Einkochen und Einwecken
Süß, scharf und säuerlich – Rezept für Feigenmus, Feigensenf und viele leckere Varianten
Frische Feigen sind ein exotischer Genuss, der schnell vergehen kann. Daher sollte man Feigen nach dem Kauf zu Feigenmus, Marmelade oder Feigensenf verarbeiten.
Wer bei Feigen nur an die getrocknete Variante aus dem Supermarkt denkt, hat definitiv etwas verpasst. Frische Feigen sind eine saftige Offenbarung und in Verbindung mit einer ausgewogenen Zucker-Mischung wird daraus ein Mus, das in Süßspeisen und Gebäck, wie einem Kleckskuchen und herzhaften Gerichten gleichermaßen glänzt.
Als Feigensenf harmonieren die exotischen Früchte hervorragend mit würzigem Käse und eignen sich perfekt für herbstliche Gerichte wie Flammkuchen oder gebackenen Camembert.
Neben den ganzen leckeren Rezept- und Verwendungsideen ist es auch gut zu wissen, dass Feigen äußerst druckempfindlich sind. Im Vergleich zu anderen Früchten wie Äpfeln oder Orangen können sie nicht so einfach in einer Obstschale gestapelt oder lose in einer Tasche transportiert werden. Selbst ein leichter Druck kann zu Quetschungen und somit zu einer schnelleren Verderblichkeit führen.
Die Lösung? Die frischen Feigen einmachen und leckeres Feigenmus das ganze Jahr über zu herzhaften wie auch zu süßen Gerichten genießen.
Für ein ausgefallenes Feigenmus aus frischen Feigen braucht man diese Zutaten:
- 1 kg reife Feigen, geviertelt
- 400 g brauner Zucker
- 60 ml Zitronensaft
- 1-2 TL Zitronenschale, gerieben
- 1-2 TL Orangenschale, gerieben
- 1 Vanilleschote, halbiert
- 1 Zimtstange
- 1 Pck. Vanillezucker
- Optional:
- 1 TL Kakao (für eine besonders intensive Farbe)
So einfach ist die Zubereitung:
- In einem großen Topf die Feigen, braunen Zucker, Zitronensaft, Zitronen- und Orangenschale, Vanilleschote, Zimtstange und Vanillezucker miteinander vermengen. Alles etwa 60 Minuten ziehen lassen, sodass die Feigen beginnen, ihren Saft abzugeben.
- Den Topf auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Sobald die Masse zu köcheln beginnt, die Hitze reduzieren. Das Feigenmus dann für etwa zwei Stunden unter gelegentlichem Rühren einkochen lassen, bis es eine dickflüssige Konsistenz erreicht hat.
- Optional einen Teelöffel Kakao hinzufügen und gut unterrühren, um dem Mus eine besonders intensive Farbe zu verleihen.
- Zimtstange und Vanilleschote entfernen. Das Mus mit einem Stabmixer pürieren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Nach Bedarf noch einmal mit Zucker oder Zitronensaft abschmecken.
- Das noch heiße Feigenmus in sterilisierte Gläser abfüllen, gut verschließen und auf dem Kopf stehend abkühlen lassen.
Sind Feigen eigentlich vegetarisch?
Die Einstufung von Feigen als vegan oder vegetarisch ist umstritten, da der natürliche Bestäubungsprozess der Feigenpflanze den Tod spezialisierter Feigenwespen involviert. Diese Wespen sterben im Inneren der Feige, werden aber im Laufe der Zeit von der Pflanze zersetzt. Diese Symbiose ist für die Fortpflanzung beider Arten notwendig. Ob Feigen als vegan oder vegetarisch betrachtet werden, hängt daher von individuellen ethischen Überlegungen ab.
Mit diesen Rezeptideen wird selbstgemachtes Feigennmus noch besser:
Das Feigenmus passt hervorragend zu herbstlichen Rezepten mit Ziegenkäse, Camembert oder auch zu würzigem Gorgonzola. Dementsprechend ist es ein fantastischer Begleiter für die nächste Käseplatte. Es schmeckt aber ebenso gut auf Toast, in Gebäck oder als Ergänzung zu Desserts. Für eine außergewöhnliche Note können folgende Varianten ausprobiert werden:
- Würzige Schärfe: Ein wenig Chili, roter Pfeffer oder Ingwer können dem Feigenmus eine interessante Schärfe verleihen.
- Gewürze variieren: Mit Gewürzen wie Zimt, Nelken und Anis kann man dem Mus je nach Verwendung eine besondere Note verleihen. Besonders weihnachtlich wird es beispielsweise mit Zimt, Nelken und ein wenig Spekulatiusgewürz.
- Alkoholische Komponente: Zu Feigenmus passen beispielsweise ein Schuss Cherry, Rotwein, Orangenlikör oder brauner Rum. Damit das Aroma erhalten bleibt, die alkoholischen Komponente erst kurz vor Ende des Kochprozesses hinzufügen.
- Nussige Textur: Mandeln und Walnüsse harmonieren am besten mit dem Geschmack der Feigen und verleihen zusätzlich Textur. Für den besonderen Kick können die Nüsse auch vorher karamellisiert werden.
- Fruchtige Note: Da die Feige körnig ist, bietet es sich an weitere Früchte wie Äpfel, Orangen und verschiedenes Steinobst mit einzukochen. Das sorgt für ein besonderes Aroma und zudem für eine glattere Konsistenz.
Feigenmus, Feigenkonfitüre, Feigengelee oder doch lieber Feigensenf?
Die Vielseitigkeit von Feigenmus lässt sich nicht nur durch eine Auswahl an Gewürzen und anderen Zutaten steigern, sondern auch durch Veränderungen in der Konsistenz. Durch Zugabe von Geliermitteln wird aus dem Mus eine festere Konfitüre. Wer Stückchen meiden möchte, findet im Feigengelee die ideale Lösung. Und für die perfekte Ergänzung zu einer Käseplatte bietet sich Feigensenf an, der mit minimalen Abwandlungen des Grundrezepts zubereitet werden kann:
- Feigenkonfitüre: Durch die Zugabe von Geliermittel erhält das Mus eine festere Konsistenz und wird als Konfitüre bezeichnet.
- Feigenmarmelade: Wenn man es sehr genau nimmt, gibt es keine Marmelade aus Feigen. In der Europäischen Union ist der Begriff „Marmelade“ rechtlich genau definiert und bezieht sich ausschließlich auf ein Erzeugnis, das aus Zitrusfrüchten hergestellt ist.
- Feigengelee: Bei der Herstellung von Gelee werden die enthaltenen Stückchen aus dem Fruchtpüree entfernt.
- Feigensenf: Wer es lieber pikant mag, der probiert sich an einem Rezept für Feigensenf. Einen Kilogramm Feigen mit einem Schuss Flüssigkeit, wie Rotwein oder Essig, wie gewohnt einkochen. 500 Gramm Gelierzucker unterrühren und ein paar Minuten bei starker Hitze sprudelnd kochen lassen. Zusätzlich etwas Salz, zerstoßende Senfkörner und etwa 200 Gramm Senf hinzufügen.
Feigenmus ist nicht nur lecker, sondern auch vielseitig. Ob auf dem Brötchen, zu Käse, als Beilage zu Fleisch oder als Zutat in der Patisserie – dieses Mus ist ein Allrounder. Mit dem Grundrezept und ein paar Tipps zur Verfeinerung kann nichts mehr schiefgehen.
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Eva Lipka sorgfältig überprüft.
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