Interessengemeinschaft gegründet
„Rettet das Bankhaus RSA“: Mitglieder und Kunden gehen in den Kampfmodus
Jetzt gehen Mitglieder der RSA-Bank in die Offensive: Sie haben eine „Interessengemeinschaft zur Rettung der RSA-Bank“ gegründet. Das haben die Initiatoren vor, so geht der Kampf weiter.
Rechtmehring/Soyen/Albaching – Der Name der Interessengemeinschaft ist Programm: Es geht um die „Rettung des Bankhauses RSA“ mit Geschäftsstellen in Rechtmehring, Soyen, Albaching, Wasserburg und München. Am Dienstabend (3. September) ist die IG im Rathaus von Soyen aus der Taufe gehoben worden.
Anlass: die seit einigen Wochen schwelende mögliche Krise rund um die Genossenschaftsbank. Sie soll in „finanzielle Schieflage“ geraten sein soll, wurde schon im Mai kolportiert. Vorstandsmitglieder traten zurück und wurden abgesetzt. Eine Kooperation mit der Volks- und Raiffeisenbank Rosenheim wurde beschlossen. Die Befürchtung von Mitgliedern und Kunden: die kleine RSA könne von der großen VR-Bank Rosenheim geschluckt werden.
Gründungsmitglieder mit RSA-Gen
Das wollen die Gründungsmitglieder nicht hinnehmen: Sie stehen alle in engem Bezug zur RSA-Bank, die 125 Jahre alt ist, tragen quasi ein RSA-Gen in sich. Franz Sanftl, Altbürgermeister von Albaching, war Aufsichtsratsvorsitzender, Karl Fischberger, Altbürgermeister von Soyen, war stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der RSA.
IG-Gründungsmitglied Markus Voglmaier ist ehemaliger Vorstand der Raiffeisen Rechtmehring-Soyen-Albaching., Afra Zantner vertritt als zweite Bürgermeisterin von Soyen den im Urlaub befindlichen ersten Bürgermeister Thomas Weber. Auch Sebastian Linner, Bürgermeister von Rechtmehring, und Rudolf Schreyer, Bürgermeister von Albaching, sind dabei, teilt Fischberger mit.
Die Rathauschefs von Rechtmehring, Soyen und Albaching hatten erst jüngst in einem offenen Brief an den Genossenschaftsverband Bayern (GVB) und an dessen Aufsichtsbehörden, der Regierung von Oberbayern sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), ihre Sorgen um den Erhalt der Selbstständigkeit formuliert. Und ehemalige Aufsichtsräte wie Fischberger, Sanftl und Johann Riedl aus Soyen, ebenfalls drei Jahrzehnte lang RSA-Aufsichtsrat), hatten von einem in ihren Augen unberechtigterweise ausgeübten Fusionsdruck gesprochen. Dies hat die VR-Bank Rosenheim, eine der zehn größten Genossenschaftsgeldinstitute in Deutschland, stets zurückgewiesen. Vereinbart worden sei lediglich eine Kooperation, die ausdrücklich ergebnisoffen angelegt sei, hatte auch der neue RSA-Direktor Mark Mühlberger mitgeteilt. Die „meine Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim“ sprach von einer Partnerschaft, Vorstandsvorsitzender Wolfgang Altmüller in einer Pressemitteilung von „Solidarität und gegenseitiger Unterstützung“.
Mittwoch erste IG-Versammlung
Doch es gibt zahlreiche Mitglieder, die die Eigenständigkeit der RSA in Gefahr sehen. Jetzt wollen die IG-Gründungsmitglieder den Kampf aufnehmen. Am Mittwoch (10. September) ist die erste ordentliche Mitgliederversammlung. Sie findet in der Turnhalle der Grundschule von Soyen um 19.30 Uhr statt. Die Mitglieder des Bankhauses RSA sind eingeladen. Die Tagesordnung sieht laut IG die Wahlen der Vorstandschaft und die Verabschiedung einer Satzung vor. Außerdem bestehe die Möglichkeit, der IG-RSA beizutreten. Ziel ist es, so Fischberger, laut Gründungsprotokoll bis zur konstituierenden Mitgliederversammlung der Geschäftsführer der IG: „Kräfte und Synergien bündeln, um für den Erhalt unserer Bank zu kämpfen.“
