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Gerüchteküche brodelt

„Relikt der Vergangenheit“: Heim in Schonstett macht Caritas zu schaffen – Droht die Schließung?

Das Caritas-Heim in Schonstett wird geschlossen.
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Das Caritas-Heim in Schonstett: Immer wieder gibt es Gerüchte um eine Schließung.

Die Gerüchteküche brodelt in Schonstett schon lange: Immer wieder ist vom möglichen Aus für das Caritas-Heim für Menschen mit Behinderung die Rede. Droht wirklich die Schließung? Nun äußert sich der Sozialverband exklusiv.

Schonstett – Ganz idyllisch liegt es im Herzen von Schonstett: das Caritas-Heim. Es ist das Zuhause von 42 Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Doch damit könnte bald Schluss sein. Wie die OVB Heimatzeitungen exklusiv erfahren haben, prüft der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. als Träger, ob er den Standort halten oder die Einrichtung woanders fortführen wird. Die Überlegung hat zwei Gründe, einen wirtschaftlichen und einen konzeptionellen, teilt der Verband mit.

Erhalt fordert viel Geld

Birgit Weiß, Geschäftsführerin des Caritas-Bereichs „Teilhabe und Inklusion“, bestätigt gegenüber den OVB Heimatzeitungen auf Nachfrage: „So idyllisch das Wohnen auf einem Areal aus dem 15. Jahrhundert zunächst scheint: An unserem Standort Schonstett können wir Teilhabe und Inklusion, wie wir sie im Jahr 2025 verstehen, im Moment nicht verwirklichen.“ Sehr bedauerlich sei dies, weil der Erhalt des Gebäudes und des Grundstücks viel Geld erfordere, ohne dass daraus dann zukunftsfähige Verbesserungen für die dort lebenden Menschen entstünden. 

Das Caritas-Areal in Schonstett besteht aus mehreren Gebäuden, einem denkmalgeschützten Wasserschloss und einer großen Freifläche mit Park. Erst im Juli 2024 war der Park in die Schlagzeilen geraten. Vergangenes Jahr hatte die Caritas entschieden, das Naherholungsgebiet wegen Baumbruchs zu sperren. Für viele Bürger ein absolutes Unding. Es kam zu Randale und Sachbeschädigung. Mittlerweile ist der Park wieder für jedermann zugänglich.

Vier Millionen Euro an Investitionen

Doch wie es mit den Gebäuden weitergeht, ist aktuell offen. Denn allein für die notwendigsten Instandhaltungskosten im Haupthaus, in dem die Menschen mit Behinderung leben, wie Brandschutz, Böden, Wände, Decken, Elektroinstallationen, Bäder und Küche hat der Caritasverband laut eigenen Angaben seit 2013 fast vier Millionen Euro investiert. 2025 stünden dort nun erneut sehr teure Sanierungsmaßnahmen an: Fenster, Balkone, Böden, Wände, Wasserleitungen und vor allem das Dach im Anbau des Haupthauses müssen gemacht werden. Hier kämen ein größerer, sechsstelliger Betrag an Kosten auf die Caritas zu.

Birgit Weiß sagt: „Es sind einfach sehr alte Gebäude. Kaum sind wir an einer Stelle fertig, da sind woanders schon wieder Arbeiten fällig. Hier ist leider kein Ende in Sicht.“   Das wird beim Rundgang durch das Haus deutlich sichtbar. In besagtem Anbau im Erdgeschoss befindet sich zum Beispiel ein Physio- und ein Hallenbad, beides ist aufgrund von Wassereinbruch durchs Dach nicht mehr benutzbar. Es riecht streng nach Chlor, an den Fenstern ist zum Teil deutlich Schimmel zu sehen. In einem Fensterschacht wachsen sogar schon „Schwammerl“. Im Haupthaus stehen die meisten Balkonzimmer, die mit Blick auf den Schlosspark, leer. Wenn es regne, staue sich auf den Balkonen das Wasser, die Abflüsse seien defekt, so die Caritas. Dadurch dringe über die Außenwand, die an dieser Stelle nur eine dünne Holzwand ist, Wasser ein.

Relikt der Vergangenheit

Der zweite Grund für die Überlegungen des Verbands wird über das „Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen“ vorgegeben. „Wir wollen und sollen Teilhabe und Inklusion verwirklichen. Unser Caritas-Haus Schonstett ist in dieser Hinsicht leider ein Relikt der Vergangenheit. Das Gebäude stammt konzeptionell eher aus einer Zeit der Exklusion. In dieser Zeit wurden Menschen mit Behinderungen an Orten untergebracht, an denen sie gut aufgehoben und gut versorgt waren, an denen sie aber auch vorwiegend unter sich geblieben sind“, sagt Birgit Weiß.

Und auch der Ort Schonstett habe strukturelle Nachteile, beispielsweise die öffentliche Anbindung. Dem Caritasverband ist bewusst, dass eine mögliche Entscheidung gegen den Standort Schonstett ein Schock für Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Mitarbeitenden werden wird. Einige leben oder arbeiten seit mehreren Jahrzehnten am Standort. Sie fühlen sich im Ort wohl, gut aufgenommen und voll akzeptiert. Derzeit werden die Bewohner und das Personal – rund 60 Mitarbeitende arbeiten dort – vom Träger über den Vorgang informiert. Die Entscheidungsfindung wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Erst vergangenes Jahr musste die Caritas ein Heim in Wasserburg schließen. Im Oktober 2024 sind die letzten Bewohner der Senioreneinrichtung St. Konrad in den „Sonnengarten“ nach Edling umgezogen.

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