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Trotz hoher Energiekosten

Stromsteuer-Senkung für alle bleibt aus – das hat auch Folgen für Rentner: „Schlag ins Gesicht“

Die versprochene Stromsteuer-Senkung wird vorerst nicht kommen. Verbraucher trifft das besonders hart. Mehrere Bevölkerungsgruppen spüren die Folgen.

Berlin – Ausgerechnet bei einer der entschiedensten Entlastungsmaßnahmen gehen viele leer aus: Die angekündigte Stromsteuer-Senkung ist vorerst vom Tisch, da Union und SPD sich im Koalitionsausschuss nicht einigen konnten. Lediglich Industriebetriebe, sowie die Land- und Forstwirtschaft können von der Stromsteuer-Senkung profitieren. Dass die Stromsteuer doch nicht für alle gesenkt wird, sorgt nun für Aufruhr.

„Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Stromkundinnen und -kunden: Keine Senkung der Stromsteuer, obwohl sich so viele Politikerinnen und Politiker für die Einhaltung des Koalitionsvertrages ausgesprochen haben“, kritisierte der CEO von Octopus Energy, Bastian Gierull.

Senkung der Stromsteuer kommt doch nicht für Privathaushalte – Branche verübt Kritik

Zwar sollen Entlastungen zum 1. Januar 2026 bei den Netzentgelten sowie die Abschaffung der Gasspeicherumlage für Gaskunden kommen. Dennoch weist die Energiebranche darauf hin, dass die neue Regierung Verbraucherinnen und Verbrauchern bei den Strompreisen entgegenkommen muss. Deutschland hat weltweit die fünfthöchsten Strompreise, hier kostete Strom im ersten Quartal 2025 im bundesweiten Mittel 38 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

Es sei gerade jetzt wichtig, Haushalte gezielt zu entlasten, so Gierull. „Vor allem Familien, Rentnerinnen und Rentner, die bei hohen Energiepreisen jeden Euro zweimal umdrehen müssen.“ Die Stromsteuer-Senkung müsse kommen. „Wenn die Koalitionsspitzen das nicht schaffen, muss es eben der Bundestag regeln.“

Die erhoffte Stromsteuer-Senkung kommt vorerst nicht. Für die Verbraucher ist das ein harter Schlag. Mehrere Gruppen sind betroffen. 

Keine Stromsteuer-Senkung für alle: Klingbeil und Merz können Wahlversprechen vorerst nicht halten

Die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, sprach nach dem Spitzentreffen im Kanzleramt von einem „fatalen Signal“. „Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten brauchen sie spürbare Entlastungen“, sagte Engelmeier der Deutschen Presse-Agentur.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatten die ausbleibende Stromsteuer-Senkung für alle mit finanziellen Engpässen im Haushalt begründet. Angesichts der Wachstumsschwäche hätten Entlastungen zudem für die Industrie Priorität, um Jobs zu sichern. Im Koalitionsvertrag hatte die schwarz-rote-Koalition angekündigt, sowohl Unternehmen als auch Verbraucher in Deutschland dauerhaft um mindestens fünf Cent pro kWh mit einem Maßnahmenpaket entlasten zu wollen.

Wer wirklich entlasten will, muss bei der Stromsteuer-Senkung ansetzen, findet CEO Bastian Gierull.

Strompreise könnten in Deutschland künftig weiter steigen

Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte ist im derzeitigen Mittel für 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beträgt durchschnittlich 39,69 Cent pro kWh. Die jüngste Hitzewelle ließ die Strompreise durch die Decke gehen. Privathaushalte bekommen die Preisschwankungen in der Regel jedoch nicht zu spüren, außer, sie haben einen dynamischen Stromtarif. Wer einen solchen Tarif nutzt, bezahlt keinen festen monatlichen Preis, sondern je nach Lage an der Strombörse.

Die hohen Strompreise sind unter anderem auf die gestiegenen Netzentgelte, Steuern und Umlagen zurückzuführen. Auch der gestiegene Gaspreis beeinflusst die Strompreise. Das hat was mit der sogenannten Merit-Order (kein Gesetz, vielmehr ein Prinzip) zu tun, die die Preise an der Strombörse bestimmt. Dabei dienen Gaskraftwerke oft als Grenzkraftwerke. Wenn der Gaspreis steigt, steigen folglich die Grenzkosten der Gaskraftwerke und damit der Strompreis.

Keine Stromsteuer-Senkung – dafür Einigung bei Ausweitung der Mütterrente

Eine Entscheidung gab es dagegen zur Ausweitung der Mütterrente. Diese soll zum 1. Januar 2027 umgesetzt werden. „Sofern eine technische Umsetzung erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist, wird die Mütterrente rückwirkend ausgezahlt“, heißt es im Papier von Union und SPD. Die ausgeweitete Mütterrente soll bereits zum 1. Januar 2027 starten – und damit ein Jahr früher als zunächst angenommen.

Die Rentenversicherung hatte den Mitgliedern des Gremiums zuletzt schriftlich mitgeteilt, dass eine Umsetzung wegen umfassender individueller Anspruchsprüfungen erst Anfang 2028 möglich sei. Also dürfte bei den Betroffenen das Geld für 2027 nachträglich fließen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar

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