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Sparzwang kippt Versprechen

Mütterrente ja, Stromsteuer-Senkung nein: Merz‘ Koalitionsausschuss polarisiert – „fatales Signal“

Die Spitzen von Union und SPD können sich nicht auf eine Stromsteuer-Senkung für Verbraucher einigen. Die Live-News zum Koalitionsausschuss.

Update, 8.47 Uhr: Frühere Mütterrente ja, Stromsteuersenkung für alle nein: Darauf haben sich Spitzen von Union und SPD geeinigt. Unionsfraktionschef Jens Spahn verteidigt die Beschlüsse – und verspricht andere Einsparungen: Spahn betonte im ARD-„Morgenmagazin“, dass die Koalition einen Teil der versprochenen Entlastungen durch eine Senkung der Netzentgelte umsetze. Dies komme auch Privathaushalten zugute. „Und wir haben miteinander vereinbart, sobald der finanzielle Spielraum da ist, Wachstum da ist oder wir auch andere Maßnahmen zum Sparen finden, gehen wir den zweiten Schritt“, fügte er an.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Update, 3. Juli, 7.50 Uhr: Die Stromsteuer soll für Verbraucher vorerst nicht so stark gesenkt werden wie ursprünglich versprochen. Eine entsprechende Einigung erzielten die Spitzen von Union und SPD bei ihrem zweiten Treffen im Koalitionsausschuss nicht. 

Im Koalitionsvertrag hatte Schwarz-Rot versprochen: „Für schnelle Entlastungen um mindestens fünf Cent pro kWh (Kilowattstunde) werden wir in einem ersten Schritt die Stromsteuer für alle so schnell wie möglich auf das europäische Mindestmaß senken und die Übertragungsnetzentgelte reduzieren.“

Die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, sprach nach dem Spitzentreffen im Kanzleramt von einem „fatalen Signal“. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten bräuchten Verbraucher „spürbare Entlastungen“, sagte Engelmeier der dpa.

Die Spitzen von Union und SPD konnten sich nicht auf eine Stromsteuer-Senkung für Verbraucher einigen.

Merz‘ Koalitionsausschuss: Mütterrente soll schneller als geplant kommen

Update, 3. Juli, 6.19 Uhr: Die von Markus Söder geforderte Mütterrente soll jetzt sogar schneller als geplant kommen – auf eine baldige Senkung der Stromsteuer für Privatleute konnte sich der Koalitionsausschuss allerdings nicht einigen. Die Spitzen von Schwarz-Rot betonten, „weitere Entlastungsschritte“ auch für Privatleute und die gesamte Wirtschaft sollten erst folgen, wenn „hierfür finanzielle Spielräume bestehen“.

Merz‘ Koalitionsausschuss: Brisante Stromsteuer-Einigung verpasst – Sparzwang kippt Versprechen

Update, 22.43 Uhr: Die Spitzen von Union und SPD haben vorerst keine Einigung über eine weitergehende Senkung der Stromsteuer erzielt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses in Berlin aus Koalitionskreisen. Beim Strom bleibe alles wie im Kabinett vereinbart, hieß es.

Das Kabinett hatte beschlossen, dass bei der Stromsteuer die Senkung für die Industrie, Land- und Forstwirtschaft „verstetigt“ werden soll. Dass die Stromsteuer - entgegen der Ankündigung im Koalitionsvertrag - nicht für alle gesenkt werden soll, also nicht für alle Betriebe sowie für private Haushalte, hatte breite Kritik ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatten die Entscheidung zur Stromsteuer mit Haushaltszwängen begründet.

Die Kernfrage ist, wie eine Senkung der Stromsteuer für alle Betriebe und Verbraucher finanziert werden kann – das würde nach Angaben des Bundesfinanzministeriums im kommenden Jahr rund 5,4 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Dazu müsste die Koalition bei anderen Vorhaben Abstriche machen. Markus Söder hatte vor dem Treffen auf das Bürgergeld gezeigt, was die SPD-Ministerin Bärbel Bas ablehnte. Die SPD dagegen deutete auf das CSU-Prestigeprojekt Mütterrente. An beiden Prestigeprojekten wird offenbar zunächst nichts verändert.

Ergebnisse im Koalitionausschuss? Marathon-Sitzung wegen Stromsteuer

Update, 22.03 Uhr: Bereits der zweite Koalitionsausschuss der schwarz-roten Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz könnte zur Marathon-Sitzung werden. Seit 17 Uhr beraten Vertreter von CDU, CSU und SPD über die Zukunft der Stromsteuer. Nach mehr als vierstündigen Beratungen war nach dpa-Informationen am Abend weiter offen, ob Union und SPD darüber eine Einigung finden.

Für die Koalition handelt es sich um die erste echte innenpolitische Nagelprobe. Dabei kommt es vor allem auf zwei Protagonisten an. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bisher zwar eine gute Figur auf der internationalen Bühne gemacht. Nun muss er aber beweisen, dass er auch die Wirtschaft ankurbeln und die Stimmung im Land verbessern kann. Der Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil ging nach der Klatsche bei der Wahl zum SPD-Vorsitzenden geschwächt in den Koalitionsausschuss und muss sich neu beweisen. 

Söder macht vor Koalitionsausschuss Druck auf Merz

Update, 17.37 Uhr: Markus Söder hat sich vor dem Koalitionsausschuss zur Stromsteuer geäußert – und den Druck auf Kanzler Merz erhöht. So pocht Bayerns Ministerpräsident auf die Senkung für alle. „Das ist im Koalitionsvertrag vereinbart. Und ich finde, wir sollten unser Wort halten“, sagte er bei Welt TV. Söder kann sich als Kompromiss verschiedene Varianten vorstellen: Entweder komme die Senkung „in Stufen oder gleich oder man senkt mehr Netzentgelte“.

Später sagte er der Bild-Zeitung: „Wir müssen das ändern.“ Schließlich tue es „der Regierung gut, wenn sie auch die Dinge umsetzt, die sie ankündigt“.

Update, 17.19 Uhr: Die Spitzen der schwarz-roten Regierung sind am Mittwoch zu ihrem Koalitionsausschuss im Kanzleramt zusammengekommen. Eines der Hauptthemen: die Stromsteuer-Senkung „für alle“ war eigentlich fest im Koalitionsvertrag verankert. Doch weil nicht genug Geld da ist, wollten CDU und SPD nur große Industrieunternehmen sowie Land- und Forstwirtschaft entlasten. Der Koalitionsausschuss dürfte daher für reichlich Zündstoff sorgen.

Linke kritisiert Schwarz-Rot bereits vor Koalitionsausschuss-Ergebnis

Update, 15.52 Uhr: Ines Schwerdtner, Ko-Vorsitzende von Die Linke, hat die aktuellen Pläne zur Senkung der Stromsteuer scharf kritisiert. „Bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern kommt von diesen Milliardenpaketen vom Finanzminister überhaupt nichts an und das halte ich für eine komplett falsche Politik“, sagte sie dem Sender phoenix. Sie sei „überrascht“, dass die schwarz-rote-Regierung erneut „ein Wahlversprechen breche“, fügte sie an.

Koalitionsausschuss heute: Besetzung sorgt für Verwunderung 

Update, 13.59 Uhr: Die Besetzung des heutigen Koalitionsausschusses sorgt für Aufsehen. Erstens, weil Bärbel Bas die einzige Frau ist. Zweitens, weil Thorsten Frei fehlt. Er wird von Staatsminister Michael Meister vertreten. Frei lässt sich wegen eines Termins in seinem Wahlkreis entschuldigen. Für Welt-Chefredakteur Robin Alexander kurios. „Dass ein Kanzleramtschef beim Koalitionsausschuss nicht dabei ist, das habe ich – ehrlich gesagt – überhaupt noch nie gehört“, sagte er bei Welt TV.

Koalitionsausschuss heute: SPD-General sieht bei Bürgergeld-Plänen „Grenze erreicht“

Update, 12.35 Uhr: SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf glaubt vor Beginn des Koalitionsausschusses heute, dass „der Ärger schon wieder ein bisschen verflogen“ sei. Das sagte Klüssendorf im ARD-„Morgenmagazin“ und äußerte sich auch zum Streitpunkt Bürgergeld: „Wir haben für das kommende Jahr eine Milliarde da auch schon an Einsparungen eingeplant, für das Jahr 2027 dann nochmal 3,5 Milliarden.“ Damit komme man seinen Aufgaben nach – klar sei aber auch, „dass da dann auch die Grenze erreicht ist, also viel mehr wird da nicht rauszuholen sein“.

Koalitionsausschuss heute: Kritik an Besetzung – Bärbel Bas einzige Frau

Update, 11.10 Uhr: Ein Koalitionsausschuss ist ein informelles Gremium zum Austausch – und zur Streitschlichtung. Bei der personellen Besetzung gilt das Prinzip drei+drei+drei+zwei: Jede Regierungspartei schickt drei Teilnehmende, zusätzlich sind zwei sogenannte Notetaker dabei. Im Koalitionsausschuss heute sieht die Besetzung so aus:

CDUCSUSPD
Friedrich MerzMarkus SöderLars Klingbeil
Jens SpahnAlexander DobrindtBärbel Bas
Carsten LinnemannAlexander HoffmannMatthias Miersch
Michael Meister (Notetaker)Björn Böhning (Notetaker)

An der Besetzung gibt es auch diesmal Kritik, denn Bas ist die einzige Frau in dem elfköpfigen Gremium – wie zuvor schon die ehemalige SPD-Chefin Saskia Esken beim ersten Koalitionsausschuss. So forderte Bundesgesundheitsministerin und Frauen-Union-Chefin Nina Warken (CDU) „mehr Frauen“ in dem Gremium. Das habe sie „deutlich artikuliert“.

Koalitionsausschuss heute: Schweitzer beschwört „anständigen Umgang“ bei Schwarz-Rot

Update, 2. Juli, 9.47 Uhr: Der Streit ist so verfahren, dass die CDU der SPD schon einen „Stromsteuer-Deal“ vorschlägt. Doch die SPD beschwört vor dem Koalitionsausschuss heute Einigkeit: Man habe sich in der schwarz-roten Koalition einen „anständigen Umgang“ zugesichert, „der sich von den Indiskretionen der geplatzten Ampelkoalition verabschiedet“, sagte SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt dem Tagesspiegel (Ausgabe von heute).

Koalitionsausschuss heute: Fallen Merz die Stromkosten auf die Füße?

Erstmeldung: Berlin – Gelingt ein Kompromiss bei der Stromsteuer, oder verfällt die Koalition in die alten Ampel-Muster des Misstrauens und des Streits? Der Koalitionsausschuss heute wird es zeigen.

Ab 17 Uhr geht es im Kanzleramt los, Nachtsitzungen hat Kanzler Friedrich Merz nach Informationen des Spiegels ausgeschlossen. Nach Einschätzungen des Magazins könnte es trotzdem länger gehen. Grund seien ein Dissens zwischen Merz und seinem Vizekanzler auf der einen Seite, und ihren jeweiligen Parteien auf der anderen Seite.

Alle schauen beim Koalitionsausschuss heute vor allem auf ein Thema: Kommt die Senkung der Stromsteuer für alle? Merz äußerte sich vor dem Treffen der Koalitionsspitzen zwar grundsätzlich offen für eine mögliche Ausweitung der Stromsteuersenkung – aber nur, wenn die Gegenfinanzierung gesichert ist. 

Die Stromsteuer soll – entgegen der Ankündigung im Koalitionsvertrag – nicht für alle gesenkt werden, also nicht für alle Betriebe sowie für private Haushalte. Kritik daran kam unter anderem von Unionsfraktionschef Jens Spahn und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) – dies sorgt wiederum für Verärgerung in der SPD. In der Union schieben sie Klingbeil die Schuld zu, und in der SPD fühlen sie sich deshalb unfair behandelt, berichtet der Spiegel.

SPD-Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil wurde eben von den Genossen mit lediglich 64,9 Prozent als Ko-Parteichef bestätigt. „Klingbeil taumelt: Um ihn zu stützen, wird Merz der SPD Zugeständnisse machen“, kommentierte der Münchner Merkur. Die Erwartungen an Merz seien hoch, „auch weil die Debatte längst die Regierungslinie infrage stellt“, schrieb die Frankfurter Rundschau.

Sparen will die schwarz-rote Koalition beim Bürgergeld. 1,5 Milliarden Euro sollen es nach dpa-Informationen nach ersten Plänen im kommenden Jahr sein, später soll die Sparsumme auf 4,5 Milliarden Euro steigen. Die Bild-Zeitung berichtete zuerst darüber. Zunächst sollen demnach Sanktionen verschärft werden. Dann solle eine grundsätzliche Reform mit einer Neuberechnung der Regelsätze folgen. 

Koalitionsausschuss heute: Schwarz-Rot ringt auch um die Rente

Auch um die Rente dürfte es im Koalitionsausschuss gehen. Ohne ein stabiles Rentenniveau würde sich der wachsende Übertritt der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in die Rente so auswirken, dass die Renten nicht mehr so stark steigen wie die Löhne. (Redaktion mit Nachrichtenagenturen)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frederic Kern

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