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„Schwachkopf“
Fed lässt Leitzins unverändert – neue Spannung zwischen Powell und Trump?
Die US-Notenbank hält den Leitzins stabil – zum Unmut von Donald Trump, der Zinssenkungen fordert. Das könnte zu weiteren Auseinandersetzungen führen.
Washington, D.C. – US-Notenbankchef Jerome Powell bleibt weiterhin auf Konfrontationskurs mit Donald Trump, der die derzeitige Spanne des Leitzinses für zu hoch hält. Da seine Forderungen bislang unbeachtet bleiben, hat Trump in den letzten Monaten wiederholt verbal gegen Powell ausgeteilt – unter anderem beschimpfte er ihn als „Dummkopf“, „Schwachkopf“ und „dummen Kerl.“
Zum Ärger von Trump: Fed lässt Leitzins unberührt
Trotz des starken Drucks von Trump auf eine Lockerung der Geldpolitik belässt die US-Notenbank den Leitzins unverändert. Wie der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) in Washington mitteilte, bleibt die Zinsspanne weiterhin bei 4,25 bis 4,5 Prozent. Für Marktteilnehmer kam diese Entscheidung wenig überraschend – sie erwarten eine mögliche Zinssenkung frühestens zur nächsten Sitzung im September. Der Leitzins spielt eine zentrale Rolle im Bankensystem: Er bestimmt den Zinssatz, zu dem sich Banken Geld bei der Fed leihen können.
Trump drängt auf niedrigere Leitzinsen, um die wirtschaftliche Entwicklung in den USA anzuschieben. Ein weiterer Beweggrund: Niedrige Zinsen erleichtern es Regierungen, Schulden aufzunehmen. Schätzungen des Haushaltsamts des US-Kongresses zufolge wird Trumps neues Steuergesetz innerhalb von zehn Jahren das Haushaltsdefizit um rund 3,3 Billionen US-Dollar (etwa 2,8 Billionen Euro) anwachsen lassen.
Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen
Wegen Trumps Zollpolitik: Powell setzt auf stabilen Leitzins
Powell hingegen sieht vor allem in Trumps Zollpolitik ein Risiko für Inflation und setzt daher auf eine vorsichtige geldpolitische Linie. Entsprechend zurückhaltend zeigt er sich bei möglichen Zinssenkungen. Zudem präsentiert sich die US-Wirtschaft einschließlich des Arbeitsmarktes derzeit stabil – ein weiterer Grund, den Leitzins nicht zu senken.
Die Trump-Regierung hat zahlreichen Ländern Zölle angedroht oder diese bereits eingeführt – mit spürbaren Konsequenzen für Verbraucher in den Vereinigten Staaten. Erst am Dienstag äußerte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) besorgt über gestiegene Importpreise in den USA. Die Beobachtungen deuten darauf hin, dass Unternehmen die erhöhten Kosten an ihre Kunden weiterreichen. Letztlich tragen demnach Importeure, Händler und Konsumenten die Last der Zölle.
Trump will Entlassung Powells: Spannungen zwischen US-Präsident und Fed-Chef
Zuletzt zeigte sich Trump bemüht, neue Argumente für eine Absetzung Powells zu präsentieren – oder auch zu erfinden. Während eines Besuchs in der US-Notenbank hielt er Powell vermeintlich neue Zahlen zu angeblich gestiegenen Renovierungskosten der Fed in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar vor. Powell reagierte sichtlich irritiert und widersprach: „Das ist ein Gebäude, das bereits gebaut wurde. Es wurde vor fünf Jahren fertiggestellt.“ Später relativierte Trump seine Haltung: Eine Entlassung Powells sei „ein großer Schritt, und ich halte ihn einfach nicht für notwendig“, sagte er.
„Schattenvorsitzender“: Unstimmigkeiten im Gouverneursrats
In Washington kursieren bereits Namen möglicher Kandidaten für die Nachfolge von Jerome Powell. Es ist sogar von einem „Schattenvorsitzenden“ der Federal Reserve die Rede, der – im Sinne Trumps – Powells Autorität untergraben soll. Als mögliche Nachfolger werden unter anderem US-Finanzminister Scott Bessent sowie das frühere Fed-Vorstandsmitglied Kevin Warsh gehandelt. Der 55-jährige Republikaner Warsh hatte zuletzt mit seiner Forderung nach einem „Regimewechsel“ bei der Fed im Einklang mit Trumps Vorstellungen für Aufmerksamkeit gesorgt.
Auch innerhalb des Gouverneursrats der Fed gibt es Personen, die Trump ins Amt gebracht hat: Michelle Bowman und Christopher Waller. Beide stimmten nun – entgegen der Mehrheit – für eine moderate Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte. Diese Abweichung ist beachtenswert, denn derartige Meinungsverschiedenheiten sind bei der traditionell konsensorientierten Fed seit über 30 Jahren kaum vorgekommen.
„Schoßhund“: Nächster Fed-Vorsitzende soll Trump-Linie folgen
Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman äußerte sich dazu mit deutlichen Worten. Ihm zufolge spiele es kaum eine Rolle, welcher „Schoßhund“ des Präsidenten die Nachfolge Powells antrete: „Der nächste Vorsitzende der Fed wird ein gehorsamer Parteigänger sein“, prognostiziert Krugman. Für die politische Unabhängigkeit der Notenbank wäre das vermutlich ein schwerer Rückschlag. (dpa/AFP/hk)