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Jahrhunderthochwasser 2005

Nach dem Hochwasser 2005: Diese Maßnahmen schützen Wasserburgs Altstadt

Seit 2005 hat sich in Wasserburg in Sachen Hochwasserschutz einiges getan.
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Seit 2005 hat sich in Wasserburg in Sachen Hochwasserschutz einiges getan.

Vor 20 Jahren entging Wasserburg gerade so einer Katastrophe. Der Inn drohte die Altstadt zu fluten. Seit diesem Ereignis hat sich in Sachen Hochwasserschutz viel getan.

Wasserburg am Inn – Am 23. August 2005 ist Wasserburg nur knapp einer Vollkatastrophe entkommen. Durch Starkregen schwoll der Inn auf 7,19 Meter an – so hoch wie nie zuvor. Der in den 80er Jahren errichtete Deich war für eine Höhe von 7,25 Meter ausgelegt. Sechs Zentimeter haben die Stadt damals vor Wasser, Schlick und Sand gerettet. Der größte Teil der Altstadt blieb verschont, jedoch nicht alles, denn ein 100 Jahre alter Kanal im westlichen Teil platzte. Hier lief die Altstadt voll.

Hochwasserschutz in Wasserburg ausgebaut

Seither hat sich in Sachen Hochwasserschutz in Wasserburg einiges getan. Der Deich wurde an verschiedenen Stellen um 50 bis 80 Zentimeter erhöht, teilt das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim mit. In den Jahren 2007 und 2008 wurde zum einen der Deich am Riedener Weg um 80 Zentimeter sowie die Mauern gegenüber vom Blaufeld, auf Höhe des Zirnwegs und beim Ziehweg um 50 Zentimeter erhöht, so die Behörde. Zudem sei die Schwachstelle am alten Kanal behoben worden.

Die Grafik zeigt die durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Wasserburg.

Gekostet habe der zusätzliche Hochwasserschutz damals rund 850.000 Euro. „Die Deiche und Mauern sind so gebaut, dass sie die Stadt vor einem Hochwasser schützen, das statistisch etwa alle 100 Jahre vorkommt“, heißt es vom Wasserwirtschaftsamt. Die Ausbauhöhe liege bei einem Pegelstand von etwa 760 Zentimeter. „Damit hat die Stadt einen soliden Hochwasserschutz. Dennoch, es können auch größere Hochwasserereignisse auftreten“, erklärt die Behörde.

Neben dem Deich spielt bei Hochwasser in Wasserburg auch das Schöpfwerk am Riedener Weg eine bedeutende Rolle. Zum einen pumpen die Geräte das Abwasser der Stadt quer durch den Inn zur Kläranlage in der Odelshamer Au. Zum anderen pressen die vier Pumpen bei Hochwasser das Regenwasser aus den Kanälen der Altstadt in den Fluss, erklärt Wasserburgs Klärmeister Günter Grasberger. „Jede Pumpe hat eine Leistung von 110 Kilowatt und kann 1000 Liter Wasser pro Sekunde weiterbefördern.“ Die Geräte im Schöpfwerk beginnen bereits ab einem Pegel von drei Metern zu arbeiten, da ansonsten der Inn in die Leitungen hineindrücken und somit das Wasser in die Altstadt fließen würde, sagt Grasberger.

2005 quoll der Inn auf 7,19 Meter an – so hoch wie nie zuvor.

Zudem befinde sich im Hochwasser-Deich eine Drainage einmal um die Schleife der Altstadt. „Am Anfang an der Roten Brücke hat sie noch einen Durchmesser von 300 Millimeter. Angekommen beim Schöpfwerk hat die Drainage einen Meter Durchmesser“, erläutert Grasberger. Das sich in der Drainage sammelnde Wasser muss im Schöpfwerk in den Inn hinausgepumpt werden.

Bei Hochwasser in Wasserburg wird der Deich beobachtet.

Teschnische Neuerungen

Ein Schöpfwerk besitzt Wasserburg seit 1971. Beim Jahrhunderthochwasser im Jahr 2005 stieß das Bauwerk an seine Grenzen und es wurde technisch erneuert. 2007/2008 beschloss der Stadtrat außerdem, ein neues Schöpfwerk mit besserer Pumptechnik zu bauen. Bis es so weit war, dauerte es jedoch 12 Jahre. Ende 2019 folgte der Spatenstich für ein neues Schöpfwerk, das direkt neben dem alten entstehen sollte. Ende 2020 ging das neue Werk in Betrieb.

Dauer-Regen in der Region: So ist die Lage in Wasserburg - mit Vorher-/Nachher-Bildern

So sah der Inn in Wasserburg vor und am Dauerregen-Wochenende aus
Dauer-Regen in Wasserburg: Links das Bild vom Dienstag (10. September), rechts das Bild vom Samstag (14. September). © Weinfurtner/Rieger
So sah der Inn in Wasserburg vor und am Dauerregen-Wochenende aus
Dauer-Regen in Wasserburg: Links das Bild vom Dienstag (10. September), rechts das Bild vom Samstag (14. September). © Weinfurtner/Rieger
So sah der Inn in Wasserburg vor und am Dauerregen-Wochenende aus
Dauer-Regen in Wasserburg: Links das Bild vom Dienstag (10. September), rechts das Bild vom Samstag (14. September). © Weinfurtner/Rieger
So sah der Inn in Wasserburg vor und am Dauerregen-Wochenende aus
Dauer-Regen in Wasserburg: Links das Bild vom Dienstag (10. September), rechts das Bild vom Samstag (14. September). © Weinfurtner/Rieger
So sah der Inn in Wasserburg vor und am Dauerregen-Wochenende aus
Dauer-Regen in Wasserburg: Links das Bild vom Dienstag (10. September), rechts das Bild vom Samstag (14. September). © Weinfurtner/Rieger

In den vergangenen 20 Jahren hat sich Wasserburg immer mehr gegen kommende Hochwasser gewappnet. Die Stadt besitzt zudem einen detaillierten Hochwassermeldeplan. Auf ihrer Website informiert die Kommune darüber, wie sich Bürgerinnen und Bürger bei Hochwasser verhalten sollten.

20 Jahre Hochwasser in Wasserburg: Die beeindruckendsten Bilder aus dem Jahr 2005

2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
2005 gab es in Wasserburg ein Jahrhundert-Hochwasser © re
2005 kam es in Wasserburg am Inn zu einem Jahrhunderthochwasser.
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Der Klimawandel verändert jedoch das Wetter und Starkregenereignisse sollen immer häufiger vorkommen. Was kann sich in Zukunft in Sachen Hochwasserschutz noch tun? 2024 kam eine Studie des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zu dem Ergebnis, dass ein Flutpolder in Feldkirchen, einem Bereich zwischen Rott und Vogtareuth, ein Hochwasser am Inn weiter flussabwärts verhindern könnte.

Die „Innstudie“ wurde nach dem Hochwasser im Jahr 2013 in Auftrag gegeben und von den Technischen Universitäten in München und Wien sowie der Universität Kassel bearbeitet. Würde das betroffene Gebiet in Feldkirchen geflutet, würde ein halber Meter weniger Wasser in Wasserburg und ein viertel Meter weniger in Passau ankommen, erklärte Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl im Mai.

So sieht die erste Idee des möglichen Flutpolders in Feldkirchen aus.

Genauere Pläne zur Umsetzung der Studienergebnisse gibt es bisher jedoch nicht. Ob und wann ein Flutpolder in Feldkirchen kommt, ist noch völlig offen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt verwies darauf, dass es sich bei den Untersuchungen lediglich um eine Potenzial-Studie handle – und nicht um eine konkrete Planung.

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