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Krise aus 2023 und ihre Folgen

Noch 38 Euro Rücklage übrig: So wirkt das Verwaltungs-Chaos in Reichertsheim nach

Noch immer ist das Verwaltungschaos von 2023 nicht ganz aufgearbeitet. Unter VG-Vorsitzendem Franz Stein wurden nun die nächsten Auswirkungen bekannt.
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Noch immer ist das Verwaltungschaos von 2023 nicht ganz aufgearbeitet. Unter VG-Vorsitzendem Franz Stein wurden nun die nächsten Auswirkungen bekannt.

Seit zwei Jahren kämpft die Verwaltungsgemeinschaft Reichertsheim-Kirchdorf mit den Nachwirkungen des Verwaltungs-Chaos 2023, doch die Situation bleibt angespannt. Warum Reichertsheim nur noch 38 Euro an Rücklagen übrig hat und wieso auch Kritik an der Beratungsfirma laut wurde.

Reichertsheim/Kirchdorf – Noch immer haben Reichertsheim und Kirchdorf mit ihren Finanzen zu kämpfen. Mehrfach wurde angekündigt, dass die beiden Kommunen nach dem Verwaltungschaos im Jahr 2023 versuchen würden, wieder in geordnete Bahnen zu gelangen. Geschehen ist dies aber noch nicht.

Das wurde auch in der jüngsten Gemeinschaftssitzung der VG deutlich. Die Jahresrechnung 2024 und der Haushalt 2025 standen auf der Tagesordnung. Vor allem erstere hatte es in sich. Denn trotz Beratungsfirma, trotz Haushaltsklausur, trotz Nachtragshaushalt: Die Buchungen für 2024 stimmten erneut nicht mit den wirklichen Abrechnungen überein.

Rund 65.400 Euro fehlten in der Abrechnung, außerdem hatte sich die Zuführung vom Vermögens- zum Verwaltungshaushalt massiv erhöht. Angesetzt waren etwa 190.000 Euro, es wurde aber eine Zuführung von 973.000 Euro nötig. Das Problem, wie Doris Hauck von der Finanzverwaltung erklärte: Aufgrund des Personalengpasses 2023 fand bis zu Beginn 2024 eine ordnungsgemäße Buchhaltung nur sporadisch statt. Auch wurde ein großer Teil der Rechnungen aus 2023 erst 2024 bezahlt.

Abbuchung nicht im System hinterlegt

Zudem seien der Großteil der Abbuchungen nicht im Buchhaltungssystem nicht hinterlegt. Darunter auch die Lohnzahlen für Mitarbeiter. „Eine Schnittstelle war nicht aktiviert, deshalb wurden diese Abrechnungen nicht in unser Buchungssystem eingepflegt“, so Hauck.

Die Konsequenz für die Gemeinden ist nun zweigeteilt: Zum einen muss der eben erwähnte Fehlbetrag von 65.400 Euro ausgeglichen werden. Dafür werde die Verwaltungsumlage von Reichertsheim und Kirchdorf nochmals erhöht. Zum anderen ist die Rücklage durch die nicht-hinterlegten Abbuchungen aufgebraucht.

Noch im ersten Halbjahr 2024 war man von einer Rücklage in Höhe von 667.000 Euro ausgegangen, aus der bis zu diesem Zeitpunkt 190.000 Euro entnommen wurden. Die genaue Rücklage belief sich im Jahr 2024 belief sich aber nur auf 38,23 Euro, wie Hauck erklärte.

Vermehrt mussten deshalb auch Kassenkredite im Jahr 2024 aufgenommen werden, um liquide zu bleiben und Zahlungen tätigen zu können. Um das Problem 2025 zu beheben und einen rechtskonformen Haushalt erstellen zu können, werde deshalb im Jahr 2025 ausnahmsweise eine Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt nötig, die sich auf 23.050 Euro beläuft. 11.050 Euro davon sollen der Rücklage zugeführt werden, damit hier wieder der gesetzlich vorgeschriebene Mindestbetrag von 11.088 Euro vorliegt, wie Hauck erklärte.

Der Haushalt selbst wies ein Gesamtvolumen von rund 1,5 Millionen Euro auf. 1,3 Millionen davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt und 23.050 Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Umlage beläuft sich je Einwohner auf etwa 357 Euro. Für Kirchdorf sind dies dann rund 479.600 Euro. Reichertsheim muss rund 609.500 Euro abgeben.

VG inzwischen „sauber bei den Buchungen“

VG-Vorsitzender und Bürgermeister von Reichertsheim Franz Stein (FWG Einigkeit Ramsau) erklärte, dass die Probleme „natürlich noch mit der Personalsituation von 2023 zusammenhängen.“ Inzwischen sei die Verwaltungsgemeinschaft aber „sauber bei den Buchungen“. Entsprechend zeigte er sich optimistisch, dass es in Zukunft zu „keinen Überraschungen“ mehr kommen werde.

Ganz erfreut zeigte sich das Gremium aber dennoch nicht über die Entwicklung. So kam zwischenzeitlich auch Kritik an der Beratungsfirma hjs-consulting auf, für die nach Meinung einiger Mitglieder teures Geld gezahlt wurde – knapp 126.000 Euro waren im Nachtragshaushalt für die Firma festgesetzt worden – und die falschen beziehungsweise fehlenden Buchungen hätte erkennen sollen. Hauck von der Finanzverwaltung beschwichtigte zwar: „Sie hatten mit Sicherheit auch nicht den genauen Einblick.“ Dennoch gab auch sie zu: „Manche Sachen sind da nicht so gut gemacht worden, wie man es Topleuten erwarten würde.“

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