Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Umverteilung hat begonnen

Nach Auszug der Flüchtlinge: Wird in der Raublinger Turnhalle ab September wieder Sport gemacht?

Fallen am Inntal-Gymnasium in Raubling die Schutzzäune bald wieder? Die geflüchteten Menschen, die derzeit noch in der Sporthalle leben, sollen aufs Gut Spreng in Riedering und die neue Asylunterkunft in Stephanskirchen umziehen.
+
Fallen am Inntal-Gymnasium in Raubling die Schutzzäune bald wieder? Die geflüchteten Menschen, die derzeit noch in der Sporthalle leben, sollen in die ehemalige Hacketal-Klinik in Riedering und die neue Asylunterkunft im Gewerbegebiet Stephanskirchen umziehen.

Die Sporthalle des Raublinger Inntal-Gymnasiums soll im neuen Schuljahr wieder für den Schulsport zur Verfügung stehen. Das ist das Ziel des Landratsamtes Rosenheim. Doch der Weg dorthin ist mit Klagen gepflastert.

Raubling – Kurzzeitig keimte in Raubling ein Fünkchen Hoffnung auf, doch es war genauso schnell wieder erloschen. Nachdem das Verwaltungsgericht den Eilantrag gegen die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Rott abgelehnt hatte, informierte das Landratsamt Rosenheim darüber, dass mit der Flüchtlingsunterkunft in Rott die Turnhallen-Unterbringung in Bruckmühl und Raubling beendet werden solle. „Unser oberstes Ziel ist, dass die Schulturnhallen im neuen Schuljahr wieder für den Schulsport zur Verfügung stehen“, hieß es seitens des Landratsamts.

Doch nach genauer Nachfrage wird klar, dass „im neuen Schuljahr“ nicht automatisch im September 2025 heißt: „Ob die Schulturnhalle in Raubling bereits zum Schuljahresbeginn frei sein wird, hängt ganz entscheidend vom Ausgang der noch anhängenden Klagen in Stephanskirchen und Riedering ab.“

Seit mehr als zwei Jahren zweckentfremdet

Seit mehr als zwei Jahren wird die Dreifach-Sporthalle des Inntal-Gymnasiums als Erstanlaufstelle für Flüchtlinge zweckentfremdet. 318 Plätze sind vorhanden. Nach Auskunft des Landratsamtes leben dort derzeit noch 95 geflüchtete Menschen. Nach wenigen Monaten werden sie in sogenannte Anschlusseinrichtungen verlegt. Die entstehen gerade in Stephanskirchen und Riedering mit einer Gesamtkapazität von 250 Personen.

In Stephanskirchen sollen 101 Geflüchtete in einer Asylunterkunft an der Hofmühlstraße einziehen. Dafür wurde eine alte Lagerhalle im Gewerbegebiet im Ortsteil Murnau umgebaut. Dagegen setzt sich die Gemeinde seit Juli 2024 zur Wehr. Erst wurde gegen die Nutzungsänderung beim Verwaltungsgericht München geklagt. Dann wurde per Eilantrag eine aufschiebende Wirkung erzielt. Gebaut wurde trotzdem. Seit Mai mit neuer Baugenehmigung. Mit 18:5 Stimmen sprach sich der Stephanskirchener Gemeinderat nun dafür aus, erneut Klage einzureichen und einen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zu stellen.

Der Rechtsstreit ist also noch nicht abgeschlossen. In Riedering ist er das auch nicht. Nach der Klage gegen die Baugenehmigung für zwei dreistöckige Wohncontainerblöcke mit insgesamt 112 Plätzen beantragte die Gemeinde per Eilantrag beim Verwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung der Klage. Der Eilantrag wurde abgelehnt. Dagegen legte die Gemeinde Beschwerde ein. Trotzdem ziehen die Flüchtlinge bereits auf Gut Spreng ein. Sie werden aus der Turnhalle Bruckmühl dorthin umverteilt.

Zurück nach Raubling. Die frohe Botschaft, dass die Sporthalle bald wieder für den Sport zur Verfügung steht, hat die Gemeindeverwaltung noch nicht erreicht. Doch die wartet auf die Tatsachen, denn es sei schon mehrfach versprochen worden, dass die Turnhalle frei werde. Nach der Nutzung als Flüchtlingsunterkunft sind erfahrungsgemäß umfangreiche Sanierungen erforderlich. Auch deren Start, so erklärt das Landratsamt, hänge von der Verfügbarkeit passender Anschlussunterkünfte für die geflüchteten Menschen ab. Der Umfang der erforderlichen Sanierungsarbeiten müsse noch geprüft werden. Aber auch eine detaillierte Begutachtung könne erst nach Beendigung der Unterbringung erfolgen.

Es wird also noch dauern. Das Gymnasium muss weiter mit Übergangslösungen auskommen: „Wir gehen nicht davon aus, dass der Sportunterricht ab September in unserer Turnhalle stattfinden kann“, erklärt Schulleiter Anton Seitz. „Durch die aktuell und auch im kommenden Schuljahr zur Verfügung stehenden Sportstätten können wir den in der Stundentafel vorgesehenen Sportunterricht grundsätzlich abdecken, auch wenn wir durch den Bustransfer große Zeitverluste und Unannehmlichkeiten hinnehmen müssen.“ Für den Beginn des kommenden Schuljahres plane das Gymnasium mit den derzeit verfügbaren Sportstätten. Und das sind neben den Außenanlagen im Frühjahr und Sommer unter anderem die Sporthalle der Michael-Ende-Schule und die Gemeindehalle in Raubling sowie die Schwimmhalle Kiefersfelden.

Kommentare