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Wie geht‘s weiter mit dem Uni?

„Kein florierendes Nachtleben“ - Wasserburgs Stadtmanager warnt vor Disco-Aus und Rentner-Stadt

Wasserburger Stadtmanager über Nachtleben und mögliches Disco-Aus
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Mit Einbruch der Nacht legt sich auch das Nachtleben in Wasserburg schlafen? Stadtmanager Simon Arnold findet deutliche Worte für die derzeitige Lage - und plädiert für den Erhalt einer Disco in der Innstadt.

Beinahe jährlich grüßt das Murmeltier: Die Disco Universum sucht einen neuen Pächter. Stadtmanager Simon Arnold hält es für essentiell, dass es in der Innstadt weiter Furtgeh-Möglichkeiten für junge Leute gibt. Und doch stellt sich die Frage: Wie steht es wirklich um das Wasserburger Nachtleben?

Wasserburg am Inn - Konkrete Worte findet der Stadtmanager, als wir ihn mit der Nachricht der erneuten Pächter-Suche für die Disco Universum konfrontieren: „Wollen wir den jungen Leuten langfristig Zukunftsperspektiven bieten, ist ein lebendiges Nachtleben unerlässlich. Dazu gehört, eine Disco anzubieten.“

Doch da liegt der Hund auch schon begraben: „Wir sind aktuell an einem Punkt, an dem wir kein florierendes Nachtleben haben - so ehrlich muss man sein.“ Arnold selbst sei eigener Aussage zufolge „schon sehr lange am Grübeln“, wie das ganze Thema angegangen werden könnte. Bisher erfolglos: „Ich glaube, die perfekte Allerweltslösung gibt es nicht.“

Nachtleben-Ruf verloren

Die Sperrzeit ist bereits verkürzt worden, leider sei der Mehrwert für das Nachtleben in den darauffolgenden Jahren eher mau gewesen. „Es ist nach wie vor ein Kampf in Wasserburg, weil wir schon länger den Ruf als Nachtleben-Stadt verloren haben. Das müssten wir uns erst wieder erarbeiten.“

Der Stadtmanager weiß aber auch: „Wenn wir eine Kommune sein wollen, die nicht an Überalterung stirbt, dürfen wir jungen Menschen nicht nur Berufseinstiege und Ausbildungsplätze als Chance hierzubleiben ermöglichen. Meiner Meinung nach ist es unabdingbar, auch ein aktives Nachtleben zu gestalten.“

Dabei sei allerdings die Kehrseite nicht zu vergessen: „Ein aktives Nachtleben geht natürlich grundsätzlich auch einher mit Lärmbelästigung, durch die sich Anwohner gestört fühlen können, sowie einer zunehmenden Vermüllung der Straßen. Es ist immer ein zweischneidiges Schwert.“

Es brauche allerdings unbedingt die Rückendeckung der Gesellschaft und Verständnis seitens der Altstadtbewohner und Anrainer, sagt Arnold und zitiert dabei Stadträtin Edith Stürmlinger, die es seiner Meinung nach auf den Punkt gebracht habe: „Es braucht vier M‘s: Man muss Menschen mögen - sonst tut man sich schwer.“

Konkurrenz Vereinsfestl

Andererseits - und das müsse man sich auch eingestehen - werde die Stadt Wasserburg mit ihren 12.500 Einwohnern nie das Nachtleben-Ausmaß einer Großstadt wie München erreichen: „Wir meckern hier auf hohem Niveau.“

Obwohl alteingesessene Locations wie der Stechl Keller am Marienplatz, das Central in der Herrengasse oder der Rote Turm in der Hofstatt nicht nur von Stammkundschaft besucht werden, nennt Arnold einen wichtigen Gesichtspunkt: „Gerade seit der Corona-Pandemie haben sich viele Feierlichkeiten ins Private verlegt - Stichwort Bauwagen.“

Und auch umliegende Gemeinden feiern eifrig: Runde Geburtstage, Feuerwehr-Bestehen, Trachtenfeste oder Burschenverein-Jubiläen bestimmen häufig den Veranstaltungskalender der jungen Leute.

„Es ist ein Wahnsinn, was die Vereine hier mit einem organisatorischen Aufwand auf die Beine stellen und tausende Besucher anlocken. Das ist auch richtig so, sie sollen feiern. Doch das kommt natürlich dem Nachtleben in der Stadt nicht gerade zugute, wenn in einer Zeltdisco auf dem Land ohne direkt angrenzende Nachbarschaft ebenfalls gefeiert werden kann“, wirft der Stadtmanager in den Raum.

Kulturstätte statt reiner Disco?

Nichtsdestotrotz ist Arnold der Ansicht, dass für das Uni möglicherweise ein neues Konzept vonnöten ist, damit wieder Schwung in die Disco kommt: „Vielleicht braucht‘s tatsächlich etwas noch nie dagewesenes - abseits einer klassischen Disco. Ohne mich da festnageln zu lassen, aber ich denke da beispielsweise in Richtung Kulturstätte mit Bühne und Veranstaltungen. Fakt ist: Die Badriahalle zu groß, der Gimpelkeller zu klein. Dazwischen gibt es nicht viel. Die Größe des Unis würde genau in diese Raster passen.“

Mutmaßungen ohne bislang konkrete Grundlagen. Denn noch ist alles offen - und auch Eigentümer Hans Enzinger möchte dem Universum definitiv eine finale Chance geben.

Der Stadt selbst seien in puncto Disco-Unterstützung die Hände gebunden: „Unsere Einflussmöglichkeiten sind begrenzt. Sollten Interessenten auf mich zukommen, würde ich freilich weiterleiten und vermittelnd tätig werden. Private Einzelunternehmen unterstützen aber darf die Kommune nicht.“

Arnold bekennt abschließend offen Flagge: „Ich halte es für wichtig, eine Diskothek in der Stadt aufrechtzuerhalten und fände es wahnsinnig schade, wenn die Ära Uni in Wasserburg vorbei wäre.“ (mb)

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