Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Wir müssen davon ausgehen“

Krankenkassenbeiträge 2026: Massive Zusatzbeitrag-Erhöhungen drohen

Eigentlich sollten die Krankenkassenbeiträge stabil bleiben, doch bald drohen Erhöhungen. „Wir müssen davon ausgehen“, warnen mehrere Kassen.

Es ist Dezember 2024, wenige Tage vor Heiligabend. In weihnachtlicher Vorfreude sehen Millionen Deutsche nach der Post und finden im Briefkasten ein Schreiben ihrer Krankenkasse. „Guten Tag, leider müssen wir Ihnen heute mitteilen, dass wir als Ihre Krankenkasse unseren Zusatzbeitrag anpassen müssen“, heißt es in den Briefen, die viele Versicherte vergangenes Jahr bekommen haben. „Wir bedauern diese Entscheidung.“ Frohe Weihnachten.

Die Krankenkassenbeiträge werden wohl auch im Jahr 2026 steigen.

Eigentlich sollten derartige Schreiben dieses Jahr ausbleiben – doch dieses Versprechen der Merz-Regierung wackelt mittlerweile gewaltig. Mehrere Kassen warnen auf Anfrage unserer Redaktion vor der nächsten Erhöhung.

Zusatzbeitrag 2026: „Eine Reihe an Krankenkassen wird den Zusatzbeitrag erhöhen“

Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, spricht von einem „fatalen Signal für Millionen Beitragszahler“. Die nach Mitgliedern größte Kasse des Landes hat noch nicht entschieden, ob sie den Zusatzbeitrag anhebt, heißt es auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Sollte das Sparpaket scheitern oder zu spät verabschiedet werden, drohten allerdings Erhöhungen mehrerer Kassen. „Die Konsequenz wäre, dass die Beitragssätze im Schnitt noch stärker steigen würden“, so Baas. Ähnlich äußern sich andere Kassen.

„Den Warnungen vor steigenden Beiträgen können wir uns nur anschließen“, heißt es von der IKK classic. Und nach Ansicht der Krankenkasse HKK sind bislang „kaum entsprechende politische Beschlüsse erkennbar, welche die enormen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen eindämmen“, erklärt ein Unternehmenssprecher. „Für den Fall, dass der Gesetzgeber nicht handelt, rechnet die HKK zum Jahreswechsel 2025/26 damit, dass der Zusatzbeitrag im Durchschnitt aller Krankenkassen steigen wird“, heißt es weiter. „Das bedeutet, dass eine Reihe an Krankenkassen ihren Zusatzbeitragssatz erhöhen wird.“ Ob auch die HKK ihren Beitrag anhebt, werde im Dezember entschieden.

Was ist der Zusatzbeitrag bei der Krankenkasse?

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gibt es einen allgemeinen Beitragssatz, der aktuell bei 14,6 Prozent liegt. Er wird jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag der Krankenkassen, mit dem diese ihre Kosten decken. Er wird als Prozentsatz vom beitragspflichtigen Einkommen berechnet. Der tatsächliche Zusatzbeitrag wird von den Krankenkassen individuell festgelegt – auf Grundlage der wirtschaftlichen Situation der jeweiligen Kasse.

Noch nicht entschieden haben auch AOK, Knappschaft und BKK Firmus, die günstigste aller gesetzlichen Krankenkassen. Auch dort heißt es jedoch: „Wir gehen davon aus, dass einige Krankenkassen ihren Beitrag zum Jahreswechsel erhöhen.“ Die BKK ProVita teilt mit: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Zusatzbeiträge im Jahr 2026 bei allen Kassenarten steigen werden.“ Wie es bei den anderen Betriebskrankenkassen aussieht, ist unklar. Auch hier werde noch entschieden, sagte uns Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. „Sicher scheint jedoch, dass die Schallmauer von drei Prozent durchschnittlichem Zusatzbeitrag durchbrochen werden wird.“

Krankenkassen-Kosten 2026: „Schlechte Nachrichten für 75 Millionen Versicherte“

Von einem „politischen Trauerspiel“ und „schlechten Nachrichten für 75 Millionen Versicherte“ spricht der GKV-Spitzenverband. „In gut vier Wochen ist Weihnachten und noch immer ist nicht klar, wie die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen ab dem 1. Januar aussehen soll“, so GKV-Chef Oliver Blatt.

Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hatte eigentlich ein sogenanntes Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen. Der Bundesrat stoppte dieses Gesetz jedoch am Freitag und schickte es in den Vermittlungsausschuss. Dort landen Gesetze, die in der Länderkammer keine Mehrheit finden. Der Widerstand der Länder richtet sich gegen Einsparungen von 1,8 Milliarden Euro bei den Krankenhäusern, die den Großteil des Sparpakets von insgesamt zwei Milliarden Euro ausmachen sollen. (Quellen: GKV-Spitzenverband, Austausch mit mehreren Krankenkassen, Bundesrat, Bundesgesundheitsministerium, eigene Recherchen)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Sorge/Wolfilser (Montage)

Kommentare