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CEO hat klare Forderung

Keine Stromsteuer-Senkung: Merz-Regierung will Haushalte trotzdem entlasten

Ernüchterung nach dem Koalitionsausschuss: Vorerst gibt es keine Senkung der Stromsteuer für private Verbraucher. Was nun auf Stromkunden zukommt.

Berlin – Entgegen der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Ankündigungen, wird es vorerst keine Stromsteuer-Senkung geben. Die Koalitionspartner betonten jedoch im Beschlusspapier, dass „weitere Entlastungsschritte“ folgen sollen. Details sind bislang unklar, auch ist der Zeitraum nicht bekannt. Frühestens sind alternative Entlastungen wohl realistisch, „sobald finanzielle Spielräume bestehen.“

Doch keine Stromsteuer-Senkung – Branche äußert Kritik an Merz-Plänen

Klar ist: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher hatten auf eine Entlastung bei der Stromsteuer gehofft. 41,59 Cent kostet die Kilowattstunde Strom laut Angaben der Bundesnetzagentur für Privathaushalte durchschnittlich, davon umfassen 2,05 Cent die Stromsteuer. Die Entlastung bei den Strompreisen war eines der Kernwahlversprechen von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Doch im Vorfeld zeichneten sich finanzielle Zweifel ab: Eine Senkung für alle Verbraucher würde nach Angaben des Bundesfinanzministeriums im kommenden Jahr rund 5,4 Milliarden Euro zusätzlich kosten.

Aus Sicht der Energiebranche ist die Entlastungsmaßnahme für Stromkundinnen und Stromkunden jedoch unverzichtbar. Die Stromsteuer-Senkung „entlastet Millionen Haushalte direkt und nachhaltig“, sagte Bastian Gierull, Deutschlandchef von Octopus Energy, gegenüber IPPEN.MEDIA.

Was ist die Stromsteuer?

Die Stromsteuer ist eine nationale Verbrauchsteuer für elektrischen Strom. Sie basiert auf EU-Richtlinien und wird durch das Stromsteuergesetz (StromStG) geregelt. Der Regelsteuersatz für die Stromsteuer beträgt seit 2003 kontinuierlich 2,05 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Strom.

Senkung der Stromsteuer kommt vorerst nicht – was die Merz-Regierung noch plant

Da die Stromsteuer-Senkung vorerst auf die lange Bank geschoben wird, stellt sich nun die Frage, ob und welche alternativen Entlastungen zu erwarten sind. Neben der Senkung der Stromsteuer nehmen Union und SPD auch die Abschaffung einer Gasspeicherumlage und eine Netzentgeltsenkung in den Blick. Besonders Letzteres findet Anklang in der Energiebranche. „Im Koalitionsbeschluss werden erstmals konkrete Netzentgelt-Entlastungen ab dem 1.1.2026 genannt – das ist ein starkes Signal. Diese Maßnahme hat sogar einen größeren Effekt auf den Strompreis als die Stromsteuer-Senkung allein, und wir begrüßen sie ausdrücklich“, sagte Gierull zu unserer Redaktion.

Eine Stromrechnung kann ordentlich ins Geld gehen. Kommt es zu Fehlern, müssen Verbraucher reagieren.

Das Kabinett hatte im Zuge des Haushaltsentwurfs beschlossen, dass es zum 1. Januar 2026 Entlastungen bei den Netzentgelten, einem Bestandteil des Strompreises, geben soll. Union und SPD wollen den Netzbetreibern einen Milliardenzuschuss zahlen, damit sie die Netzentgelte für die Kunden reduzieren können. Die Netzentgelte variieren regional und liegen laut Bundesnetzagentur zwischen 9 und 12 Cent pro kWh. Das Vergleichsportal Verfiox hatte im März 2025 berechnet, dass eine Halbierung der Netzentgelte die Stromkosten für eine vierköpfige Familie um 52 Euro (brutto) senken würde.

Neben Stromsteuer-Senkung soll auch die Abschaffung der Gasspeicherumlage kommen

Geplant ist neben der Stromsteuer-Senkung ebenfalls eine Abschaffung der Gasspeicherumlage. Die Gasspeicherumlage soll im Land immer einen gewissen Füllstand garantieren. Die Höhe der Gasspeicherumlage wird von den Gasnetzbetreibern über die Trading Hub Europe (THE) festgelegt. Seit 1. Januar 2025 liegt sie bei 0,299 Cent pro Kilowattstunde, ab 1. Juli 2025 wird sie auf 0,289 Cent/kWh abgesenkt. Die Abschaffung der Umlage für Endkunden sorgt allerdings für Irritationen. „Das passt nicht zusammen: Die Gasspeicherumlage soll weg, die Stromsteuer bleiben“, sagte Gierull.

Zudem werden Haushaltskunden nur geringfügig entlastet. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden könnte laut Berechnungen von Verifox um 71 Euro (brutto) entlastet werden. Ein Paar-Haushalt mit einem Verbrauch von 12.000 kWh um 43 Euro, ein Single-Haushalt (5.000 kWh) mit 18 Euro. „Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte würde um rund 3 Prozent sinken“, so eine Sprecherin bereits zu IPPEN.MEDIA.

Wer wirklich entlasten will, muss bei der Stromsteuer-Senkung ansetzen, findet CEO Bastian Gierull.

Branche pocht auf Senkung der Stromsteuer – „genau hier ansetzen“

Trotz weiterer Entlastungspläne wird die Merz-Regierung wohl nicht um eine Senkung der Stromsteuer herumkommen, um den größten Effekt zu erzielen. „Wenn die Bundesregierung die versprochene 5 Cent Strompreis-Entlastung erreichen will, braucht es zusätzlich die Senkung der Stromsteuer – das wären weitere 2 Cent pro Kilowattstunde. Deutschland hat 2025 die höchsten Strompreise unter den G20 – weltweit Platz 5. 57 Prozent des Strompreises sind Steuern, Abgaben und Umlagen. Das ist deutlich höher als in anderen EU-Ländern. Wer wirklich entlasten will, muss genau hier ansetzen“, sagte Gierull. (bohy)

Rubriklistenbild: © Zoonar/IMAGO

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