Vorhaben in der Tegernau
Gegen Schwankungen im Stromnetz: Bekommt Wasserburg einen Batterie-Großspeicher?
Energiespeicher sind wichtige Bausteine für die Energiewende. Sie garantieren, dass das Netz nicht überlastet wird. Die Firma FBS plant einen Großbatteriespeicher in der Tegernau in Wasserburg. Das steckt hinter dem Projekt.
Wasserburg – Mittags, wenn die Sonne scheint: zu viel Energie, abends und im Winter: zu wenig: Diese Schwankungen sollen Batteriespeicher ausgleichen. Sie glätten die Kurven und fangen Spitzen ab, erklärte Tim Gruhler, Projektentwickler bei der Firma FBS, im Wasserburger Bauausschuss.
Groß-Batteriespeicher in der Tegernau: baurechtlich kein Problem
Das Unternehmen möchte im Stadtteil Tegernau einen Großbatteriespeicher errichten. Das Grundstück an der Dirnecker Straße gehört der Kirchenstiftung St. Jakob, berichtete Gruhler im Gremium. Dieses hatte lediglich zu prüfen, ob das Vorhaben hier planungsrechtlich durchführbar ist. Ist es. Die geplante Anlage liege innerhalb der Baugrenzen, die befestigten Flächen befänden sich im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Tegernau, so Bürgermeister Michael Kölbl (SPD). Das 1000 Quadratmeter große Grundstück werde über den bestehenden Schotterweg angefahren.
FBS, seit zwei Jahren erfahren in der Standortentwicklung für Großspeicher, sprach von guten Gesprächen mit der Pfarrkirchstiftung. Und warb für das Projekt: Es erfordere kaum Flächenversiegelung, erzeuge geringe Immissionen. Die Kommune könne mit planbaren Gewerbesteuereinnahmen rechnen. Mindestens 90 Prozent davon würden in Wasserburgs Stadtkasse fließen. Die Rede sei von fünf- bis sechsstelligen Beträgen.
Zusage des Bayernwerks
Das Bayernwerk habe bereits eine Zusage für eine Anschlussleistung von 6,9 Megawatt gegeben. Auf dem Grundstück würden modulare Batteriecontainer mit Wechselrichter und Transformator aufgestellt. Die Batterie-Technologie setze auf Lithium-Eisenphosphat, benötigt würden deshalb keine seltenen Erden. Die Lebensdauer des Großbatterie-Speichers schätzte Gruhler auf Anfrage von Norbert Buortesch (Bürgerforum) auf 15 bis 20 Jahre.
Der Bauausschuss befürwortete das Vorhaben aus planungsrechtlicher Sicht einstimmig.