Wirtshaussterben auch in der Region?
„Möchten eigentlich noch nicht aufgeben“: Bichl in Burghausen schlägt Alarm
Die Gastronomie steht unter Druck – so auch das Restaurant Bichl in Burghausen. Die Betreiber schlagen Alarm und warnen vor einer ungewissen Zukunft.
Burghausen - „Bei uns war der Sommer aufgrund des Wetters äußerst durchwachsen“, verrät Laura Bolkart, Mitinhaberin des Restaurant Bichl in Burghausen, auf Nachfrage von innsalzach24.de. Denn während im Frühjahr noch der heißeste Sommer seit Jahrzehnten prognostiziert worden war, machte vor allem der Juli den Gastronomen einen ordentlichen Strich durch die Rechnung.
Restaurant Bichl in Burghausen schlägt Alarm
„Während der Mai und Juni von den Umsätzen her noch durchschnittlich war, war der verregnete Juli leider äußerst bescheiden. Gottseidank wurde das Wetter aber wieder deutlich freundlicher. Mit dem August sind wir sehr zufrieden“, erklärt Bolkart weiter und fügt an. „Wir hoffen jetzt einfach, dass es im September ebenfalls nochmal schön bleibt und auf einen goldenen Oktober.“
Dabei sei vor allem die Lage des Bichl im August von großem Vorteil gewesen: „Die vielen Tagestouristen und das Freilichttheater Helmbrecht haben uns dort natürlich schon in die Karten gespielt.“ Doch die Aussichten für die kommenden Monate sind alles andere als rosig: „Ehrlich gesagt blicken wir nervös und sehr besorgt in die Zukunft. Es gibt einfach sehr viele Baustellen.“
„Können nicht mehr viele Hebel betätigen“
Wie etwa das Personal: „Wir fahren mit diesem bereits jetzt schon enorm runter und müssen ab Oktober alles Aushilfen um 80 Prozent kürzen, um nicht zu hohe Personalkosten zu haben“, so die Besitzerin, die die Schuld nicht nur in der Politik sucht. „Vieles liegt auch an den Burghausern selbst. Mittags hoffen wir beispielsweise auf Stadtmitarbeiter aus der Altstadt oder Lehrer aus den umliegenden Schulen. Abends im Winter geht das Geschäft enorm zurück.“
Man probiere allerdings alles, um weiterhin im Gespräch zu bleiben: „Mit bestimmten Veranstaltungen wie Flohmärkten, Spieleabenden, dem Kunsthandwerkermarkt oder Konzerten versuchen wir natürlich, Gäste anzuziehen und diese von uns zu überzeugen“, sagt Bolkart. „Wir wissen aber auch, dass wir nicht mehr viele Hebel betätigen können und alles in unserer Macht stehende tun.“
Großes Wirtshaussterben vorprogrammiert?
Und das inzwischen schon seit Jahren: „Seit Corona fühlt es sich wie ein großer Kampf an, wobei kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Nur durch das Engagement und Herzblut von Christian Fuchs und mir sowie der tollen und unermüdlichen Unterstützung unserer Mitarbeitern halten wir durch. Den Bichl gibt es nun seit zehn Jahren und wir möchten eigentlich noch nicht aufgeben. Aber es wird nicht leichter.“
Vor knapp einem Monat warnte Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen vor einem beschleunigten Wirtshaussterben in Bayern und legte diesbezüglich schockierende Zahlen vor. Doch auch jenseits der Grenze sind traditionelle Gasthäuser vom Aussterben bedroht. So auch in Hochburg-Ach. (gz)