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Gebürtige Burghauser und Traunsteiner als neue Revierleiter

„Bester Job im Nationalpark“: Zwei Urgesteine und Naturschutz-Verfechter hören auf

Vier Männer stehen zusammen mit einem Jagdhund auf einem Wanderweg vor einer Bergkulisse.
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Die alten und neuen Revierleiter (von links): Hans Neubauer, Martin Weckel, Werner Vogel und Christian Heyer.

Vom Bau der beliebten Hängebrücke im Klausbachtal über Stürme und Hochwasser bis hin zu emotionalen Diskussionen mit der Bevölkerung und Kommunalpolitik: Die langjährigen Revierleiter Hans Neubauer und Werner Vogel haben im Nationalpark viel erlebt. Nun gehen sie in den Ruhestand. Ihre Nachfolger - ein gebürtiger Traunsteiner und ein gebürtiger Burghauser - haben sich bereits Ziele vorgenommen.

Berchtesgaden - Ein älterer Teilnehmer nutzte die Gelegenheit zum Abschluss des Waldtages und ergriff das Wort. Mit einem selbst hergestellten Zirbenschnaps bedankte er sich bei Hans Neubauer, weil dieser ihm vor vielen Jahren mal aus einer misslichen Lage geholfen hatte. „Vielen Dank, das freut mich wirklich sehr“, teilte der sichtlich gerührte Neubauer mit. Es sind solche Momente, die zeigen, dass die Revierleiter nicht nur für die Natur da sind. Deutlich machte das auch der Nationalpark-Leiter Roland Baier in seinen Dankesworten.

Werner Vogel erlebte in seinen 22 Jahren als Leiter des Reviers Hintersee viele größere Projekte, etwa den Bau der beliebten Hängebrücke im Klausbachtal. Waldumbau, Wege-Unterhalt, Wildtierfütterung: Langweilig wurde es nie in seinem Revier. In seiner Amtszeit hatte er auch mit größeren Störungen zu kämpfen, zum Beispiel den Folgen des Sturms Kyrill (2007) oder des Hochwassers im Jahr 2013. „Es hat mich sehr beeindruckt, wie sich die Natur davon immer wieder erholt hat“, erinnert er sich. Auch bei den Bartgeiern wirkte er mit und baute unter anderem die Monitoring-Hütte, von der die Tiere in der Halsgrube beobachtet werden. Als „mühsam“ bezeichnete er die Zusammenarbeit mit den Weideberechtigten.

Umzug ins Allgäu

„Du hast die Projekte immer tatkräftig umgesetzt, warst immer hilfsbereit und hast auch anderen Abteilungen gerne unterstützt“, bedankte sich Baier. Vogel, der sich privat der Höhlenforschung und dem Klettern widmet, betonte, dass er sehr gerne im Nationalpark gearbeitet habe. „Auch wenn die Aufgaben nicht immer leicht waren, habe ich nichts bereut“, beteuerte Vogel, der sich bereits seit Mai im Ruhestand befindet und den es aus familiären Gründen ins Allgäu ziehen wird. Unter dem Motto „Neue Besen kehren gut“ wünscht er seinem Nachfolger eine unfallfreie Zeit und dass dieser mit seiner Art und Weise einfach so weitermacht wie bisher.

Sein Nachfolger ist kein Unbekannter: Seit 2019 arbeitet Christian Heyer als sogenannten Funktionalförster im Nationalpark. Der 30-Jährige, der in Burghausen geboren wurde, interessiert sich schon seit seiner Kindheit für das Thema Forst. „Mein Opa hatte damals einen halben Hektar Wald und das hat mich total fasziniert“, erklärte Heyer. Für sein neues Revier Hintersee hat er sich vorgenommen, bei der Wildbestandsregulierung den Anschluss nicht zu verlieren und die Arbeit von seinem Vorgänger fortzuführen.

„Da muss alles passen“

„Das wird definitiv eine Herausforderung“, machte er klar. Am meisten freut er sich auf die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern, den Almbauern und den Besuchern. Und darauf, die Ziele des Nationalparks umzusetzen. „Da muss alles passen“, weiß er. Als er das Amt von Vogel übernahm, verspürte er durchaus eine Verantwortung dafür und wollte von seinem Vorgänger wissen, wie er dessen Werk fortsetzen soll. Doch dieser soll ihm nur gesagt haben: „Christian, mach einfach, du packst das schon!“

Nicht nur beim Thema Wildbestand hast du großen persönlichen Einsatz gezeigt und bist auch mal mit den Jägern angeeckt.

Nationalpark-Leiter Baier über den scheidenden Revierleiter Neubauer

Auch der „Hausherr von Kühroint“, Hans Neubauer, machte in seinen 35 Jahren als Leiter des Reviers Au-Schappbach so einige Höhen und Tiefen mit. Durch seine lange Amtszeit erlebte er auch die vielen unterschiedlichen Ansätze des Nationalparks, wie Leiter Baier betonte. „Nicht nur beim Thema Wildbestand hast du großen persönlichen Einsatz gezeigt und bist auch mal mit den Jägern angeeckt. Tierwohl und -schutz standen bei dir stets im Mittelpunkt.“

Heikles Thema Christbäume

Baier lobte den scheidenden Revierleiter dafür, auch gebiets- und abteilungsübergreifend Konzepte erarbeitet zu haben. „Du bist ein absoluter Verfechter der Nationalpark-Idee und hast damit auch viele Diskussionen geführt. Und dass du keinen Spaß verstehst, wenn jemand Tannen als Christbäume fällt, das ist vor allem unter den Ramsauern bekannt.

Neubauer selbst gab zu, dass er nur wegen des Naturschutzes die Stelle antrat. Mit einer normalen Forstwirtschaft konnte er nicht viel anfangen. Und auch zu Beginn seiner Amtszeit ähnelte die Situation in Berchtesgaden eher einer klassischen Forstbehörde, inklusive Holzeinschlag. „Seit zehn Jahren sind wir ein richtiger Nationalpark und diese Entwicklung hat mich am meisten gefreut.“ Die Stelle als Revierleiter war „das Beste, was mir hätte passieren können“. Die Kräfte und Möglichkeiten der Natur, sich selbst zu erholen, hätte er vor 20 oder 30 Jahren noch nicht geglaubt.

„Das geht natürlich nicht ohne Gegenwind“

Auch heute noch bleibe er bei seiner Meinung, dass bei einem Großteil der Flächen die „Finger weg“-Methode am besten sein. „Das geht natürlich nicht ohne Gegenwind“, schilderte Neubauer, der in seiner Vergangenheit schon einige Konflikte ausführen musste. „Heute steht ein Großteil der Bevölkerung hinter dem Nationalpark. Und die letzten Kritiker werden wir damit heute auch nicht mehr überzeugen.“

Heute steht ein Großteil der Bevölkerung hinter dem Nationalpark.

Hans Neubauer

Seinem Nachfolger und überhaupt allen künftigen Revierleitern wünscht er, dass sie künftig nicht mehr so kämpfen müssen wie er in der Vergangenheit. „Sie werden mehr als Manager agieren und Zusammenhänge erkennen müssen, wann sie eingreifen und wann sie die Natur Natur sein lassen.“ Für Neubauer steht auf jeden Fall fest: „Das ist der beste Job, den es im Nationalpark gibt.“

Ein Traunsteiner als Nachfolger

Künftig für das Revier Au-Schappbach zuständig ist der 46-jährige Martin Weckel aus Traunstein. Der leidenschaftliche Bergsteiger war 15 Jahre lang Revierleiter am Taubenberg im Münchener Voralpenland. Dieses Gebiet dient der Landeshauptstadt als Haupttrinkwassergewinnung - er kennt sich also bestens aus mit der Arbeit in besonders sensiblen Gebieten. „Dort hatte ich viel mit Tannen zu tun, die wir auch hier im Nationalpark dringend benötigen“, gab er einen Einblick, wie seine neue Arbeit von seinen vorherigen Erfahrungen profitieren soll.

Natürlich sei für ihn hier in Berchtesgaden noch vieles neu, denn er ist erst seit Anfang August im Amt und wird noch zwei Monate von Neubauer eingearbeitet. „Als ich mit ihm beim Vorstellungsgespräch das erste Mal durch sein Revier gelaufen bin, hab ich schnell gemerkt: Hier hat jemand ordentlich Gas gegeben und viel Herzblut hineingesteckt.“

Natürlich werde er sich nicht darauf ausruhen, doch er dürfe sich dank der engagierten Arbeit seines Vorgängers „quasi ins gemachte Nest setzen. Ich freue mich schon, deine Arbeit fortzuführen“, sagte er in Richtung Neubauer. (ms)

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