Zeit des alten Bades geht zu Ende
Das Hallenbad ist auf dem Weg – diese Probleme müssen jetzt gelöst werden
Gibt der Mühldorfer Stadtrat grünes Licht für die Planung des neuen Hallenbads? Die richtige Arbeit beginnt erst jetzt. Diese Probleme sind bislang noch nicht gelöst.
Mühldorf – Ein neues Hallenbad soll kommen, die ersten Schritte dorthin hat der Stadtrat jetzt übernommen. Allerdings sind viele Fragen offen oder bleiben vorerst unbeantwortet.
Irritationen wegen Planungskarten
Für Irritationen hatten in den vergangenen Wochen die Pläne gesorgt, die die Stadt zur Vorberatung des Hallenbadbaus im Bauausschuss des Stadtrats vorgelegt hat. Zu den Flächen, die laut dem damaligen Plan für das neue Hallenbad vorgesehen waren und die derzeit im Bauleitverfahren geändert werden, gehörten auch Grundstücke in Privatbesitz. Schon damals hatte Stadtwerkechef Alfred Lehmann nach der Sitzung auf Anfrage der OVB Heimatzeitungen erklärt, dass sich die Planungen auf Grundstücke der Stadtwerke beschränken würden.
Nur eigene Grundstücke
Das stellte Bürgermeister Michael Hetzl (UM) auch während der Stadtratssitzung klar: „Es werden nur die Grundstücke im Eigentum der Stadtwerke überplant, keine anderen Grundstücke sind in dem Plan vermerkt.“ Damit steht fest: Das Hallenbad soll komplett auf dem weitläufigen Gelände des Freibads entstehen.
Mit diesen Aussagen gibt sich Familie Schwarz zufrieden, die neben dem Bad wohnt und deren Grundstücke zunächst einbezogen worden waren. „Es ist richtig gestellt, dann ist es in Ordnung“, sagte Michael Schwarz auf Anfrage. „Wir hätten auch keinen Grund abgegeben.“ Jetzt, da die Stadt die Planungen klargestellt hat, zeigt sich Michael Schwarz auch wieder zu Gesprächen über eine Parkfläche im Sommer bereit. Derzeit stellt seine Familie dafür Platz auf dem Grundstück zur Verfügung. Den Pachtvertrag hatten sie aus Ärger über die Planung der Stadt gekündigt. Jetzt sagt Schwarz: „Die Türen sind nicht verschlossen.“
Zugleich bittet er darum, das Feuerwehrausbildungszentrum in die Überlegungen zur Schaffung von Parkplätzen einzubeziehen. „Die ganze Verkehrssituation in der Ahamer Straße ist schwierig“, sagt er und meint damit auch die Parksituation rund ums Freibad.
Dieses Urteil teilten während der Stadtratssitzung Zweite Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sontag (CSU) und Kathrin Enzinger (Grüne), sie halten die Lage des neuen Bades in einem Wohngebiet für problematisch. Dieser „Standort ist nicht der richtige“, sagte Preisinger-Sontag. Sie sieht zu viele Einschränkungen vor allem durch die Verkehrssituation. Trotzdem stimme sie für die Pläne, damit etwas vorangehe.
Mit den Nachbarn sprechen
Kathrin Enzinger forderte: „Man muss mit den Nachbarn sprechen, weil es wird eine Belastung geben, auch im Winter.“ Sie regte wie Familie Schwarz an, das Feuerwehrausbildungszentrum in die Überlegungen zur Schaffung von Parkraum einzubeziehen. „Die Verkehrssituation und die Beleuchtung der Parkplätze wurden mehrfach angesprochen, auch das Thema Fahrräder“, berichtete sie über Gespräche mit Nachbarn des Bades. Für die Planung sollte der Blick auch auf die Straßen im weiteren Umfeld gerichtet werden.
Sie nannte den Standort „einen neuralgischen Punkt“ und bat, die Bedenken vor allem der Anwohner ernst zu nehmen. Bürgermeister Hetzl sagte zu, diese Dinge zu thematisieren. Es gebe aber derzeit noch zu wenig Konkretes, um diese Fragen jetzt schon anzugehen.
Laut Bürgermeister Michael Hetzl laufen derzeit die ersten Vorarbeiten für die Planungen, aus denen dann das Aussehen, die Größe und die Kosten des Bades hervorgehen sollen.
Zu diesen Kosten konnte Hetzl während der Stadtratssitzung noch keine Angaben machen. Eine Kostenschätzung werde es aber erst geben, wenn klar sei, was gebaut werden soll. Fest steht nur: Die Stadtwerke müssen das neue Bad finanzieren.
Wie soll der Neubau bezahlt werden?
Dr. Matthias Kraft sieht bei der Frage der Finanzierung Klärungsbedarf. Er bezog sich auf „das letzte veröffentlichte Konzept“, das eine Erhöhung des Eigenkapitals der Stadtwerke durch Verkauf von Wohnungen auf dem Sümö-Gelände vorsieht. „Da gehen wir nicht mit“, lehnte er eine Verknüpfung des neuen Hallenbads mit der Bebauung des Sümö-Geländes ab. Dort steht das derzeitige, marode Bad. Seit mehr als einem Jahr streitet der Stadtrat darüber, wie das Grundstück und das gesamte Gelände künftig genutzt werden sollen.
Eine Antwort auf die Finanzierungsfrage gab Hetzl nicht. Er verwies auf den Aufsichtsrat der Stadtwerke. „Es gibt ein völlig anderes Konzept, das der Aufsichtsrat bereits kennt“, sagte er. Im Aufsichtsrat der Stadtwerke sitzen zwar Stadträte, eine Öffentlichkeit oder gar Diskussion über das Konzept ist nach Ansicht der Grünen damit aber nicht gegeben.
Gegen ein „Schlechtreden“ wehrte sich Karin Zieglgänsberger (UM). „Vielleicht sollten wir uns alle freuen, wir bekommen ein neues, ein schönes Hallenbad.“ Sie forderte: „Lasst uns mal was umsetzen und uns freuen.“ Auch Oliver Multusch (AfD) sprach sich ausdrücklich für den Standort aus.

