Neuer Italiener eröffnet
Weg aus Haag: Diese Menschen stecken hinter dem neuen „Perfetto by Giuseppe“ in Kraiburg
Anfang des Jahres hat in Kraiburg ein neuer Italiener eröffnet: Perfetto by Giuseppe. Warum Koch und Inhaber Giuseppe Costanzo sein bewährtes Lokal „Il Caminetto” in Haag aufgegeben hat und auf welche besonderen Gerichte sich die Gäste nun freuen können.
Kraiburg – Mit seinem alten Lokal ist das „Perfetto by Giuseppe” kaum zu vergleichen: In dem schlicht und modern eingerichteten Gastraum mit Gewölbe am Marktplatz 35 können zwischen 20 und 25 Gäste Platz nehmen. Mit den wärmeren Temperaturen kommen bald weitere 30 im Außenbereich hinzu. Da war das „Il Caminetto” in Haag eine andere Hausnummer: Bis zu 140 Gäste konnten es sich dort bei Speisen und Getränken gut gehen lassen.
Traum, sich räumlich zu verkleinern
Doch diese Größe hatte ihre Schattenseiten. „Ich hatte Probleme, genügend Personal zu finden und wenn es überall voll war, konnten wir keinen guten Service mehr bieten”, erklärt Inhaber und Koch Giuseppe Costanzo. Schon seit acht Jahren träumte er davon, sich zu verkleinern. Ein kleines Lokal zu führen, das sich als Familienbetrieb händeln lässt. Nach insgesamt zwölf Jahren zog er in Haag den Schlussstrich, dort ist mit „Giovanni´s Hostaria” vor Kurzem ein neuer Italiener eingezogen.
Nach wie vor an Costanzos Seite sind seine Eltern und seine Lebensgefährtin Sabine Kohlbacher. Die gelernte Hotelfachfrau kümmert sich federführend um die Gäste, er sorgt für das leibliche Wohl in der kleinen Küche. Die mussten sie vor dem Umzug erst rundum erneuern lassen. Am 10. Januar haben sie zum ersten Mal ihre Türen geöffnet. „Wir wollten erstmal in Ruhe den ein oder anderen Probelauf starten, auch weil der Herd hier ein anderer ist und sich alles erst einspielen muss”, erzählt Costanzo.
Restaurantbesuche haben sich verändert
Das hat es sich inzwischen und auch die Kraiburger nehmen das neue Lokal gut an. „Abends sollte man besser immer reservieren”, rät Kohlbacher. Mittags sei dagegen noch wenig los – zu wenig, wenn es nach den Wirtsleuten geht. Deswegen bieten sie eine Mittagskarte mit wöchentlich wechselnden Pinsen und Nudelgerichten zum Preis von je 10,50 Euro an. „Um das ein wenig anzutreiben”, erklärt sie. Denn in Kraiburg gebe es kaum Durchgangsverkehr. Ändern könnte sich das, wenn in den wärmeren Monaten viele Radfahrer unterwegs sind.
Trotzdem würde es Costanzo nicht als schwierig bezeichnen, auf dem Land ein Restaurant zu eröffnen. Im Gegenteil: Das Paar aus Gars schätzt Kraiburgs eigenen Flair und fühlt sich wohl. „Aber wenn die Leute heute essen gehen, muss es etwas Besonderes sein und alles komplett passen”, sagt der Küchenchef. „Es ist nicht mehr so viel Geld da, wie vor ein paar Jahren und die Menschen gehen bewusster essen”, ergänzt Kohlbacher. Doch prinzipiell seien die Leute dankbar, dass es in der Marktgemeinde nun wieder mehr kulinarische Vielfalt gibt.
Neue Speisekarte mit süditalienischem Flair
Etwa zeitgleich hat mit dem „Bella napoli mammamia” ein weiterer Italiener eröffnet, in dem eher die typischen Gerichte angeboten werden. „Rund um den Marktplatz haben wir nun drei Kategorien: den normalen Italiener, uns als besonderen Italiener und das Hardthaus mit gehobener Küche”, erklärt Costanzo. Er biete beispielsweise Pinsa statt Pizza an, lässt seine süditalienischen Wurzeln in die Speisekarte einfließen. Als authentisch, pikant und mit viel Fisch würde er die kalabrische Küche beschreiben. Zwischen rund 30 Gerichten können seine Gäste wählen, inklusive einer wechselnden Wochenkarte.
Costanzo freut sich, dass er mit dem Umzug auch seine Speisekarte verändern und neue Ideen präsentieren kann. „Wenn man bewährt ist, erwarten die Gäste das, was sie einmal gewohnt sind”, erklärt er. Seine Gerichte kreiert er selbst, holt sich auch Inspiration von anderen. „Es lebe Youtube”, sagt der Italiener. Seit Corona sei die Gastronomie offener geworden, Rezepte werden heute eher miteinander geteilt. Was in seinem Lokal auf den Tellern landet, bereitet er selbst zu und sagt mit Stolz: „Hier kocht noch der Chef.”
Zufrieden mit der beruflichen Veränderung
Giuseppe Costanzo ist glücklich, den Schritt nach Kraiburg gewagt zu haben. Bereits 2023 hatte er mit dem Gedanken gespielt, konnte damals aber noch nicht loslassen. 2025 steht für ihn nun ein runder Geburtstag bevor und er habe sich gedacht „jetzt oder nie”. „Ich bin total zufrieden und bereue keine einzige Minute”, sagt er. Eine offizielle Eröffnung könnte im Sommer folgen.
Von Dienstag bis Freitag sowie am Sonntag hat das „Perfetto by Giuseppe” mittags von 11.30 bis 14 Uhr und abends von 17.30 bis 22 Uhr geöffnet. Am Samstag sind Gäste von 17.30 bis 22 Uhr willkommen. Am Montag ist Ruhetag. In Kürze ist bei schönem Wetter sonntags durchgehend geöffnet, mit warmer Küche und einer Kuchenauswahl.


