Explodierende Krankenkassenbeiträge
Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge: Mehrkosten für Rentner ab März
Es ist möglich, dass die Krankenversicherungsbeiträge in Deutschland ab Januar 2025 um durchschnittlich 0,8 Prozentpunkte steigen. Für Rentner wird diese Erhöhung allerdings erst ab März merklich.
Frankfurt – Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte es bereits letzte Woche angekündigt: Der Krankenkassenbeitrag soll im Januar 2025 um 0,8 Prozentpunkte steigen. Als Gründe nannte er Inflation, steigende Löhne und vor allem die Ineffizienz im deutschen Gesundheitssystem. „Im nächsten Jahr werden die Beitragssätze in der Krankenversicherung um 0,8 Punkte steigen“, erklärte der SPD-Politiker jüngst. „Das ist ein sehr starker Beitragssatzanstieg.“
Trotz hoher Kosten sei das deutsche Gesundheitssystem ineffizient und biete teilweise nur mittelmäßige Qualität, obwohl es das Teuerste in Europa sei.
Gesamtbeitrag von 17,1 Prozent: Rentner müssen mit höheren Abzügen rechnen
Auch Rentner trifft diese Neuerung. Zur Info: In Deutschland entrichten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von ihrem Bruttolohn Krankenkassenbeiträge. Auch Rentenbeziehende leisten diese Abgabe, wenn sie in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) versichert sind.
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Die Beitragserhöhung würde bedeuten, dass der Gesamtbeitragssatz für Krankenversicherte von derzeit 16,3 Prozent auf etwa 17,1 Prozent ansteigen könnte. Die finale Entscheidung darüber steht zwar noch aus, doch Experten des sogenannten Schätzerkreises gehen von einer notwendigen Anpassung aus, um die finanzielle Stabilität der Kassen zu sichern. Der Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherung hatte zuvor mitgeteilt, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2025 um 0,8 Punkte auf 2,5 Prozent steigen soll. Mit dem regulären Beitragssatz von 14,6 Prozent läge der Gesamtbeitrag damit auf einer Rekordhöhe von 17,1 Prozent, die vom Bruttolohn abgeführt werden.
Krankenkassenbeiträge steigen: Neuer Beitragssatz für Rentner ab März 2025 gültig
Während Arbeitnehmer die Beitragserhöhung direkt ab Januar 2025 spüren würden, verzögert sich die Anpassung für Rentner um zwei Monate. Laut dem Portal ihre-vorsorge.de wird der höhere Beitrag für Rentner erst ab März 2025 wirksam.
Grund dafür ist die Verzögerung bei der Berechnung und Abbuchung der Krankenversicherungsbeiträge aus der Rente. In den Monaten Januar und Februar 2025 zahlen Rentner somit weiterhin den bisherigen Beitragssatz von 16,3 Prozent. Er setzt sich aus dem Beitrag zur Krankenversicherung (14,6 Prozent) und dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,7 Prozent) zusammen. Rentenbezieher und die Deutsche Rentenversicherung teilen sich diese Abgaben je zur Hälfte.
Rein faktisch können Renten nicht gekürzt werden. Eine erhebliche Steigerung des Zusatzbeitrags bei der gesetzlichen Krankenversicherung sorgt dennoch dafür, dass 21 Millionen Rentner im kommenden Jahr mit höheren Abzügen rechnen müssen. Sie müssen dann mit einer geringeren Netto-Rente auskommen.
Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR): Wichtige Absicherung im Alter
Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) sorgt für die Absicherung der Rentner. Der Beitrag zur Krankenversicherung wird dabei zur Hälfte von der Deutschen Rentenversicherung und zur anderen Hälfte von den Rentnern selbst getragen.
Der aktuelle Beitragssatz setzt sich aus einem festen Anteil von 14,6 Prozent sowie einem kassenindividuellen Zusatzbeitrag zusammen, der im Durchschnitt bei 1,7 Prozent liegt. Sollte der Zusatzbeitrag 2025 wie prognostiziert um 0,8 Prozentpunkte steigen, erhöht sich dieser auf 2,5 Prozent, was den Gesamtbeitrag auf 17,1 Prozent anhebt.
Rentner erhalten Benachrichtigung
Laut ihre-vorsorge werden Rentner über die Änderung der Krankenversicherungsbeiträge informiert, sobald die neue Regelung greift. Die entsprechenden Hinweise erhalten sie über den Kontoauszug ihrer Bank, auf dem die abgebuchten Beiträge vermerkt sind. Eine zusätzliche schriftliche Benachrichtigung seitens der Rentenversicherung ist nicht vorgesehen. Mit Material von Reuters.
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