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„Muss man nicht verstehen“

Große Diskussion um Murnbrücke in Griesstätt: Wie geht es weiter mit dem Bauwerk?

Die Murnbrücke in Griesstätt muss saniert werden. Das stellt die Gemeinde vor große Herausforderungen.
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Die Murnbrücke in Griesstätt muss saniert werden. Das stellt die Gemeinde vor große Herausforderungen.

Die Sanierung der Murnbrücke in Griesstätt beschäftigt Bürger und Gemeinderat. Ursprünglich sollte sie ab Juni nicht mehr befahrbar sein. So ist Stand der Dinge – so geht es weiter.

Griesstätt – Gute Nachrichten für alle Radler und Spaziergänger konnte Bürgermeister Robert Aßmus in der jüngsten Gemeinderatssitzung bezüglich der Murnbrücke in Untermühle bekannt geben. Verhandlungen mit dem THW hatten im Vorfeld ergeben, dass die Bailey-Brücke zunächst noch bei höheren Mietkosten ein weiteres Jahr den Bach und das Wehr freitragend überspannen wird. Zudem wurde mit einer Gegenstimme am Ende der Beratungen beschlossen, eine neue Brücke zu bauen. Über deren Größe, Belastbarkeit und Machbarkeit wurde lebhaft diskutiert.

Bereits der Bauausschuss war im Vorfeld der Sitzung mit der Zukunft des beliebten Radwegs zwischen Griesstätt und Vogtareuth befasst gewesen. Hier hatte Michael Kaiser (GfuG) bei einer Ortsbesichtigung bezüglich der Wiederverwendung des alten Unterbaus schon festgestellt, dass die erfolgten Sanierungsarbeiten am in Privatbesitz befindlichen Wehr nur als „Betonkosmetik“ bezeichnet werden könnten. Diese Ansicht vertrat er dann auch in der Gemeinderatssitzung. Der vorhandene Betonkern sei nicht saniert worden, denn die Hohlräume beim Auslauf wurden zwar verfüllt, aber seien nicht ganz geschlossen worden. Deshalb würde es keinen Sinn machen, die bestehende Brücke, die auf den Wehrfundamenten aufliegt, wieder instand zu setzen.

Nicht umfassend geprüft

Dieser Ansicht konnte sich Martin Hofmeister (Grüne) nicht anschließen. Er bemängelte, dass die gesamte Anlage nicht umfassend geprüft wurde und durchaus belastbar sei. Letztlich habe man auch mit dem Besitzer wohl nicht ausreichend verhandelt. Auch die Vogtareuther wären mit der abgespeckten Fassung einer wiederhergestellten, schmäleren und damit billigeren Überquerung an der Stelle zufrieden. Damit berührte er aber einen wunden Punkt, da sich die meisten anderen Gemeinderäte nicht von der Nachbargemeinde Ratschläge zur Lösung des Problems geben lassen wollten, vor allem, wenn diese gar nicht mitzahlen würden.

Letztlich ging es aber dann doch hauptsächlich um die Dimensionierung des künftigen Bauwerks, das freitragend über gut 25 Meter hinweg die Murn überqueren soll. Denn nach Auskunft von Aßmus sei eine zuschussfähige Variante nach Abstufung des Weges, unabhängig von der Belastbarkeit jeder Art, an eine bestimmte Mindestgröße gebunden. Diese betrage 4,50 Meter Grundbreite mit je 0,5 Metern Stauraum auf jeder Seite für den Begegnungsverkehr. Dazu kämen jeweils etwa 20 Zentimeter für die nötigen Geländer, was letztlich eine Gesamtbreite von mindestens 5,90 Metern ergäbe.

„Muss man nicht verstehen“

Da der Weg vor und hinter der Brücke selbst nur etwa 3,50 Meter breit ist, sorgten diese vorgeschriebenen Mindestabmessungen für Verwunderung im Gremium. „Muss man nicht verstehen“, kommentierte Aßmus den Umstand deshalb auch lakonisch. Stefan Pauker (BfG) wandte seinerseits dazu ein, dass auch 12 Tonnen schon überzogen seien, weniger reichten doch auch. Er könne sich nicht vorstellen, dass da mal ein Feuerwehrfahrzeug drüberfahren werde. Dem widersprach Manfred Andraschko (GfuG), der die Wichtigkeit nötiger Rettungswege betonte.

Dass man eine derartige Forderung nach dieser scheinbaren Überdimensionierung letztlich mehrheitlich schluckte, lag unter anderem an der Höhe der Zuschüsse, die zwischen 60 und 80 Prozent liegen sollten. Auch war man sich mehrheitlich einig, dass ein weiterer Vorteil einer freitragenden Brücke wäre, dass man nicht mehr vom Wehrbesitzer abhängig sei.

Erkundigungen werden eingezogen

Diskussionen gab es schließlich wegen der realen künftigen Belastbarkeit des Bauwerks. Es mache nach Martin Fuchs (BfG) schließlich einen Unterschied, ob man für zwölf oder 18 Tonnen Last plane. In diesem Zusammenhang herrschte aber Unsicherheit, ob die Wegeverbindung zwischen den Gemeinden in irgendeinem übergeordneten Rettungsplan auftauche. Aßmus wollte sich deshalb noch beim Kreisbrandrat erkundigen, da von dessen Einschätzung ebenfalls die Belastbarkeit der neuen Brückenkonstruktion abhängen werde. Jedenfalls solle man nach Ansicht von Jakob Ametsbichler (GfuG) keine Sackgasse bauen und nur einen Radlweg auch nicht, so Lorenz Freiberger (GfuG).

Von der Bauausführung mache die Tonnage wenig Unterschied, erläuterte dazu Michael Kaiser, da man auf alle Fälle vier Brunnen-Fundamente brauche, die mindestens einen Meter unter dem Wasserstand liegen müssten, um für die tragenden Auflagen jeweils zu genügen und um Ausspülungen zu vermeiden. Zudem, so Aßmus, müssten auch noch ein paar Quadratmeter Grund dazu erworben werden. Daran sollte aber der Neubau nicht scheitern.

Zustimmung für Neubau

Mit der Gegenstimme von Martin Hofmeister, der an seiner ursprünglichen Ansicht, die Rekonstruktion des alten Bauwerks durch Einigung mit den Besitzern des Wehres reiche aus, wurde schließlich dem Neubau eines freitragenden Brückenbauwerks zugestimmt, bei dem erst die weiteren Planungen und die Ausschreibung bezüglich der wirklichen Kosten Erkenntnisse erbringen sollen.

Bürgermeister Robert Aßmus betonte, wie sehr ihm das neue Bauwerk am Herzen liege. Er wünsche sich, dass die Brücke hoffentlich noch in seiner Amtszeit eingeweiht werden könne.

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