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Zu teuer oder doch noch Wärme für alle? So soll es mit der Pollinger Geothermie weitergehen

Wird ganz Polling von der Fernwärme profitieren?
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Wird ganz Polling von der Fernwärme profitieren?

Der Weg zur Versorgung der Gemeinde Polling mit Fernwärme aus Geothermie ist lang. Jetzt verständigte sich der Gemeinderat auf einen nächsten Schritt.

Polling – Ob Bürger, Firmen und Einrichtungen in Polling irgendwann vom Fernwärmeprojekt für die Gewächshäuser Reichenspurner profitieren werden, ist weiter offen. Das gilt auch nach der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der die Räte erneut über den Entwurf der aktualisierten Machbarkeitsstudie sprachen.

Bürgermeister Kronberger fürchtet weiter zu hohe Kosten

Aus Sicht von Bürgermeister Lorenz Kronberger ist mit Verweis auf die aktualisierte Machbarkeitsstudie die Versorgung mit Fernwärme sehr teuer. Vor dem Gemeinderat verteidigte er jetzt erneut seine Einschätzung, dass sich bei kalkulierten Kosten von 29 Cent je Kilowattstunde Wärmeleistung kaum Abnehmer im Gemeindegebiet finden werden. So hatte Kronberger schon früher argumentiert.

Nach seinen Angaben fließen in den Preis, die die aktualisierte Machbarkeitsstudie nennt, neben den Kosten für die laufenden Wärmelieferungen auch der einmalige Anschlusspreis von 27.000 Euro ein, umgelegt auf eine 40-jährige Nutzung. „Dazu kommen weitere Kosten wie den Abriss der alten Heizung“, sagte Kronberger. Er machte keinen Hehl aus seiner Einschätzung, dass Fernwärme zur Nutzung in der Flächengemeinde keine große Chance habe. Zum Vergleich: In der Studie kommen Pelletheizungen auf 14,3 Cent je Kilowattstunde, Wärmepumpen auf 16,3 Cent und Heizöl auf 17,9 Cent.

Investor nennt deutlich niedrigere Kosten

Der Betreiber der Polling Geothermie, die Erdwärme Inn GmbH (EWI) hat den OVB Heimatzeitungen mitgeteilt, dass es einen privaten Netzbetreiber gebe. Der würde Kosten von 15 bis 18 Cent je Kilowattstunden anpeilen und habe schon mit Gemeinden gesprochen, auch mit Polling. Kronberger erklärte, er kenne dieses Angebot aus der Zeitung, mit der Gemeinde habe der Interessent aber nicht gesprochen. „Das geistert so rum.“ Der Interessent habe lediglich um Einsicht in die Machbarkeitsstudie gebeten. Deren Kosten bezifferte Kronberger auf 30.000 Euro, die Gemeinde habe Zuschüsse erhalten.

Thomas Jobst (CSU) kritisierte Kronberger: „Bei Dir kommt es so negativ rüber.“ Ihm gehe es vielmehr darum, diese klimafreundliche Möglichkeit zur Verfügung stellen. „Was können wir tun, um es möglich zu machen? Das sollten wir uns überlegen“, sagte Jobst.

Wasserdampf über Polling: Die erste Bohrung nach dem heißen Wasser aus der Tiefe war erfolgreich. Die nächsten Schritte Richtung Geothermie können gegangen werden.

Kronberger entgegnete: „Wenn es jemand billiger machen kann, soll es jeder machen, der es kann“. Er betonte: „Es gibt aber noch kein Angebot.“ Kronberger fürchtet, dass die Wohnbebauung mit vielen Einfamilienhäusern gegen einen wirtschaftlichen Betrieb spreche: „Wir haben keine großen Mietshäuser.“

Auch Stefan Mooshuber (CSU) hält eine Anschlussquote von 60 Prozent für sehr optimistisch. Wie Jobst sprachen er und Martin Unterforsthuber (CSU) sich aber dafür aus, dem Interessenten die Machbarkeitsstudie zur Verfügung zu stellen, Oswald Brandstetter (CSU) war dagegen.

Informationssitzung für die Bürger

Wilhelm Skudlik (FW) empfahl eine Informationsveranstaltung für Bürger, „um die Leute abzuholen“ und auf den aktuellen Stand zu bringen. Hendrik Gerschewski (UWG) betonte, in einer solchen Sitzung könnten auch die Kosten aufgezeigt werden, die das Heizen mit Erdöl oder Gas in den kommenden Jahren stark verteuern wurde. „Auf lange Sicht rechnet sich die Geothermie.“ Johann Steinberger (UWG) erinnerte daran, dass auch Ölheizungen Folgekosten wie Wartungen nach sich ziehen würden.

Wird ganz Polling von der Fernwärme profitieren?

Mit der Maßgabe, die Machbarkeitsstudie dem Interessenten weiterzugeben, ging der Gemeinderat in die nichtöffentliche Sitzung. Dort wurde die Weitergabe allerdings nicht beschlossen, wie Geschäftsleiterin Gabriele Springer auf Anfrage mitteilt. „Der Gemeinderat hat grundsätzlich seine Bereitschaft signalisiert, die von der Gemeinde beauftragte Machbarkeitsstudie dem Investor zur Verfügung zu stellen“, schreibt sie. „Allerdings müssen die damit verbundenen rechtlichen Folgen noch mit unserem Rechtsbeistand abgeklärt werden.“

Erst nach Abschluss dieser Prüfung könne die Entscheidung über die Weitergabe der Unterlagen getroffen werden, heißt es aus dem Rathaus.

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