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Zwei große Batteriespeicher?

Millionen-Investitionen in Gars für Erneuerbare, doch es gibt auch Skepsis

Das Luftbild zeigt die für eine Batteriespeicheranlage vorgesehene Ackerfläche bei Agg (Gemeinde Gars am Inn) rechts neben der oberen Häusergruppe, der Lageplan daneben veranschaulicht, wie die containerähnlichen Speicher im Gelände gruppiert werden sollen. Die Anlage soll nicht nur mit einem hohen Zaun, sondern auch mit einem Grüngürtel umgeben werden, in Richtung der Gebäude soll es zudem eine Lärmschutzmauer geben.
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Das Luftbild zeigt die für eine Batteriespeicheranlage vorgesehene Ackerfläche bei Agg (Gemeinde Gars am Inn) rechts neben der oberen Häusergruppe, der Lageplan daneben veranschaulicht, wie die containerähnlichen Speicher im Gelände gruppiert werden sollen. Die Anlage soll nicht nur mit einem hohen Zaun, sondern auch mit einem Grüngürtel umgeben werden, in Richtung der Gebäude soll es zudem eine Lärmschutzmauer geben.

Will die Energiewende gelingen, ist mehr Strom aus Photovoltaik, Wasser- und Windkraft notwendig. Ohne Speichermöglichkeiten wird es jedoch nichts. In Gars sind dazu gleich zwei ehrgeizige Projekte geplant. Das steckt hinter den geplanten Millionen-Investitionen. Warum sie auch Skepsis hervorrufen.

Gars am Inn – Gleich über zwei Anträge zur Bauleitplanung für die Errichtung einer größeren Batteriespeicheranlage auf einer Freifläche lagen dem Garser Gemeinderat in der aktuellen Sitzung vor – eine durchaus komplexe Materie, wie sich zeigte. In beiden Fällen wäre der Flächennutzungsplan zu ändern, ein Bebauungsplan aufzustellen und zudem ein entsprechender Vertrag zu schließen.

Ein Batteriespeicher fliegt ein (Symbolbild). In Gars wollen zwei Unternehmen ähnliche Technologien für die Netzstabilität

Gute Einbindung in Netzinfrastruktur

Die „Lagerhaus Eichinger GmbH“ möchte eine Speicheranlage bei der Innschleife in Agg unmittelbar neben dem Wasserkraftwerk errichten, die Firma „Isar Green GmbH“ gegenüber auf der anderen Innseite zwischen Stadel und Agg neben dem dortigen Umspannwerk. In beiden Fällen besteht also eine gute Einbindungsmöglichkeit in die Netzinfrastruktur. Um eine Vorstellung zum finanziellen Aufwand für eine solche Anlage zu geben: Die in der Präsentation von „Isar Green“ vorgelegten Zahlen veranschlagen für das Vorhaben, die Errichtung eines Batteriespeichers von 20 bis 40 Megawattstunden, insgesamt Kosten von an die 10 Millionen Euro bei einer Laufzeit von etwa 30 Jahren.

Der Lageplan daneben veranschaulicht, wie die containerähnlichen Speicher im Gelände gruppiert werden sollen. Die Anlage soll nicht nur mit einem hohen Zaun, sondern auch mit einem Grüngürtel umgeben werden, in Richtung der Gebäude soll es zudem eine Lärmschutzmauer geben, die mögliche Geräusche von Wechselrichtern und Klimaanlage abfangen soll. ...

Auch Skepsis im Gemeinderat

Zunächst war im Gemeinderat eine gewisse Skepsis gegenüber derartigen Vorhaben zu erkennen, zumal das geplante „Landkreiswerk Mühldorf“ derzeit Batteriespeicherprojekte noch nicht im Fokus hat. Aber die Erläuterungen durch den anwesenden Vertreter des Projekts bei Agg brachten grundsätzlich mehr Klarheit, indem der Unterschied zwischen einer „netzwirksamen“ und einer „netzneutralen“ Speicheranlage erläutert wurde.

Im Gegensatz zur Erstgenannten, die frei speichern und abgeben kann, wird bei einer „netzneutralen“ Anlage der Speicher nur in Phasen hoher Produktion, also etwa an sonnigen Tagen durch PV-Anlagen oder an windreichen durch Windräder gefüllt und dann in Zeiträumen mit Energiebedarf wieder abgegeben. Die Steuerung von Laden und Abgabe erfolgt letztlich durch den Netzbetreiber, also die Bayernwerk AG, mit der ein entsprechender Netzanschlussvertrag geschlossen werden soll.

Das Luftbild aus dem Bayernatlas zeigt die für eine Batteriespeicheranlage vorgesehene Ackerfläche bei Agg rechts neben der oberen Häusergruppe.

Anlage mit Pufferfunktion

Eine solche Anlage würde dabei helfen, durch ihre Pufferfunktion sogenannte „Redispatchmaßnahmen“, also die Zwangsabschaltung von PV- und Windkraftanlagen wegen Überproduktion, und der Gefahr einer Netzüberlastung zu vermeiden, erläuterten die Fachleute im Gemeinderat. Das wäre ein Beitrag zu einem effizienten Energiemanagement bei den „Erneuerbaren“, würde Netzausbaumaßnahmen reduzieren und die lokale Energieunabhängigkeit erhöhen.

Das leuchtete auch den Gemeinderäten ein, die dann aber noch eingehend nach den möglichen Umweltrisiken fragten. Was den Austritt von Flüssigkeiten und die Brandgefahr betrifft, wurde nachvollziehbar dargelegt, dass durch geeignete Maßnahmen hier wirksam vorgebaut wird. Nicht so plausibel erschien den Anwesenden der Hochwasserschutz für die Anlage in Agg, die unmittelbar am Inn liegen würde.

Staatliche Privilegierung erwartet

Auf dieses Problem müsste aber bei einer Bauleitplanung ohnehin eine Antwort gefunden werden. Und da aufgrund der geschilderten „netzdienlichen“ Pufferwirkung mit einer staatlichen Privilegierung solcher Anlagen zu rechnen ist, sprach sich das Gremium nicht nur einstimmig für die Errichtung einer als sinnvoll erachteten „netzneutralen“ Batteriespeicheranlage in Agg aus, sondern auch für den Weg über die Bauleitplanung. Dann bleibe der Gemeinde die Mitsprachemöglichkeit erhalten und der Betreiber könne sein Projekt weiter verfolgen, ohne auf die staatliche Privilegierung warten zu müssen.

Die Entscheidung über die Anlage in der Nähe von Stadel wurde allerdings vertagt, weil es sich zwar auch um einen „netzneutralen“ Speicher handeln soll, aber die „Netzdienlichkeit“ noch nicht nachgewiesen wurde, das heißt, man wartet, bis die entsprechenden Vereinbarungen mit den Netzbetreibern vorliegen.

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