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Bas-Vorschlag erntet Kritik

Reform der Rente: Beamte in die Rentenkasse holen „würde ein Haufen Probleme produzieren“

Die Diskussion um den Reformvorschlag für die Rente von Arbeitsministerin Bärbel Bas geht weiter. Ökonomen befürchten Milliardenkosten – und viele neue Probleme.

Berlin – Sollte es eine gemeinsame Rentenkasse für Beamte, Angestellte, Politiker und Selbstständige geben? Oder sollte es nach wie vor getrennte Systeme geben, mit allen Ungleichheiten und Lücken, die immer wieder für Probleme sorgen? Das ist im Wesentlichen die Diskussion, die die neue Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas (SDP) in der vergangenen Woche ausgelöst hat. Sie forderte eine Zusammenführung der Systeme, um die Finanzierung der Rentenversicherung auf sicherere Beine zu stellen.

Ökonomen lehnen Renten-Idee von Bärbel Bas ab: Hohe Kosten und neue Probleme

Kritik kam prompt vom Koalitionspartner, allerdings auch von Ökonomen. In ihrem Jahresgutachten von 2023/24 haben sich die sogenannten Wirtschaftsweisen ausführlich mit genau dieser Thematik befasst. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Rentenkasse durch den Einbezug der Beamten finanziell nicht besser dastünde, zumindest nicht langfristig. Spätere Generationen müssten am Ende sogar noch höhere Beiträge bezahlen, um die vielen Renten zu bezahlen, als ohnehin schon. Darüber hinaus würde die Reform das Rentenniveau kaum stabilisieren.

Schlager- und TV-Stars packen über Höhe ihrer Rente aus: Einer kriegt nur 41 Euro im Monat

Rentenbescheid
Beim Blick auf den Rentenbescheid oder den entsprechenden Kontoauszug reagieren manche glücklicher, manche weniger. Und man vergleicht sich natürlich gerne. Da ist es durchaus spannend: Wie viel Rente kassieren eigentlich die Promis? © Lobeca/IMAGO
Rente
In Interviews haben sich immer wieder Stars geäußert. Die Beträge beziehen sich natürlich auf den damaligen Zeitpunkt, könnten sich längst geändert haben. Mancher Promi hat nicht viel eingezahlt – entsprechend unterschiedlich sind die Rentenbeträge. © Lobeca/Imago
Thomas Gottschalk
Thomas Gottschalk legte einst kurz vor seinem 70. Geburtstag seine Rente auf den Cent genau offen. © IMAGO/imageBROKER/Arnulf Hettrich
Thomas Gottschalk
2020 war das. Er nannte dem „Handelsblatt“ damals den Betrag von 915,79 Euro im Monat und sagte: „Das verdanke ich meiner Festanstellung beim Bayerischen Rundfunk in den achtziger Jahren.“  © POP-EYE/H.Urs via www.imago-images.de
Dagmar Frederic
Schlager- und Moderationslegende Dagmar Frederic war vor allem in der DDR ein Topstar. Am 15.4.2025 feierte sie ihren 80. Geburtstag. © IMAGO/Brigitte Dummer
Dagmar Frederic
Sie tritt immer noch sehr regelmäßig als Sängerin auf, das Foto entstand im März 2025. Auch, um ihre Rente damit aufzubessern. 2017 sagte sie der „Superillu“: „Ich bekomme 720 Euro Rente, und es wäre dramatisch, wenn ich nur damit auskommen müsste. Aber ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir durch mein Talent auch immer was dazuverdienen kann.“  © IMAGO/Matthias Wehnert
Dagmar Frederic
Auch ein Jahr später nannte Dagmar Frederic noch mal eine konkrete Zahl zu ihrer Rente. „750 Euro im Monat“ waren es 2018, erzählte sie der „Bild“. „Aber davon könnte ich nicht leben.“  © IMAGO/Matthias Wehnert
Kader Loth
Kader Loth sprach 2025, mit 52 Jahren, mit der „Bild“ über die aktuelle Zahl auf ihrem Rentenbescheid. Der Reality-Star: „Nach meinem aktuellen Bescheid werde ich nur 400 Euro im Monat im Alter bekommen. Natürlich habe ich jetzt große Angst vor Altersarmut. Alleine der Gedanke ans Alter macht mich jetzt schon unruhig“ © Breuel-Bild/IMAGO
Kader Loth Circus
Kader Loth zeigte sich schockiert: „Ich war fast mein ganzes Leben lang selbstständig. Da wusste ich, dass ich keine hohe Rente erwarten durfte. Aber dass sie so gering werden könnte, ist schon heftig.“ © POP-EYE / Ben Kriemann
Heino
Schlager-Legende Heino sprach 2012 mit Bunte.de über die Höhe seiner Rente. Das ist lange her, aber er kassierte damals schon einiges. „Ich bekomme 1635 Euro Rente“, meinte er damals. © IMAGO
Heino
Woher kommt der stattliche Betrag? Heino 2012 weiter: „Ich habe als Bäcker und Konditor gearbeitet.“ Er weiß auch: „Viele meiner Künstlerkollegen können nicht auf eine Rente zurückgreifen. Teilweise lebe ich auch davon.“ © Kerstin Kokoska / Imago
Mary Roos
Für Schlager-Legende Mary Roos war der Rentenbescheid ein Schock. Sie sagte 2022 der „Bild am Sonntag“: „Als mein Rentenbescheid kam, erfuhr ich, dass mir monatlich 350 Euro zustehen. Mit so wenig Geld hatte ich nicht gerechnet.“ © IMAGO/Stephan Wallocha
Mary Roos
Mary Roos überlegte damals, auf ihre Rente zu verzichten, dachte dann um: „Da ich damals nicht wusste, dass das Geld nicht automatisch gespendet wird, werde ich mir die Rente jetzt direkt auszahlen lassen“, sagte sie zur „Bild am Sonntag“. „Sobald die Zahlung bei mir ankommt, werde ich das Geld dann selbst für einen guten Zweck weitergeben.“ © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON
G.G. Anderson
Minusrekordverdächtig: der Betrag von G.G. Anderson, über den er 2023 mit T-Online sprach. 36 Euro! „Ich habe vier Jahre als Elektriker gearbeitet, deswegen bekomme ich eine Rente von 36 Euro pro Monat. Jedes Mal, wenn mir der Betrag überwiesen wird, gehe ich ein Bier trinken“, so der Schlager-Star lachend. © IMAGO/mix1 - Matthias Baran
G.G. Anderson
Am Hungertuch nagt G.G. Anderson trotzdem nicht. Er hat mehr als 1.000 Songs geschrieben und erklärte bei T-Online: „Wenn du einige Songs geschrieben hast, kannst du von der Gema wirklich gut leben. Zu D-Mark-Zeiten lag meine Ausschüttung bei knapp eine Million pro Jahr. Ab meinem 30. Lebensjahr bis zum heutigen Tag habe ich 40 Jahre lang ein Schweinegeld verdient.“  © Horst Galuschka / Imago
G.G. Anderson
Ende 2024 sprach G.G. Anderson mit T-Online erneut über seine Rente. Bis dahin durfte er sich über eine „satte“ Erhöhung freuen. Den alten Betrag stellte er wie folgt richtig: „Das stimmt nicht mehr, weil die 36 Euro auf 41 Euro erhöht wurden. Immerhin.“ © POP-EYE/Scherf / Imago
G.G. Anderson
Seine Frau Monika (Foto) kümmert sich um seine Finanzen und hält das Geld zusammen, G.G. Anderson selbst hat‘s damit nicht so. © STAR-MEDIA / Imago
Jürgen Drews
Jürgen Drews hat den 80. Geburtstag schon hinter sich. Zum 75. hatte er mit der „Bild am Sonntag“ über die Höhe seiner Rente gesprochen. Und die fiel zu dem Zeitpunkt äußerst kümmerlich aus. © IMAGO/Frederic Kern
Jürgen Drews
Auf die Frage, ob er Rente bekomme, antwortete er damals, 2020: „Eine Mini-Rente, ja. Das sind noch nicht mal 200 Euro. Davon kann ich mit Ramona einmal schön essen gehen. Das war’s.“ © IMAGO/Daniel Lakomski/Jan Huebner
Katrin Sass
Schauspielerin Katrin Sass erklärte 2019 der „Bild“, dass sie nur rund 800 Euro Rente im Monat bekommen werde. „Davon kann ich nicht leben. Ich habe es früher leider versäumt, richtig für mich vorzusorgen.“ © IMAGO/Eibner-Pressefoto
Hansi Kraus
Durch die Verfilmung der Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma ist der Münchner Schauspieler Hansi Kraus zum Kinderstar geworden. Auch wenn er seitdem in unzähligen Filmen aufgetreten ist, hat er nur eine schmale Rente von rund 600 Euro, verriet er 2023 der „tz“. © Teutopress/Imago
Hansi Kraus
Hansi Kraus 2023 zur „tz“: „Finanziell ausgesorgt habe ich noch lange nicht.“  © IMAGO/B. Lindenthaler
Eleonore Weisgerber
Eleonore Weisgerber versuchte jahrelang, von der Deutschen Rentenversicherung eine Erhöhung zu erreichen, sagte sie 2023 der „tz“. „Ich habe 45 Jahre gearbeitet und bekam nur 887 Euro. Durch die Erhöhungen der letzten Jahre bekomme ich inzwischen gut über 900 Euro im Monat.“  © IMAGO/Eventpress Fuhr
Hannes Jaenicke
„Ich bekomme, wenn ich das Rentenalter erreiche, 600 Euro, aber da bin ich selbst schuld“, sagte Hannes Jaenicke im Jahr 2020 der „Bunte“. © Malte Ossowski/SVEN SIMON/Imago
Jaenicke
Selbst schuld? Auch da ging Jaenicke 2020 ins Detail. „Ich war nie auf dem Arbeitsamt wie andere Kollegen, wenn ich nicht gedreht habe.“ Offenbar machen das andere Schauspieler. Jaenicke habe dies immer unanständig gefunden, nachdem es habe Zeiten gegeben, in denen er „wirklich gut“ verdient habe. © IMAGO/Eventfoto54/Imago
Angelika Kallwass
Auch Talk-Legende Angelika Kallwass („Zwei bei Kallwass“) sprach einst über die Höhe ihrer Rente, und zwar 2020 bei der „Webtalkshow“. Auf die Frage von Moderator Nico Gutjahr, ob sie denn die Rente nie interessiert habe, antwortete sie: „Ja, leider.“ Offensichtlich hat die eigentlich das Thema schleifen lassen. © Malte Ossowski/SVEN SIMON
Kallwass
Kallwass 2020 weiter: „Also ich habe in meinem Leben berentet gearbeitet als Studentin damals bei Bayer Leverkusen und dann später im Krankenhaus, also in der Uniklinik und auch noch mal zwischendurch in einem Frauenhaus, immer als Psychologin. Ich habe damals für die Rente abgeführt, aber danach als Selbständige gedacht: Brauch ich nicht. Deswegen sage ich: ‚Leider nicht.‘ Ich hätte es mal besser getan.“ Sie bereue das „schon ein bisschen“. © Eventpress MP / Imago
Angelika Kallwass
Jetzt muss Angelika Kallwass mit den Konsequenzen leben, wie sie 2020 ausführte. „Ich kann dir sagen, was ich als Rente bekomme. Davon kann ich nicht leben, nicht sterben. 380 Euro.“ Sie sei auf die Arbeit angewiesen, sagte sie im Juni. Von ihrem verstorbenen Mann bekomme sie eine Rente, „zwar auch keine große, denn er hat genauso bescheuert gehandelt wie ich.“ © Klaus W. Schmidt/Imago
Oliver Pocher
Oliver Pocher verriet beim „Bild“-Talk „Viertel nach acht“ 2021 seine Rentenhöhe. „Aktuell kriege ich 300 bis 400 Euro“, gab der Fernsehstar zu. © IMAGO/Oliver Langel
Jan Böhmermann
Jan Böhmermann plauderte 2021 im Podcast „Fest & flauschig“ mit Olli Schulz über seine Rente. „Hey, ich hab letztens wieder meinen Rentenbescheid gekriegt. Weißt du wieviel ich momentan verdiene?“, stellte er als Frage an Schulz. © IMAGO/Michael Kremer
Jan Böhmermann
Sein Podcast-Kollege fing daraufhin gleich an zu raten: „450 Euro?“ Doch Böhmermann verneinte: „Nein, 170 Euro Rente. 170“. Schulz wiederholte: „170“. © IMAGO/Christoph Hardt
Harald Schmidt
Anlässlich seines 65. Geburtstags sprach auch Harald Schmidt mit der dpa über seine Rente. 2022 war das. © Jens Krick/Imago
Harald Schmidt
Schmidt erklärte 2022 zur Höhe seiner Rente: „Aktueller Stand: 272 Euro. Im Ernst! Die kassiere ich auch knallhart, ich hab ja einbezahlt, das steht mir zu. Das ist ja kein Almosen, das ist ein Deal, den ich mit dem Staat gemacht habe. Her damit!“ © IMAGO/Andreas Weihs

Trotzdem gäbe es aus Wirtschaftsweisen-Sicht Reformoptionen, die sich lohnen könnten. So würde eine Verschlankung des Beamtentums nur auf hoheitliche Berufe (Verteidigung, Polizei, Justiz) einiges an Kosten sparen. Zudem könnte eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs zumindest kostenneutral sein – und für mehr Transparenz und Gerechtigkeit sorgen.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hingegen schmettert den Bas-Vorschlag gänzlich ab. In einer aktuellen Mitteilung schreibt das arbeitgebernahe Institut: „Der Vorschlag würde einen Haufen Probleme produzieren – ohne die bestehenden zu lösen.“

Beamte in die Rentenkasse holen würde Gehaltskürzung für Millionen bedeuten

Würden zunächst nur neue Beamte in die gesetzliche Rentenkasse aufgenommen werden, gäbe es eine Ungleichstellung zwischen neuem und altem Personal. Die Neuen müssten nämlich Beiträge an die Rentenkasse aus ihren Gehältern bezahlen, was „de facto einer Gehaltskürzung entsprechen“ würde, so das IW. Wenn die Dienstherren (also Bund, Land und Kommunen) die Beiträge wie bei Angestellten hälftig teilen müssten, dann würde das weitere Milliardenkosten einfordern – zusätzlich zu den laufenden Pensionen, die ja auch noch bezahlt werden müssen.

Das IW hat auch berechnet, was es kosten würde, wenn sofort alle Beamte in die Rentenkasse überführt würden. „Trügen die öffentlichen Arbeitgeber den gesamten Beitragssatz, entstünden nach IW-Berechnungen bei aktuell rund 1,9 Millionen Beamten Mehrkosten von knapp 20 Milliarden Euro jährlich. Bei paritätischer Finanzierung wären es immer noch zehn Milliarden Euro.“ Allerdings ist dies äußert unwahrscheinlich, da Beamte einen Bestandsschutz genießen und es verfassungsrechtlich nicht möglich wäre, an den Pensionen zu kürzen.

Rentenversicherung fordert Aufnahme der Selbstständigen in die gesetzliche Rente

Das IW fordert wie auch die Wirtschaftsweisen eine Verschlankung des Beamtentums, um so Kosten zu sparen. „Wenn es darum geht, Pensionen und Renten anzugleichen, sollte die SPD genau dort ansetzen, zum Beispiel, indem sie die Höhe der Pensionsansprüche reformiert“, schreibt das Institut.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) ist auch eher skeptisch, was den Vorschlag von Bärbel Bas betrifft. DRV-Präsidentin Gundula Roßbach sagte gegenüber der Mediengruppe Bayern: „Eine Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rente wäre aber kein Sprint, sondern ein sehr langer Prozess, der gut geplant werden müsste. Ein Start mit den nicht abgesicherten Selbstständigen steht jedoch schon seit Jahren an und ist auch im Koalitionsvertrag angedacht.“ Auch die Ampel-Koalition und davor die letzte Große Koalition unter Angela Merkel (CDU) hatten die Versicherungspflicht für Selbstständige vorgesehen, aber nicht umgesetzt.

Differenz zwischen Rente und Beamtenpensionen stößt immer wieder auf Kritik

Die Differenz zwischen Renten und Pensionen ist vielen Bürgerinnen und Bürgerin im Land schon lange ein Dorn im Auge. Laut aktuellem Alterssicherungsbericht haben Verbeamtete des Bundes im Januar 2023 im Schnitt über 3000 Euro brutto monatlich an Pension erhalten. Derweil bekommen Rentner und Rentnerinnen durchschnittlich nur um die 1500 Euro brutto im Monat. Das empfinden viele als ungerecht.

Eigentlich soll die Pension von Beamten aber sowohl die erste als auch die zweite Säule der Altersvorsorge abdecken; die Rente ist nur für die erste Säule da – für die zweite Säule, die Betriebsrente, sind Unternehmen und Arbeitnehmer selbst verantwortlich.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Iuliia Zavalishina

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