundetraining, Befehl Hierher!
Läuft der Hund frei, es kommt aber ein Auto vorbei, kann das gefährlich werden. In solchen Fällen sollten Sie das Abrufkommando „Hier!“ geben. Hierzu rufen Sie Ihren Hund mit freudiger Stimme und belohnen ihn, wenn er schließlich zu Ihnen zurückkommt.  © Zoonar.com/lantapix/Imago

Konsequenz und Training machen den Unterschied

Ein einzelner Mäusesprung reicht natürlich nicht aus, um dauerhaft die Aufmerksamkeit des Hundes zu sichern. „Training funktioniert nur mit regelmäßiger Übung“, betont Holger Schüler. Der Hund sollte täglich mehrmals für wenige Minuten trainiert werden. Bereits kurze Einheiten mit drei bis fünf Wiederholungen stärken nachhaltig die Bindung. Übrigens: Der Mäusesprung kann überall geübt werden – auch zu Hause oder im Garten. So wird die Methode zu einer festen Routine.

Mehr Freude am Spaziergang durch aktive Kommunikation

Statt den Hund immer wieder nur zu rufen und zu hoffen, dass er doch noch reagiert, ist der Mäusesprung eine einfache, spielerische und sehr effektive Möglichkeit, die Aufmerksamkeit des Hundes frühzeitig auf den Halter zu lenken. Holger Schüler bringt es auf den Punkt: „Ich muss mich so interessant machen, dass der Hund gerne zu mir kommt.“ Mit konsequenter Anwendung wird der Spaziergang nicht nur stressfreier, sondern auch zu einer gemeinsamen Aktivität, die Bindung und Vertrauen zwischen Mensch und Hund stärkt.

Hundetrainer und Hundeerziehungsberater Holger Schüler

Holger Schüler arbeitet seit 1990 intensiv mit Hunden und anderen Caniden. Seine Erfahrung sammelte er unter anderem in einer Wildtierauffangstation, wo er für die Betreuung von Wölfen und Füchsen zuständig war. In den folgenden Jahren war er zudem in Rettungshundestaffeln, Hundevereinen und Tierheimen aktiv.

Seit 2005 ist der Pfälzer als selbstständiger Hundeerziehungsberater und Hundetrainer tätig. Darüber hinaus ist er Ausbilder für Hundetrainer, Autor mehrerer Bücher über Hundehaltung und Hundeerziehung, gefragter Experte in Fachmagazinen und TV-Sendungen und bringt seine Erfahrungen auch in eigenen Bühnenprogrammen einem breiten Publikum näher.

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