Sportler-Ehrung im Landkreis Mühldorf
150 Sport-Helden aus dem Landkreis geehrt – und eine Auszeichnung für ein kassiertes Tor
Von den Weltmeistern bis hin zum fairsten Verlierer: Der Landkreis Mühldorf hat sportliche Spitzenleistungen und gelebten Sportsgeist besonders ausgezeichnet. Das sind die Gewinner.
Mühldorf – 150 Sportler waren zur Ehrung durch Landrat Max Heimerl eingeladen, weil sie im vergangenen Jahr herausragende Leistungen erzielt haben. Neben vielen Bayerischen Meistern gab es Deutsche Titelträger, eine ganze Reihe Europameister und sogar einige Weltmeister zu ehren. Hinzu kamen vier verdiente Vereinsfunktionäre und zum ersten Mal wurde in diesem Jahr auch der erstmals verliehene Fairplay-Preis des Landkreises vergeben: Die Fußballabteilung des SV Aschau hat ihn aufgrund einer bemerkenswerten Aktion im Relegationsrückspiel der vergangenen Saison erhalten.
Landrat Heimerl lobte den Einsatz, die Leidenschaft, den Teamgeist und die Disziplin der Sportler. Er dankte den Familien, Freunden und Unterstützern, aber auch den Trainern und Funktionären, „die dafür Sorge tragen, dass alles so gut funktioniert“. Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer verlieh in seiner Funktion als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt der CSU-Bundestagsfraktion seiner Hoffnung Ausdruck, dass von dem Sondervermögen des Bundes, bei dem eine Milliarde Euro auch für den Sport vorgesehen sei, auch etwas für die Region abfalle: „Es wäre doch schön, beispielsweise das Waldbad in Waldkraiburg wieder voll in Betrieb zu bringen“, sagte der Wahlkreisabgeordnete.
Sondervermögen fürs Waldbad?
Der zweite Gauschützenmeister Reinhard Priller appellierte an den Parlamentarier, sich in Berlin diesbezüglich für die Region einzusetzen.
Zunächst wurden vier Vereinsfunktionäre geehrt: Robert Gerritsen vom Rehasport Waldkraiburg für 20 Jahre, Kirsten Stark von der LG Mettenheim und Manfred Steiglechner von der Schützengesellschaft Mößling für jeweils 25 Jahre und Johann Stockmann von der Schützengesellschaft Dornberg Erharting für 40 Jahre ununterbrochene Vereinsarbeit.
Der Verein „Asia Sports Waldkraiburg“ hatte 21 junge Kampfsportler gemeldet, darunter sechs Deutsche Meister. Weltmeisterin (U14) wurde Louisa Hapfelmeier im Kata, Alexandra Wolf Vize-Weltmeisterin (U18) im Kumite.
Eine weitere Weltmeisterin aus dem Landkreis kommt von den Fußballgolffreunden Willaberg: Andrea Weidenegger holte im Einzel und im Doppel dieser Sportart den ersten Platz. Weitere Weltmeister sind Timo Hirschmann und Henriette Höhne vom TSV Gars 1908, der insgesamt 14 Sportlerinnen und Sportler zur Ehrung angemeldet hatte.
Die sechs Vertreter des Mühldorfer Einradvereins errangen sieben Deutsche Meistertitel in den Disziplinen Rennen, Weitsprung, Slalom, Einbein und Hochsprung verschiedener Altersklassen. Drei Eisstockschützen vom DJK-SG Ramsau wurden Europameister mit ihren Mannschaften in verschiedenen Altersklassen. Korbinian Grill vom TSV Taufkirchen 1968 wurde Europameister im Weitschießen U19, Alexander Anzinger vom EC Ebing Europameister im Weitschießen im „Mixed“ mit seiner Partnerin aus Unterneukirchen. Besondere sportliche Leistung erzielten zwölf Jungfeuerwehrlerinnen aus Oberneukirchen, die bei der Weltmeisterschaft des internationalen Feuerwehrverbandes in Südtirol den sechsten Platz belegten.
Die LG Mettenheim hat bei Bayerischen Meisterschaften in verschiedenen Disziplinen wieder ordentlich abgeräumt und sechsmal den Titel geholt und mit Florian Deibl einen Vertreter zum Ironman entsandt. Weitere Marathonprofis kommen vom SV Schwindegg: fünf Senioren Ü50 respektive 60 wurden Bayerische Meister. Crossläuferin Magdalena Mayerhofer wurde ebenfalls Bayerische Meisterin und auch der LSV Kickboxen Waldkraiburg hat mit Yazici Kaan einen Bayerischen Meister. Der TSV Gars 1908 hat eine erfolgreiche Volleyballjugend, bei denen die U14m Bayerischer Meister wurde und Volleyballer Maximilian Nitschke vom TSV Gars wurde Deutscher Meister U15, die für den SC Haag startende Lea Zerrer wurde im Biathlon deutsche Jugend-Staffelmeisterin.
Ganz schön stark: die Rasenkrafsportlerinnen
Auch in verschiedenen Kraftsportarten verzeichneten Landkreisvereine große Erfolge: so konnten drei Athletinnen des TSV 1860 Mühldorf zweimal die Deutsche Meisterschaft in verschiedenen Altersklassen und Disziplinen des Kraftdreikampfs für sich entscheiden.
Geehrt wurden auch diesmal die Volleyballer aus Mühldorf: 13 Mitglieder der Abteilung erreichten bei der Deutschen Meisterschaft den Dritten Platz. Zurück beim Kraftsport haben junge Mitglieder des TSV 1880 Wasserburg acht Deutsche Meisterschaften im Rasenkraftsport erreicht. Vereinslos ist Valentin Folger aus Schwindegg, der Erster beim Yamaha R7 Cup und Zweiter beim Europäischen Superfinale R7 Yamaha wurde.
Und schließlich die Fußballer des SV Aschau, die für keinen Titel, dafür für eine außergewöhnliche Fairplay-Leistung gewürdigt wurden. Die Kreisliga-Fußballer standen in der Relegation um den Aufstieg in die Bezirksliga und mussten gegen den FC Gerolfing aus Ingolstadt antreten. Nachdem das Hinspiel in Aschau 1:2 verloren gegangen war, stand es im Rückspiel in Ingolstadt bis kurz vor Ende der Partie 1:1. Der SV Aschau wollte den Ball nach einem Schiedsrichterball zurück zu Gerolfing spielen, doch die Kugel landete unbeabsichtigt in deren Tor. Die Spieler des SVA waren sich schnell einig, dass sie so nicht aufsteigen wollten und ließen Gerolfing ausgleichen. Damit war der Aufstieg erledigt. „Doch in diesem Jahr sind sie schon wieder auf Platz 1“, freute sich Landrat Heimerl, der es sich nicht nehmen ließ, einen Fanschal des SV Aschau im Austausch gegen den Preis in Empfang zu nehmen. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist also heuer sehr fair möglich.



