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Moskau mit Notfallmaßnahmen

Ukraine stört Herz der russischen Wirtschaft – Moskaus Geldquelle leidet

Russland verbucht niedrigere Gewinne aus dem Öl-Export. Unter anderem liegt das an ukrainischen Drohnenangriffen. Der Westen entwickelt neue Sanktionen.

Moskau – Einmal mehr hat die Ukraine die russische Rohstoffproduktion gestört. Diesmal mussten zwei große Ölraffinerien vom Netz gehen, nachdem ukrainische Drohnenangriffe sie beschädigt hatten. Medienberichten zufolge ist diesmal der Großkonzern Rosneft betroffen: Die angegriffene Infrastruktur soll für mindestens einen Monat ausfallen. Damit sei Russland gezwungen, die Rohöl-Exporte verstärkt über Häfen im Westen des Landes laufen zu lassen. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Schwerer Schlag für Russlands Wirtschaft – wichtige Raffinerie für Öl getroffen

Konkret soll es sich um die Ryazan-Raffinerie (die größte von Rosneft) und die Novokuybyshewsk-Raffinerie handeln. Insider gaben gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters an, dass die Reparaturen mindestens einen Monat dauern sollen. Problematisch für den Kreml: Wie die Moscow Times berichtete, ist das Werk in Ryazan für die Verarbeitung von 13,7 Millionen metrische Tonnen Rohöl pro Jahr verantwortlich und beliefert außerdem Moskau mit Treibstoff. Die Hälfte dieses Outputs steht nun still, weil zwei der drei wichtigsten Raffinerie-Einheiten beschädigt sind.

Ukraine trifft Herz der russischen Wirtschaft – wichtige Einnahmequelle leidet

In Summe können die ukrainischen Angriffe auf diese Raffinerien Russland um rund acht Prozent seines Outputs bei der Verarbeitung von Öl bringen. Im Jahr 2024 hatte das Land noch 267 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Laut dem Kreml sind Notfallmaßnahmen bereits eingeleitet, allerdings erschweren westliche Sanktionen gegen Russlands Wirtschaft die Reparaturen.

Sanktionen gegen Öl-Exporte – so will der Westen Russlands Wirtschaft schwächen

Nach Beginn des Ukraine-Kriegs hatten westliche Länder, darunter die USA und die EU, mit der Erstellung von Sanktionspaketen gegen Russland und dessen Verbündete begonnen. Schnell hatten die Westmächte dabei die russischen Energieexporte ins Auge gefasst. Die Idee dahinter: Wenn es gelänge, diese Exporte massiv zu beschränken, müsste es möglich sein, Russlands Kriegskasse austrocknen zu lassen, was im Bestfall das Kriegsende herbeizwingen sollte.

So einfach hatte Russland es dem Westen allerdings nicht gemacht. Laut dem britischen Thinktank Economics Observatory gibt es nämlich mehrere gravierende Probleme mit den Sanktionen gegen Russlands Öl- und Gasexporte. Einerseits geht es dabei um Schlupflöcher in der Sanktionspolitik, die es Russland erlauben, trotzdem Öl und Gas nach Europa zu bringen, andererseits um eine Zögerlichkeit des Westens, das Exportvolumen entscheidend anzugreifen und damit höhere Energiepreise zu riskieren.

Zuletzt sieht der Thinktank „fundamentale Fehler“ in der Art und Weise, wie der Westen Sanktionen aufsetzt. Als ein Beispiel nannte er den Preisdeckel auf russische Ölexporte, dessen Wirkung teilweise durch die berüchtigte Schattenflotte des Kreml-Diktators Wladimir Putin untergraben wurde. Aber: „Das existierende System ist nicht irreparabel kaputt“, erklärte der Thinktank in einer aktuellen Analyse. Es zu reparieren, erfordere jedoch echte politische Entschiedenheit. Es brauche „drastischere“ Maßnahmen.

Weitere Sanktionen geplant – Russlands Einnahmen schrumpfen

Das Problem dabei: einige europäische Länder sind nach wie vor auf diese Exporte angewiesen. Die Slowakei und Ungarn gehen dabei so weit, Sanktionen zu blockieren, weil sie noch keine Alternativen für diese Importe gefunden haben. Aber auch EU-Länder wie Belgien importieren derzeit eher mehr als weniger flüssiges Erdgas aus Russland. Bei anderen fossilen Brennstoffen ist jedoch ein Einbruch zu erkennen: Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von fossilen Energieträgern sind im zweiten Quartal 2025 um 18 Prozent eingebrochen. Nach Angaben des Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) geschah dies trotz eines Anstiegs des Exportvolumens von russischer Seite aus.

Unter anderem erklärt sich dieser Effekt mit dem Umstieg der Abnehmer. Indien und China waren eingesprungen, als Europa als Absatzmarkt für Russland weggebrochen war – allerdings nur, nachdem sie kräftige Abschläge auf Russlands Energieexporte herausgehandelt hatten. Darüber hinaus leidet Russland unter den Preiseinbrüchen beim Ölpreis, ausgelöst unter anderem durch die stetigen Fördererhöhungen durch das Ölkartell OPEC+.

Aktuell steht die EU vor mehreren wichtigen Maßnahmen, um russische Energieexporte weiter zu beschränken. Zum Beispiel hat sie den Ölpreisdeckel angepasst und plant ein Verbot für russisches Gas bis 2027.

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

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