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Eiskeller-Prozess um verstorbene Studentin

Statement der Eltern von Hanna (†23): Rückzug aus Prozess – Verteidigung mit Erklärung

Prozess um den Tod von Hanna W. (kleines Foto): Nebenkläger-Anwalt Walter Holderle und Hannas Vater Andreas
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Beim Auftakt des "neuen“ Prozesses um den Tod von Hanna (kleines Foto): Nebenkläger-Anwalt Walter Holderle und Hannas Vater Andreas.

Aschau im Chiemgau - Der Prozess um die verstorbene Studentin Hanna aus Aschau ist in der vergangenen Woche am Amtsgericht Laufen erneut gestartet. Die Eltern von Hanna haben sich über ihren Anwalt zu Wort gemeldet. Ebenso hat nun auch die Verteidigung ein Statement abgegeben.

Presseerklärung der Verteidigung von Sebastian T. :

Am Freitag gab der Rechtsanwalt Walter Holderle bekannt, dass sich die Eltern der verstorbenen Hanna nicht mehr als Nebenkläger am Prozess beteiligen. Jetzt hat die Verteidigung, bestehend aus Regina Rick und Dr. Yves Georg, ein Statement veröffentlicht. Die Presseerklärung im Wortlaut:

Die Presseerklärung des Nebenklägervertreters ist indiskutabel. Würde er wirklich glauben, der Kammer sei nicht an einer umfassenden Aufklärung gelegen, wäre der prozessual richtige Weg ein Befangenheitsantrag – den er aber wohlweislich nicht stellt.

Stattdessen wendet er sich mit abseitigen Anschuldigungen an die Medien. Damit verletzt er auch seine Pflicht seinen Mandanten gegenüber: Dass Eltern schwer darunter leiden, wenn bei der Aufklärung des Todes ihrer Tochter mit harten Bandagen um das Recht gekämpft wird, können wir verstehen. Es wäre aber die Aufgabe des Nebenklägervertreters gewesen, seinen Mandanten zu erklären, dass und weshalb ein Strafprozess so abläuft und was die Aufgabe der Verteidigung ist.

Unsere Kritik an Polizei, Staatsanwaltschaft und der früheren Kammer ist gerechtfertigt. Gerade der gestrige Prozesstag hat gezeigt, dass die Polizei weiterhin hinter dem Rücken der Verteidigung – und sogar des Gerichts und der Staatsanwaltschaft– agiert.

Noch entlegener ist der Vorwurf, die Strafkammer habe die Verhandlungsführung der Verteidigung überlassen. Die Vorsitzende führt die Verhandlung souverän, die gesamte Kammer zeigt einen ausgeprägten Willen zur Sachaufklärung. (Pressemeldung Verteidigung)

Presseerklärung des Rechtsanwaltes Walter Holderle:

Der Rechtsanwalt von den Eltern der verstorbenen Hanna hat sich mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. Er gibt eine Erklärung der Eltern der verstorbenen Studentin weiter. Die Mitteilung des Rechtsanwalts Walter Holderle folgt im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren Vertreter der Medien, namens und im Auftrag der von mir vertretenen Eheleute Andreas und Rosalie Wörndl teile ich Ihnen mit:  

Ich habe dem Landgericht Traunstein soeben schriftsätzlich mitgeteilt, dass sich meine Mandanten mit sofortiger Wirkung dem Verfahren nicht mehr als Nebenkläger anschließen

Meine Mandanten leiden unter dem Verlust ihrer, von ihnen über alles geliebten Tochter Hanna sehr schwer. Sie hatten sich dem Strafverfahren als Nebenkläger angeschlossen, um Aufklärung über die Umstände des Todes ihrer Tochter Hanna zu erhalten. 

Seit der Neuauflage des Verfahrens vor der nunmehr zuständigen Strafkammer des Landgerichts Traunstein mussten sie schmerzlich erfahren, dass ihre Tochter Hanna, als vormals existierende „Person bzw. Persönlichkeit“ für diese Strafkammer überhaupt keine Rolle mehr spielt.  

Hinzu kommt, dass die Verfahrens- und Verhandlungsführung der nun mehr zuständigen Strafkammer zwischenzeitlich einen Zustand erreicht hat, der für die Eltern von Hanna die weitere Teilnahme an diesem Verfahren nicht mehr ertragbar macht. Die Strafkammer hat die Verhandlungsführung nahezu vollständig der Verteidigung überlassen. Die Verteidigung nutzt diesen Umstand nicht nur zu einer unerträglichen Selbstdarstellungsinszenierung, sondern lässt auch keine Gelegenheit aus Polizei, Staatsanwaltschaft sowie die vormals entscheidende Strafkammer zu diskreditieren. 

Ein so geführtes Strafverfahren wird nicht die dringend erforderliche und von meinen Mandanten erwartete Sachaufklärung herbeiführen. Für die Eltern von Hanna gibt es deshalb keinen Grund mehr, als Beteiligte in einem solchen Verfahren mitzuwirken. (Pressemeldung Rechtsanwalt Holderle)

Anmerkung der Redaktion: In einem gesonderten Artikel am Samstagmorgen wird es ein exklusives Video-Interview mit dem Vater von Hanna W. geben. (ci)

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