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Große Aufregung

Brand im Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg: Gefährliche Rauch-Entwicklung und ihre Folgen

Großalarm in Wasserburg: Zum ersten Mal mussten die Feuerwehren zu einem Einsatz im neuen Großklinikum, im Teil des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, ausrücken. Dr. Karsten Jens Adamski, Geschäftsführer des psychiatrischen Fachkrankenhauses, nimmt zu den Hintergründen Stellung.
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Großalarm in Wasserburg: Zum ersten Mal mussten die Feuerwehren zu einem größeren Einsatz im neuen Großklinikum, im Teil des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, ausrücken. Dr. Karsten Jens Adamski, Geschäftsführer des psychiatrischen Fachkrankenhauses, nimmt zu den Hintergründen Stellung.

Schreck im Großklinikum Wasserburg: Ein Brand hat hier am Ostermontag, 1. April, einen Großalarm ausgelöst. Die Aufregung war groß auf der betroffenen Station. Was einen Tag danach über den Vorfall bekannt ist und warum vor allem die große Rauchentwicklung Sorgen bereitete.

Wasserburg – Kleiner Brand, große Aufregung: Ein massives Aufgebot von fünf Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei wurde am frühen Abend des Ostermontags, 1. April, in den Wasserburger Stadtteil Gabersee gerufen. Denn hier war ein Feuer gemeldet worden.

Brandort Gerontopsychiatrie

Brand im Klinikum: Da klingen im wahrsten Sinne des Wortes die Alarmglocken, denn es können Menschen betroffen sein, die aufgrund von Erkrankungen hilflos sind. So war es auch, denn das Feuer wurde auf der Ebene eins an der Südseite gemeldet. Dort liegt die Gerontopsychiatrie. Hier werden Patienten medizinisch behandelt, die alt, oft gebrechlich und psychisch krank sind. Im Fokus stehen hier laut Dr. Karsten Jens Adamski, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums (ISK), demenzielle Erkrankungen mit psychischen Auffälligkeiten. Viele Betroffenen seien verwirrt, könnten sich ohne Hilfestellung nicht orientieren. Groß war deshalb die Sorge, als gleich mehrere Rauchmelder in dem Bereich mit 24 Betten ansprangen.

Doch für das Krankenhaus hieß es Glück im Unglück, denn auf der Nachbarstation arbeiten zwei Feuerwehrler aus Attel-Reitmehring, darunter ein Gruppenführer. Sie liefen sofort herüber und begannen, unterstützt von zwei Pflegekräften, mit der Löschung und Evakuierung, berichtet Kommandant der Reitmehringer Wehr Thomas Lerch. Seine eigenen Leute hätten außerdem erkannt, „dass es doch ziemlich weit fehlt“, so Lerch. Denn die Matratze des Bettes, das Feuer gefangen hatte, entwickelte starken Rauch. Dieser habe sich im Gang so ausgebreitet, dass etwa drei Viertel der Raumluft betroffen gewesen sei. Die Feuerwehrler hätten deshalb die Alarmstufe erhöht. Denn wer Rauch über einen längeren Zeitraum einatmet, kann aufgrund der toxischen Wirkung ohnmächtig werden. „Wenn die Lunge versagt, droht Erstickungsgefahr“, so der Einsatzleiter.

68 Feuerwehrler im Einsatz

Als die Feuerwehren aus Attel-Reitmehring, Wasserburg, Edling, Penzing und Rott mit insgesamt 68 Einsatzkräften sowie die Rettungsdienste am Klinikum ankamen, war der Großteil der Arbeit schon getan. Lerch lobt in diesem Zusammenhang die Mitarbeitenden des ISK, die sehr gut reagiert hätten, auch weil sie in schwierigen Situationen wie diesen geschult seien. Adamski bestätigt, dass das Klinikum 50 Brandschutzhelfer ausgebildet hat, die sich jährlich weiterbilden würden. Bei einer Alarmierung wisse jeder genau, was er zu tun habe.

„Dicker Dank an alle, die so vorbildlich reagiert haben: von den Mitarbeitenden bis zu den vielen Einsatzkräften, die schnell und sehr professionell gehandelt haben“, sagt Adamski. „Es ist glimpflich abgelaufen und gelungen, Schlimmeres zu verhindern.“ In der Tat war das Feuer schnell gelöscht, nachdem die Matratze aus dem Haus geschaffen worden war, so der Einsatzleiter. Atemschutzträger lüfteten die Räume. Die Patienten des betroffenen Zimmers wurden nach seinen Angaben übergangsweise in die Nachbarstation verlegt. Abends sei die Station schon wieder in Betrieb genommen worden. Nur der Raum, in dem das Bett Feuer gefangen hatte, bleibe vorerst gesperrt. Den Sachschaden schätzt die Klinikleitung auf Anfrage auf maximal 10.000 Euro.

Ein Mitarbeiter leicht verletzt

Ein Mitarbeiter wurde jedoch leicht verletzt, bedauert Adamski. Die Polizeiinspektion Wasserburg bestätigt den Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung. Die medizinische Versorgung übernahm das Nachbarkrankenhaus Romed, das mit dem ISK unter einem Dach im neuen Großklinikum räumlich vereint ist.

Dr. Karsten Jens Adamski, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums.

Brandursache noch unklar

Hat jemand im Zimmer auf der Gerontopsychiatrie mit Feuer hantiert und aus Fahrlässigkeit die Matratze angezündet? Oder war es Brandstiftung? Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmaßl will dazu auf Anfrage derzeit keine Aussagen machen. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagt er. Zu den Brandursachen kann auch die Feuerwehr Attel-Reitmehring als Einsatzleitung nichts sagen. Doch Kommandant Lerch betont, dass das neue Großklinikum für Einsatzkräfte eine Herausforderung darstelle. Von außen sei gut zu erkennen, welcher Gebäudetrakt zu welchem Krankenhaus gehöre: Das ISK hat eine grün gestaltete Fassade, Romed eine rote. Im Innern sei die Orientierung jedoch nicht einfach, auch aufgrund vieler Ebenen, weil das Gebäude in den Hang hinein gebaut ist. Die Feuerwehren hoffen nach Lerchs Angaben auf farbliche Orientierungshilfen auch im Gebäude. „Die Gespräche dazu laufen.“

Es war übrigens der erste größere Feuerwehreinsatz im neuen Klinikum. Die bisherigen waren eher kleinerer Art, außerdem hatte es während der Bauphase zahlreiche Fehlalarme gegeben, teilen Geschäftsführung und Einsatzleitung mit. In den Altgebäuden auf dem Gabersee-Gelände war es jedoch in den vergangenen Jahren immer mal wieder zu kleineren Bränden gekommen, zuletzt vor etwa einem Jahr.

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