GKV-Übersicht zum Sparen
Krankenkassenbeiträge steigen im Herbst – diese Kassen sind jetzt am billigsten
„Wir befürchten, dass die Beiträge erneut steigen“, heißt es von den Krankenkassen. Schon jetzt ist der Zusatzbeitrag höher als von der Politik beschrieben. Hier können Sie sparen.
Wer Politiker der Bundesregierung aktuell nach ihren Lösungsvorschlägen für die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fragt, bekommt stets dieselbe Antwort: Eine Kommission soll Antworten liefern. Gelöst ist das GKV-Problem damit allerdings nicht. Die Zusatzbeiträge steigen weiter.
Krankenkassen: „Befürchten, dass Beiträge im nächsten Jahr erneut steigen“
„Es gibt derzeit kein wirkliches Konzept zur Stabilisierung der Finanzen“, beklagte der Verband der Ersatzkassen schon im Sommer im Interview mit unserer Redaktion. „Deshalb befürchten wir, dass die Beiträge auch im nächsten Jahr erneut steigen werden.“ Nun hat im September eine Kasse den Zusatzbeitrag angehoben. Wie der GKV-Spitzenverband auf Anfrage des Münchner Merkur von Ippen.Media mitteilt, beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag aktuell 2,94 Prozent.
Was ist der Zusatzbeitrag der Krankenversicherung?
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gibt es einen allgemeinen Beitragssatz, der aktuell bei 14,6 Prozent liegt. Er wird jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag der Krankenkassen, mit dem diese ihre Kosten decken. Er wird als Prozentsatz vom beitragspflichtigen Einkommen berechnet und liegt laut Gesundheitsministerium bei durchschnittlich 2,5 Prozent. Laut GKV-Spitzenverband und vdek liegt er aufgrund weiterer Erhöhungen mittlerweile aber schon bei über 2,9 Prozent.
Lohnt sich ein Krankenkassenwechsel? Diese Kassen sind aktuell am billigsten
Damit dürften sich viele Versicherte die Frage stellen: Lohnt sich ein Krankenkassenwechsel? Die Antwort ist eindeutig: Versicherte können bei einem Krankenkassenwechsel nahezu immer sparen. Denn: 95 Prozent aller Krankenkassenleistungen sind gesetzlich festgelegt. Sie sind also bei allen Anbietern gleich. Manche Kassen bieten Zusatzleistungen an, wie eine professionelle Zahnreinigung, Osteopathie oder eine erhöhte Kostenübernahme von Reiseimpfungen. Seien Sie sich vor Vertragsabschluss also bewusst, welche Zusatzleistungen Ihnen wichtig sind.
In unserer Tabelle finden Sie die zehn billigsten Krankenkassen. Ihr Zusatzbeitrag liegt aktuell jeweils bei unter 2,5 Prozent. Die derzeit billigste Krankenkasse ist die bundesweit verfügbare bkk firmus, gefolgt von der Handelskrankenkasse (hkk). Bei beiden Krankenkassen können Menschen in ganz Deutschland Verträge abschließen. Es gibt aber auch vergleichsweise billigere Kassen, die nur in einzelnen Bundesländern verfügbar sind; etwa die BKK public mit 2,3 Prozent, die es nur in Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt, oder die BKK exklusiv, die in mehreren Bundesländern im Nordwesten verfügbar ist.
Bundesweit verfügbar und unter 2,5 Prozent Zusatzbeitrag sind auch die Audi BKK mit 2,4 Prozent sowie die WMF Betriebskrankenkasse und die mitgliederstarke Techniker mit jeweils 2,45 Prozent.
Ein Wechsel zu einer billigeren Krankenkasse kann sich also durchaus lohnen. Je nach Gehalt sind mehrere hundert Euro pro Jahr Ersparnis drin. Das wiederum hängt auch davon ab, bei welcher Krankenkasse Sie vorher versichert waren. Am teuersten ist derzeit die bundesweit verfügbare Knappschaft mit einem Zusatzbeitrag von 4,4 Prozent, dicht gefolgt von der BKK24 (4,39 Prozent). Eine Liste über die Zusatzbeiträge aller Krankenkassen finden Sie hier. (Quellen: GKV, vdek, eigene Berechnungen)
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