Firma Vogl bringt neue Marke nach Mühldorf
Außergewöhnliche Planung: Stadt macht Weg für neues Autohaus in Mühldorf frei
Das Autohaus Vogl bringt eine neue Auto-Marke nach Mühldorf: Der BMW- und Minihändler will dazu in Mühldorf Nord an der Bürgermeister-Hess-Straße neu bauen. Dabei soll mehr als ein reines Autohaus entstehen.
Mühldorf – Im Zentrum des Bauvorhabens des Altöttinger Autohändlers steht natürlich das neue Autohaus. Vogl ist bereits mit BMW und Mini in Mühldorf ansässig, jetzt kommt Hyundai hinzu. Zugleich hat sich der Bauherr des Anliegens der Stadt angenommen, den Flächenverbrauch zu senken. Deshalb ist ein mehrstöckiges Haus geplant, das neben dem Autoverkauf weitere Möglichkeiten bietet.
Wie das Haus aussehen wird, wie hoch es werden soll und welche anderen Firmen dort untergebracht sind, steht noch nicht fest. Denn der Bauausschuss hat jetzt zunächst bei einer Gegenstimme einen neuen Bebauungsplan in Auftrag gegeben. Nach Angaben von Bürgermeister Michael Hetzl (UM) soll im Erdgeschoss der Autohandel untergebracht werden, „darüber irgendetwas, das mit Mobilität zu tun hat“. Laut Vogl können das ein Motorrad- oder Fahrradhändler sein, ein Reisebüro oder sogenannte Co-Working-Arbeitsplätze. Das sind frei vermietete Büroflächen, die Firmen oder einzelne Berufstätige anmieten können.
Höhe des neuen Gebäudes noch offen
Es ist auch noch offen, wie viele Stockwerke das Haus bekommen soll, dazu gab es unterschiedliche Meinungen im Bauausschuss. Von einem zwei- bis vierstöckigen Gebäude war die Rede. Dazu kommt eine Tiefgarage mit Parkplätzen für Mitarbeiter.
Für eine größere Höhe sprach sich Ulrich Niederschweiberer aus (CSU). Er erinnerte an die Höhe der neue Mühle der Primavera Naturkorn im gleichen Gebiet. Sie sei mit ihrer großen Höhe unter dem Hinweis genehmigt worden, dass sie im Gewerbegebiet stehe. Dieses Argument könne auch für das neue Autohaus gelten.
Für Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner spielt auch die Einfügung in die Nachbarschaft einen Rolle. Sie verwies auf die deutlich niedrigere Höhe der Nachbargebäude und die Randlage der Autohäuser. Grundsätzlich wies sie aber auf die positiven Seiten hin: „Aus unserer Sicht ist es eine gute Idee, denn es geht ums Flächensparen. Was früher oft nur das Erdgeschoss war, wird heute überbaut.“
Viel mehr Flächen sparen
Kritischer sieht das Dr. Georg Gafus, dem die Pläne nicht weit genug gehen: „Wir sind immer noch sehr großzügig, wenn es um die großflächige Nutzung unserer Flächen geht.“ Er bat darum, das dem Investor klarzumachen. Gafus ging es vor allem um die Vermeidung ebenerdiger Parkflächen. Die könnten auch im Erdgeschoss des Autohauses untergebracht werden, wenn es auf Stelzen gestellt würde, oder in einer Tiefgarage.
Stadtbaumeisterin: Investor schaut aufs Flächensparen
Weichselgartner lobte dagegen den Bauherrn: „Wir haben es selten, dass jemand von sich aus so aufs Flächensparen schaut.“ Bürgermeister Hetzl betonte: „Das ist keine Parkfläche, sondern Verkaufsfläche. Dort präsentiert der Autohändler Ware, die kann er nicht in einer Tiefgarage parken.“
Sebastian Vogl vom Autohaus Vogl wollte sich auf Anfrage angesichts des frühen Verfahrensstands noch nicht zu den Plänen seines Unternehmens äußern.
Bei seinem Beschluss gegen die Stimme von Georg Gafus legte sich der Bauausschuss noch nicht auf keine konkreten Vorgaben fest, die sollen im Laufe der Entwicklung des Bebauungsplans festgelegt werden. Am Donnerstag, 20. Juli, stimmt auch der Stadtrat über die Aufstellung des Bebauungsplans. Das neue Autohaus soll westlich in unmittelbarem Anschluss an die bestehenden Gebäude von BMW und Mini entstehen.