Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Aus dem OVB-Zeitungsarchiv

„Schlimm, wenn man alles zurücklassen muss“ – Das Inn-Hochwasser 2005

Links: Überschrift zum Hochwasser im Oberbayerischen Volksblatt (OVB) vom 24. August 2005. Rechts: Das Wasser stand hoch, bis knapp unter die Brücken.
+
Links: Überschrift zum Hochwasser im Oberbayerischen Volksblatt (OVB) vom 24. August 2005. Rechts: Das Wasser stand hoch, bis knapp unter die Brücken.

Am Vormittag dachte man noch, es würde nicht so schlimm werden. Doch dann brauste die Flut den Inn hinunter. Das Geschehen vor 20 Jahren in Zeitungsberichten.

Mühldorf/Wasserburg am Inn „Bange Frage: Kommt nachts die große Flut?“, die Frage, die sich an diesem Tag wohl viele gestellt haben dürften, war am Dienstag, den 24. August 2005 die Überschrift in einem ausführlichen Bericht über den Stand der Dinge im Oberbayerischen Volksblatt (OVB). „Es schüttete wie aus Kübeln: Andauernder Starkregen ließ gestern den Pegel der heimischen Flüsse dramatisch ansteigen. Besonders kritisch war die Lage am Inn. Doch die meisten Deiche hielten – zumindest bis zum Abend. Dann musste Katastrophenalarm ausgelöst werden. Bis Redaktionsschluss stand zudem fest: Die Pegel steigen weiter. Es droht ein Jahrhundert-Hochwasser. Um 19.30 Uhr wurde vorsorglich mit der Evakuierung vieler Häuser in Hofleiten begonnen. Banges Warten auch in Wasserburg. Dort wurden die höchsten Pegelstände für 24 Uhr vorhergesagt.“

„Wir rechnen nur mit einer mittleren Hochwasser-Lage. Noch ist die Situation nirgends ausgeprägt gefährlich“, habe Paul Geisenhofer, der Chef des Rosenheimer Wasserwirtschaftsamtes, noch am Vormittag die Lage zusammengefasst. Doch dann habe es immer weiter geregnet und Tief „Norbert“ nochmal kräftig für Wassernachschub gesorgt. In Tirol sei der Inn bedrohlich angeschwollen. „Die braune Flut wälzte sich das Inntal hinab in Richtung Rosenheim und Wasserburg. Gegen 15 Uhr trat im Landratsamt der Krisenstab zusammen.“ Im Laufe des Nachmittags habe sich die Lage weiter zugespitzt. „Ängstlich blickten auch die Wasserburger auf ihren Hochwasserschutz rund um die Innschleife. Die Altstadtbrücke musste bereits gegen 15 Uhr gesperrt werden. Das Wasser rauschte nur mehr knapp einen halben Meter unter der ‚Roten Brücke‘ hindurch.“ Um 17 Uhr sei dann der Katastrophenalarm ausgelöst worden.

„Schlimm, wenn man alles zurücklassen muss“ – Das Inn-Hochwasser 2005

„Kein Auge zugemacht“, habe Hermine Grötzbach, berichtet dann Heike Duczek in ihrem Artikel am Tag darauf über die Eindrücke der 68-Jährigen aus Hofleiten, direkt am Inn. „In den 50er Jahren und 1985 haben wir schon einmal dramatische Hochwasser erlebt. Doch so schnell wie diesmal ist der Inn noch nie angestiegen.“ Gegen 19 Uhr hätten sie und ihr auf einen Rollstuhl angewiesener Ehemann deshalb erstmals in ihrem Leben am Fluss evakuiert werden müssen. „Schlimm, wenn man alles zurücklassen muss und nicht weiß, wie man sein Haus vorfindet, wenn man wieder heimkehren kann.“

Die Grafik zeigt die durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Wasserburg.

Unterdessen kam es, wie wir aus einem weiteren Bericht des OVB von jenem Tag erfahren, auch im Nachbarlandkreis Mühldorf zu Besorgnis erregenden Zuständen. „In Mühldorf wurde bereits am Dienstagabend der Katastrophenfall erklärt. Der Pegel stand gestern um 9.30 Uhr bei 7,99 Metern und damit um 33 Zentimeter höher als beim Jahrhundert-Hochwasser 1985. Zwei Stunden lang machten sich Bundesinnenminister Otto Schily und Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein vor Ort ein Bild der Lage und sicherten den Betroffenen schnelle und unbürokratische Hilfe zu. Wie in Mühldorf, so wurden auch in den Waldkraiburger Ortsteilen Au, Hausing und Niederndorf, sowie in Jettenbach Gebäude überschwemmt. Entgegen anders lautenden Rundfunkmeldungen hielt der Damm in Kraiburg den Wassermassen stand.“ Am späten Nachmittag habe sich die Lage stabilisiert.

Wunder dank angeschwemmter Madonna?

„,Das ist mein Paradies‘. Noch am Morgen vor der Flut hatte dies Markus Pöhmerer in seinem Garten direkt unter der Wasserburger Burg nachdrücklich versichert“, berichtet dann am 26. August Karl Königbauer. „Nun hat das Wort ‚Paradies‘ eine neue Bedeutung. Den Garten gibt es nämlich nicht mehr, stattdessen liegt hier ein riesiger Haufen Schwemmholz. Ganz oben auf aber fand der Wasserburger Geschäftsmann und Stadtrat eine Madonna aus Holz.“ In direkter Nachbarschaft sei die Stelle gewesen, wo in der Nacht der Damm undicht wurde. „Dass dieses Loch nicht größer wurde und letztlich doch nur ein kleiner Teil der Stadt überflutet wurde, das könnte man durchaus als ein kleines Wunder der Madonna ansehen.“.

Alle Blicke ins Zeitungsarchiv auf der Themenseite:

Alle bisher erschienen Artikel aus der jeden Samstag um 15 Uhr erscheinenden Reihe „Aus dem OVB-Zeitungsarchiv“ findet Ihr ab sofort auf dieser Themenseite. Aber auch diverse zusätzliche Artikel über spektakuläre Kriminalfälle, bekannte Persönlichkeiten der jüngeren Zeitgeschichte sowie andere bedeutende Ereignisse, nacherzählt an Hand von alten Zeitungsartikeln.

20 Jahre Hochwasser in Wasserburg: Die beeindruckendsten Bilder aus dem Jahr 2005

2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re

Seither hat sich in Sachen Hochwasserschutz in Wasserburg einiges getan, wie Anna Weinfurtner kürzlich im OVB berichtete. Der Deich wurde an verschiedenen Stellen um 50 bis 80 Zentimeter erhöht sowie 2007 und 2008 der Deich am Riedener Weg um 80 Zentimeter sowie die Mauern gegenüber vom Blaufeld, auf Höhe des Zirnwegs und beim Ziehweg um 50 Zentimeter erhöht. Zudem wurde die Schwachstelle am alten Kanal behoben. Den Menschen in der Innstadt ist das Geschehen indessen immer noch im Gedächtnis: „Es war grausig, absolut grausig“, berichtete Feuerwehrmann Thomas Rothmaier gegenüber Weinfurtner und ihrer Kollegin Sophie Huber.„Das hat gestunken, das kann man sich nicht vorstellen“, erinnerte sich auch sein Kollege Rudi Göpfert an die Aufräumarbeiten. Doch gegen Ende des Gesprächs habe er auch mit einem Augenzwinkern ergänzt: „Es gibt nichts Überflüssigeres als Hochwasser.“

Kommentare