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Machbarkeitsstudie erneut im Gemeinderat

Fernwärme für Polling? Die einen wollen aktiv werden, Kronberger sieht Bringschuld bei anderen

Ist die Fernwärme für Polling schon vom Tisch? Es gebe einen Investor, die Gemeinderäte wollen bei dem Thema aktiv werden, aber Bürgermeister Lorenz Kronberger will gefragt werden.
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Ist die Fernwärme für Polling schon vom Tisch? Es gäbe einen Investor, die Gemeinderäte wollen bei dem Thema aktiv werden, aber Bürgermeister Lorenz Kronberger will gefragt werden.

Polling hat direkt vor der Haustür heißes Wasser aus der Tiefe und könnte damit ein Fernwärmenetz betreiben. Doch im Rat herrscht hierzu Stillstand. Ist die Fernwärme für die Gemeinde schon tot?

Polling Wie aktiv möchte beziehungsweise soll die Gemeinde Polling eine Fernwärme mit Geothermie vorantreiben? Darum ging es im Kern in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als einmal mehr die aktualisierte Machbarkeitsstudie für Fernwärme auf der Tagesordnung stand. Die Gemeinderäte waren mehrheitlich der Meinung, Bürgermeister Lorenz Kronberger (UWG) solle aktiv auf die Erdwärme Inn Bayern (EWI), deren Gesellschafter Peter Reichenspurner und mögliche Investoren zugehen. Der Angesprochene war da aber anderer Ansicht.

Im Auftrag der Gemeinde hat die Gemeinde Polling mit Fördergeldern eine aktualisierte Machbarkeitsstudie zur Fernwärmeversorgung mit Geothermie in Polling bis Flossing in Auftrag gegeben; seit Juli liegt der Entwurf vor, ist er immer wieder Thema im Gemeinderat.

„Alle anderen müssen sich selber kümmern“

Für Kronberger ist diese Studie zugleich auch „unsere kommunale Wärmeplanung“. Die hatte nur ein Fernwärmenetz für die Gemeindeteile Polling, Flossing und die dazwischenliegenden Ortsteile Monham und Unterflossing untersucht. Kronberger: „Alle anderen müssen sich selber darum kümmern. Ich verstehe das so.“

„Das kommt mir nicht schlüssig vor“, hielt Reinhard Oberstarr (CSU) dagegen. Die Studie beinhalte keine Wärmeplanung für die ganze Gemeinde, habe zum Beispiel keine Vorschläge für Grünbach. „Eine kommunale Wärmeplanung möchte ich schon für die ganze Gemeinde. Das war so beauftragt.“ Eine Machbarkeitsstudie zur Fernwärme reiche dafür nicht.

Angesichts der prognostizierten Kosten hatte Kronberger schon im Juli gesagt: „Die Fernwärme ist tot.“ Das unterstrich jetzt auch eine Stellungnahme der Rechtsanwaltskanzlei von Dr. Stefan Detig, die die Gemeinde bei der Fernwärme berät.

Kronberger verlas die Stellungnahme der Kanzlei, die sich auf die Studie bezog: Bei Gesamtinvestitionen von 34 Millionen Euro, von denen 20 Prozent gefördert werden, und Gestehungskosten von 32,38 Cent je Kilowattstunde sei in Polling ein flächendeckendes Wärmenetz „wirtschaftlich nicht tragfähig“. Detigs Zweifel aus dem Sommer 2024 hätten sich bestätigt. 

Investor möchte Fernwärmenetz auf eigenes Risiko bauen

Dem steht aber die EWI entgegen, die nach eigenen Angaben einen Investor hat, der ein Fernwärmenetz auf eigene Kosten und Risiko errichten und betreiben würde. Der Wunsch der EWI und von Reichenspurner: Sie würden die Machbarkeitsstudie gerne sehen. Das hatte bereits im September für Diskussionen gesorgt, das sorgte jetzt wieder für Diskussionen. Hinzu kam die Frage: Wie aktiv soll hier die Gemeinde sein?

Laut Kronberger hat das Ingenieurbüro das Urheberrecht an der Studie, bestimmt also, ob und an wen sie weitergegeben werden darf.

Reichenspurner könne die Studie haben, sagte Kronberger und bezog sich auf eine Mail des Ingenieurbüros. Das möchte aber schriftlich haben, dass Reichenspurner die Studie nicht weitergibt. „Auch nicht an einen Investor“, ergänzte Geschäftsleiterin Gabriele Springer. 

„Das ist ja direkt ein Krampf“

„Das ist ja direkt ein Krampf“, entfuhr es Oberstarr. „Wir müssen die Weitergabe ermöglichen.“ 

„Reichenspurner muss erst rausrücken, wer der Investor ist“, sagte Kronberger. „Wer bauen möchte, muss auf uns zukommen.“ Erst dann frage die Gemeinde beim Ingenieurbüro nach. Außerdem könnte das die Förderung gefährden; das werde derzeit noch geklärt.

„Wir müssen was tun“, unterstrich Oberstarr. „Es ist unser Interesse, in Polling eine Fernwärme zur Verfügung zu stellen.“ Es sei egal, mit wem die EWI das mache. 

Gemeinderäte wollen Investoren aktiv angehen

„Wenn jemand investieren möchte, dann sollten wir die Chance nutzen“, sprang ihm Lena Koch (Grüne) bei. „Inzwischen ist es vollkommen egal, wer das Netz baut. Wir müssen rausgehen, suchen und es ermöglichen.“

Wolfgang Schweiger (parteilos) hatte Verständnis, dass das Büro sein Fachwissen nicht ohne weiteres weitergeben wolle. Dennoch: Die Gemeinde solle mit dem Büro klären, an wen und wie oft sie gegeben werden könne. „Dann können wir auch an Investoren rangehen.“ 

Studie ist mit Steuergeldern finanziert

Auch Stefan Mooshuber (CSU) war für ein aktives Vorgehen der Gemeinde: „Wenn wir die Studie in der Schublade liegen lassen, dann ist es nicht zum Wohle der Gemeinde. Wenn wir möchten, dass es mit der Fernwärme was wird, dann gehen wir raus.“ Schließlich sei die Studie auch mit Pollinger Steuergeldern finanziert. In Richtung Kronberger sagte er: „Du musst mit dem Reichenspurner und seinem Investor reden.“

Kronberger blieb dabei: „Reichenspurner soll auf uns zukommen und sagen, mit wem er es machen möchte.“

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