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Acht-Stunden-Tag soll weg

Rentner arbeiten laut Linnemann zu wenig – CDU will Situation umgehend verbessern

Die Union attackiert die Arbeitsunwilligen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sieht dabei besonders bei Rentnern und Rentnerinnen Handlungsbedarf.

Berlin – Die neue Regierung fordert die Deutschen auf, mehr zu arbeiten und für den Wohlstand des Landes zu sorgen. So will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Acht-Stunden-Tag abschaffen und stattdessen eine Wochenhöchstarbeitszeit einführen. In der ARD-Sendung Caren Miosga hat nun der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann nochmal nachgelegt und findet, auch die Rentner und Rentnerinnen im Land müssten mehr anpacken.

Rentner arbeiten zu wenig: CDU setzt ab 2026 Anreize für spätere Rente

Linnemann sagte zwar: „Die Leistungsbereitschaft ist da“, als er von Miosga zu dem Thema genauer befragt wurde. Das Problem sei nur, dass Abgaben und Steuern so hoch seien, dass viele den Eindruck hätten, es bleibe zu wenig Netto vom Brutto und das Arbeiten lohne sich nicht mehr. „Wer arbeitet denn jetzt zu wenig?“, fragte die Journalistin dann konkreter nach. Linnemann: „Die Rentner zu Beispiel“.

Die Union möchte das also ändern. Dabei betont Linnemann in der ARD: „Wir wollen sie nicht zwingen, zu arbeiten“. Stattdessen soll es aber einen Anreiz zu längerem Arbeiten, auch über die Regelaltersgrenze hinaus, geben. Ab dem 1. Januar 2026 sollen Rentner und Rentnerinnen 2000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen können. Linnemann glaubt, dass zehntausende Menschen dieses Angebot annehmen würden.

„Caren Miosga“ - Carsten Linnemann fordert mehr Arbeitsleistung von Menschen im Ruhestand.

Unterstützt wurde Linnemann in der Runde von Ökonom Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, der anführte, dass Arbeitnehmende über 60 in Deutschland im Schnitt zehn bis 20 Prozent weniger arbeiten würden, als in den skandinavischen Nachbarländern. „Da läuft etwas schief“, so Schularick. In Dänemark wurde erst in der vergangenen Woche das Rentenalter auf 70 gesetzt für alle, die ab 1970 geboren wurden. Die Jahrgänge der 1990er erwarten, in dem Land erst ab 73 oder 74 in Rente gehen zu können.

IG Metall: Viele Rentner können nicht mehr arbeiten – Frauen sind oft in Teilzeit

Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung sind die Angriffe der Union nicht hinzunehmen. Die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, die ebenfalls zu Gast bei Caren Miosga war, sagte, viele Menschen seien körperlich und psychisch nicht mehr in der Lage, viel zu arbeiten. Und: „Wir haben eine Menge Frauen, die in Teilzeit sind. Die würden gerne mehr arbeiten. Da hat die Bundesregierung an der falschen Stelle angesetzt.“ Fast die Hälfte aller Frauen im Land arbeiten in Teilzeit, wie das Statistische Bundesamt erst jüngst wieder ermittelt hat. Das liegt zu einem großen Teil an den fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.

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Die Debatte um die fehlende Arbeitsbereitschaft im Land geht nun seit einigen Wochen. Die Union will den Acht-Stunden-Tag abschaffen und so flexiblere Arbeitsmodelle schaffen. Die Einführung einer Wochenarbeitszeit könnte zum Beispiel bedeuten, dass man statt fünf Acht-Stunden-Tage pro Woche vier Zehn-Stunden-Tage arbeitet. Aber auch andere Varianten sind denkbar.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Uwe Koch

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