Aschau im Chiemgau eng verbunden
„Für uns war er einfach nur der Clarin Hansl“ - Vor 20 Jahren starb die Stimme von Pumuckl
Vor 20 Jahren starb der bis heute vor allem als Stimme von „Pumuckl“ bekannte Schauspieler Hans Clarin in Aschau im Chiemgau. Wir blicken auf seine Verbundenheit zu der Gemeinde zurück.
Aschau im Chiemgau - „Der Tod von Hans Clarin hat tiefe Trauer ausgelöst. Im Rathaus von Aschau im Chiemgau, wo der beliebte Schauspieler viele Jahre gelebt hat und am Sonntag gestorben ist, liegt ein Kondolenzbuch aus“, muss das Oberbayerische Volksblatt (OVB) am 30. August 2005 berichten. Eine ganze Seite ist dem zwei Tage zuvor verstorbenen Schauspieler gewidmet. Vor zehn Tagen noch habe er für eine Folge des „Bergpfarrers“ vor der Kamera gestanden, heißt es. Er sei im Ort bekannt und beliebt gewesen. „Ganz selbstverständlich stand er im Supermarkt in der Schlange oder war in der Wirtschaft als der ‚Nachbar vom Moserhof‘ mit dabei.“ Nur Touristen seien sich manchmal über seine Identität unsicher gewesen. „Wenn sie ihn dann ansprachen, gab er ihnen sofort ein Autogramm. Die Aschauer kümmerten sich weniger darum, dass der freundliche ältere Herr ein großer Schauspieler war, sie schätzten vor allem den Menschen.“ Er war nicht der einzige prominente Einwohner der Gemeinde.
Vor 20 Jahren, am 28. August 2005, verstarb Hans Clarin in Aschau im Chiemgau. Der Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher war insbesondere als Stimme des Pumuckl in Hörspielen, Fernsehserien und Kinofilmen bekannt. Geboren wurde er am 14. September 1929 als Hans Joachim Schmid in Wilhelmshaven. Sein Künstlername „Clarin“, den er seit den 50er-Jahren trug, wurde ab 1971 sein bürgerlicher Name. Bereits 1969 sorgte er in der Region für Schlagzeilen, als er in Aschau Baronesse Margarethe Freiin von Cramer-Klett heiratete. Es war die zweite von insgesamt drei Ehen, aus denen fünf Kinder hervorgingen. „Bürgermeister Bauer vollzog die standesamtliche Trauung. (...) Im festlichen Rahmen des Trauungssaales umgab diese Eheschließung der Hauch aristokratischen Lebens und das Fluidum der großen Welt. Die unaufdringliche Eleganz der Braut — sie trug ein blaues Kostüm — betonte in besonderem Maße ihre, jugendliche Anmut.“
„Für uns war er einfach nur der Clarin Hansl“ - Vor 20 Jahren starb die Stimme von Pumuckl - Aschau im Chiemgau eng verbunden
Vor 40 Jahren dann war das OVB zu Besuch bei den Clarins, die inzwischen nach Aschau gezogen waren. „Eine drahtige, bewegliche Gestalt, lebhafte, jungenhafte Züge und die Stimme mit dem ‚Kieckser‘ - so heißt er uns in seinem schönen Haus willkommen“, heißt es in dem Bericht mit dem Titel „Der Pumuckel lebt im Chiemgau“ vom 4. August 1975. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit einer Weile als die Stimme des rothaarigen Kobolds bekannt. Durch die Hochzeit mit der Baroness habe er auch Aschau zu lieben gelernt. „Die familiäre Idylle passt zur landschaftlichen. Der Blick vom Balkon zeigt das Ahnschloss der Hausherrin, Hohenaschau. Hans Clarin erzählt, wie er die Zeiten zwischen Verpflichtungen hier genießt.“
Springen wir etwas in der Zeit nach vorne: 21 Jahre später bekam Clarin, gemeinsam mit Franz Xaver Kroetz, im Kloster Seeon den Oberbayerischen Kulturpreis überreicht. „Seit 22 Jahren kenne man den Schauspieler in Aschau als ‚bescheidenen und freundlichen Gemeindebürger‘, der mit viel Liebe und Sorgfalt seinen ‚Moserhof‘ bewirtschafte und wie jeder andere eine ganz normale Bürgerversammlung besuche“, wird die Laudatio von Aschaus Bürgermeister Kaspar Öttl in dem Bericht am 6. August 1996 wiedergegeben. „Trotz seiner knapp bemessenen Zeit habe er ihm noch nie eine repräsentative Aufgabe zugunsten Aschaus abgeschlagen, erklärte der Bürgermeister.“ Dies beispielsweise beim ersten „Pumuckl-Tag“ in der Kinderklinik Aschau, wie wir in einem Bericht vom 7. August 1998 erfahren. Rund 300 Kinder mit ihren Eltern hätten ihre helle Freude gehabt.
Zahllose Trauernde bei Beerdigung von Hans Clarin in Aschau im Chiemgau 2005
2005 dann musste die Welt Abschied von ihm nehmen. „Wie Clarins Sohn Phillip der ‚tz‘ berichtete, habe sein Vater noch einmal gebetet und sei dann sanft eingeschlafen“, heißt es in einem Bericht vom 31. August 2005. „Der 30-Jährige zeigte sich gerührt von der großen Anteilnahme. Die Gemeinde Aschau, allen voran Bürgermeister Kaspar Öttl, helfe tatkräftig, die Trauerfeier zu organisieren.“ Auch bei seiner Beerdigung fing Christiane Püttner in ihrem Artikel in der Ausgabe vom 2. September 2005 wieder Bekenntnisse zur Verbundenheit Clarins mit Aschau ein. „Für uns war er einfach nur der Clarin Hansl“, zitiert sie einen älteren Herrn, „Der Star, der berühmte Schauspieler, der war er ja nur für die Reporter!“ Zahllose Menschen hätten von ihm an diesem Tag Abschied genommen. Alleine auf dem Friedhof seien es dann über 1000 Trauernde gewesen.
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Das Andenken an ihn wird in Aschau weiter hochgehalten. „Zum fünften Todestag gedachten die Aschauer ihres Bürgers Hans Clarin, der dem Pumuckl mit seiner unverwechselbaren Stimme Leben und Charakter gegeben hatte mit einem abwechslungsreichen Abend voller Überraschungen“, konnten die OVB-Heimatzeitungen im August 2010 berichten. Die Gemeinde Aschau hatte in Würdigung seiner Verdienste für den Ort und seine Bevölkerung 2006 den Bahnhofsplatz zum Hans-Clarin-Platz umbenannt. „Alle Besucher und darüber hinaus alle Aschauer und Chiemgauer waren entzückt darüber, dass es dem Pumuckl gelungen war - in Zusammenarbeit mit der Firma ARRI - das Aschauer Schloss bis in die späte Nacht in Pumuckelrote Farbe zu tauchen.“

