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Zahl auf Rekordniveau

Rentner müssen mehr arbeiten: Debatte bringt umstrittene Wagenknecht-Forderung auf den Tisch

Laut der Union arbeiten Rentnerinnen und Rentner zu wenig. Aktuelle Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. BSW-Chefin Wagenknecht übt Kritik.

Berlin – Rentnerinnen und Rentner sollen mehr arbeiten – damit hat die Union eine hitzige Debatte losgetreten. Durch die Einführung einer Aktivrente sollen Ruheständler 2000 Euro im Monat steuerfrei dazuverdienen, wenn sie freiwillig weiter arbeiten. Das hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag angekündigt. Ein Blick auf aktuelle Zahlen lenkt die Debatte über arbeitende Rentner nun in eine andere Richtung.

Arbeitern Rentner zu wenig? Zahl auf Rekordniveau gestiegen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im vergangenen Jahr mehr als 1,1 Millionen Menschen im Alter von 67 oder älter noch erwerbstätig. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage des BSW hervor, die dem stern vorliegt. Das waren so viele arbeitende Rentner wie nie zuvor und 51.000 mehr als 2023.

Im Vergleich zu 2004 hat sich die Zahl demnach vervierfacht. Damals waren 288.000 Menschen ab 67 noch erwerbstätig. Die Zahl der Rentner hat sich im selben Zeitraum hingegen nur geringfügig erhöht: 2004 lag sie bei 19,6 Millionen, im vergangenen Jahr bei 21,4 Millionen.

Viele Rentner arbeiten – Wagenknecht wirft Linnemann „Verhöhnung“ der Rentner vor

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht zufolge deuten die Zahlen auf ein grundlegendes Problem bei der Rente hin. „Heute arbeiten so viele Rentner wie noch nie“, sagte Wagenknecht dem stern. Zwar sei es gut, „wenn Unternehmen auch vermehrt auf die Kompetenzen Älterer zurückgreifen würde“. Auch würden sicher nicht alle aus finanziellen Gründen länger arbeiten.

Schlaganfall-Prävention hängt von mehreren Faktoren ab. Der Lebensstil spielt allerdings eine große Rolle. Bewegung und gesunde Ernährung können zur Vorbeuge helfen (Symbolbild).

„Die Vervierfachung der Zahlen zeigt aber, dass hunderttausende Senioren schlicht gezwungen sind, ihre schmalen Bezüge aufzubessern“, so die BSW-Chefin. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann warf sie vor, die Rentner zu „verhöhnen“. Linnemann hatte im TV bei „Miosga“ die Arbeitsunwilligen kritisiert und vor allem die Rentnerinnen und Rentner ins Visier genommen.

Wagenknecht fordert schon länger eine Rente nach österreichischem Vorbild als Maßnahme im Kampf gegen die Altersarmut. „Wir brauchen den Wechsel zur Österreich-Rente“, sagte Wagenknecht im Mai. Ihre Partei fordert eine Mindestrente von 1500 Euro nach 40 Versicherungsjahren. In Österreich zahlen fast alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rente ein; die Durchschnittsrente liegt deutlich höher als in Deutschland. Mit der Debatte über zu wenig arbeitende Rentner dürfte diese Forderung nun wieder auf dem Tisch gebracht werden. Allerdings weist das Rentenmodell langfristig Probleme auf.

Rentner arbeiten noch im Rentenalter – was sind die Gründe?

Doch nicht immer sind nicht ausreichende Rentenansprüche der Grund, warum Menschen noch im Rentenalter arbeiten. Inflation und Energiekrise haben einen Teil der Rente zuletzt aufgefressen; die neue Koalition unter Neukanzler Friedrich Merz (CDU) hat bereits die nächsten Maßnahmen für die Rente parat. Business Insider hat dabei den schnellen demografischen Wandel als einen der wichtigsten Gründe für Rentnerarbeit aufgezeigt.

Durch die Alterung der Bevölkerung nimmt der schon viel beschriebene Fachkräftemangel völlig neue Dimensionen an. Es fehlen schlichtweg die ausgebildeten Fachkräfte. Für viele ältere Menschen ist das ein Anreiz, länger in ihren Betrieben zu bleiben oder neue Arbeit zu finden. Darüber hinaus gibt es viele individuelle Gründe für die Arbeit im Rentenalter. Eine Minderheit tue es aus finanziellen Gründen, aber selbst dann nicht aus Geldnot. Oftmals solle diese Arbeit einen hohen Lebensstandard ermöglichen. Zudem gibt es auch Rentner, die einfach aus Freude an der Arbeit weiter einem Beruf nachgehen. (bohy)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Gstettenbauer

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