Behindertenbeirat zum Klinikum Wasserburg
„Klinikbus große Erleichterung“: Was Inn-Salzach-Klinikum und Romed sonst noch für die Barrierefreiheit tun
Das neue Großklinikum in Wasserburg hat am Haupteingang keine Bushaltestelle. Das gilt als Makel. Dieser ist mittlerweile jedoch ausgebügelt: Es gibt einen Shuttle-Bus für all jene, die nicht so gut laufen können. Was sonst noch für die Barrierefreiheit getan wird.
Wasserburg – Mittlerweile kennen ihn viele, die öfter im gemeinsamen Neubau von kbo-Inn-Salzach-Klinikum (ISK) und Romed Wasserburg Termine haben oder Angehörige und Freunde besuchen: Der Klinikbus gehört zum Bild des Parkgeländes in Gabersee. Die Fahrer pendeln wochentags zwischen 9 und 16.30 Uhr halbstündig (Pause von 12 bis 13 Uhr) zwischen den Bushaltestellen am Kreisverkehr, dem Besucherparkplatz und Haupteingang hin und her. Kostenlos.
Auch zwischendurch kann der Fahrer angerufen werden. „Das ist eine große Erleichterung für alle Menschen, die nicht mehr so mobil sind“, freuen sich Ethel D. Kafka, Doreen Bogram und Ingo Hesse vom Behindertenbeirat der Stadt Wasserburg. Dieser hatte schon bei der Planung, während der Baumaßnahmen und nach der Eröffnung des Klinikums, zuletzt in einem Brandbrief, darauf hingewiesen, dass angesichts der fehlenden Haltestelle vor dem Haupteingang eine Lösung dieser Art kommen muss. Im vergangenen Sommer wurde sie wie versprochen umgesetzt, gemeinsam von ISK und Romed.
Weitertransport, wenn der Parkplatz voll ist
Für Bogram nicht nur ein Angebot für all jene, die mit dem am Kreisel statt vor dem Haupteingang haltenden Bus kommen, sondern auch für Autofahrer, die auf dem zentralen Parkplatz ihren Wagen abstellen, sich aufgrund ihres Alters, einer eingeschränkten Gehfähigkeit oder Erkrankung den relativ weiten Weg bis zum Klinikeingang nicht zutrauen.
Fest stehe außerdem: Der Parkplatz sei oft überfüllt, so Kafka. Es sei wichtig, auch deswegen die Werbetrommel für den Shuttle zu rühren. Es lohne sich, Stadtbus zu fahren und dann für den weiteren Transport in den Klinikbus umzusteigen. Die Chauffeure gelten als sehr hilfsbereit. Wenn ein Rollstuhlfahrer einen Transport benötige, würden sie sogar ein passendes Fahrzeug hinzurufen. „Die fahren mit großem Engagement, sind nett und nehmen ihre Aufgabe sehr engagiert wahr“, würdigt Kafka den Einsatz.
„Wir sind auf einem guten Weg“, freut sich auch Hesse darüber, dass der Bus zur Barrierefreiheit des Geländes beiträgt. Hier tut sich einiges, freuen sich die Beiratsmitglieder. Die Beschilderung auf dem Gelände sei verbessert worden. Im Foyer am Haupteingang seien mobile Induktionsschleifen für Hörgeräte angebracht worden, die Hörbehinderte die Orientierung erleichtern würden, außerdem gebe es Hilfsmittel, für Blinde ein Leitsystem.
Weitere Maßnahmen geplant
„Wir werden unsere Bemühungen um die Barrierefreiheit weiter fortführen“, verspricht ISK-Geschäftsführer Dr. Karsten Jens Adamski. Der Klinikbus, der sich einer steigenden Beliebtheit erfreue, bei noch mobilen Besuchern auch bei schlechtem Wetter, sei einer von vielen Beispielen. Dazu gehöre außerdem das Leitsystem für Blinde und Sehgeschädigte, für das jetzt noch die Fräsung auf dem Wendehammer Richtung Eingang gemacht werde. Zusätzlich werde die Beschilderung zur Orientierung auf dem großen parkähnlichen Gelände deutlich verbessert. „Bald können wir auch diesen Punkt auf der Maßnahmenliste abhaken“, verspricht Adamski.
So funktioniert der Klinikbus
Der gemeinsame Klinikbus von kbo-Inn-Salzach-Klinikum und Romed Klinik Wasserburg verbindet im 30-Minuten-Takt Haltestellen am Kreisel und auf dem Gelände in Gabersee mit dem Neubau. Zusätzliche gibt es einen Anrufservice: Wer nur eingeschränkt mobil ist oder Hilfe beim Transport zum Klinikum benötigt, erreicht die Fahrer unter der Telefonnummer 08071 71-123. Der Fahrdienst ist montags bis freitags von 9 bis 12 und von 13 bis 16.30 Uhr unterwegs.
- 0 Kommentare
- Weitere
