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Verband mahnt Merz

„Schaumstoffkrise“: EU-Land ächzt unter Trumps Iran-Krieg – auch Deutschland droht ein Problem

Trumps Ölkrise endet nicht an der Zapfsäule. In Litauen ist die Rede von einer „Schaumstoffkrise“. Auch in Deutschland ist die Lage nicht rosig.

Der Krieg im Iran bereitet vielen Menschen vor Ort Leid – beunruhigt aber auch die Wirtschaft. Die Folgen könnten bald in vielen Lebensbereichen ankommen, weit über den Tankstellenbesuch hinaus. Ein Beispiel: Häuser und Wohnungen zu sanieren könnte teurer werden. Aus dem EU-Land Litauen etwa kam zuletzt die Warnung vor einer „Schaumstoffkrise“ – und dem möglichen Aus für ein Renovierungsgroßprojekt in der Hauptstadt Vilnius. Dämmmaterial sei zuletzt bis zu 50 Prozent im Preis gestiegen, berichtete der Sender LRT. In Deutschland sind ebenfalls Auswirkungen spürbar, wie die Frankfurter Rundschau von Ippen.Media erfahren hat.

In den Ressorts von Bauministerin Verena Hubertz und Energieministerin Katherina Reiche macht sich der Iran-Krieg bemerkbar – auch bei Haussanierung.

„Auch unsere Branche wird, wie die gesamte Wirtschaft, vom Krieg im Iran und den dadurch gestiegenen Rohstoffkosten beeinflusst“, erklärte Tobias Schellenberger, Geschäftsführer des Industrieverbandes Polyurethan-Hartschaum (IVPU), am Dienstag unserer Redaktion. „Polyurethan-Hartschaum“ ist kein besonders geläufiger Begriff. Aber Polyurethan kommt im Alltag buchstäblich an vielen Ecken und Enden zum Einsatz – in Polstermöbeln etwa. Oder als Dämmstoff in Hauswänden oder Fußböden.

Ölpreise haben im Iran-Krieg große Auswirkungen: Nicht nur an der Tanksäule – und bis nach Deutschland

Dämmstoffe könnten in der Energiekrise doppelt wichtig sein. Schließlich senkt ein gut gedämmtes Haus die Energiekosten. Doch die Preise für Polyurethan sind „im Höhenflug“, wie das Portal KunststoffInformation schon im März meldete. Auch der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) schlug vergangenen Monat nach einer „Blitzumfrage“ unter seinen Mitgliedern Alarm. Zwei Drittel von ihnen waren schon Tage nach der Eskalation im Iran von Preisaufschlägen oder entsprechenden Ankündigungen der Rohstofflieferanten betroffen. Der GKV rügte zugleich „künstliche Verknappung und Preistreiberei“ unter Zulieferern.

Ein weiteres Problem: Der Branche machen nicht nur teurere Grundstoffe zu schaffen – sondern auch höhere Energiepreise im eigenen Herstellungsprozess. Und das just zu einem Zeitpunkt, in dem die Politik auf mehr Bauprojekte setzt. Gerade um die Mietpreismisere in deutschen Großstädten wie Frankfurt, München, Berlin oder Hamburg zu bekämpfen.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Schellenberger fordert ein „schnelles und umfassendes Reformprogramm“. Nur so gebe es wieder Impulse für Investitionen der Unternehmen. Und für „mehr Bauprojekte für den dringend benötigten Wohnraum in unserem Land“. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte die Ungeduld der Wirtschaft schon am Montag bei der Eröffnung der Hannover Messe zu spüren bekommen.

Der IVPU-Geschäftsführer wünscht sich unter anderem schlankere und schnellere Verwaltungsprozesse oder die „Entschlackung von Gesetzen und Normen“. Und die im Koalitionsvertrag angekündigte Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß.

Folgen des Iran-Kriegs: Litauen fürchtet „Schaumstoffkrise“ – auch Matratzenpreise könnten steigen

Wie die Konsequenzen hoher Preise in einem unangenehmen Fall aussehen könnten, zeigte der Bericht aus Litauen. In der Hauptstadt Vilnius läuft das öffentliche Renovierungsgroßprojekt „Let‘s Renew The City“. Eine Sorge: Das Projekt könnte nun zum Erliegen kommen. Das litauische Umweltministerium teilte dem Sender eher vorsichtig mit, eine „pauschale Aussage über ein vollständiges Ende wäre zu kategorisch“. Unrenovierte Stadtteile und schlechte Wärmedämmung bekämen Menschen natürlich unmittelbar zu spüren und sehen – vom symbolischen Effekt eines vorläufig gescheiterten Großprojekts zu schweigen.

Die Probleme in der Kunststoffproduktion und -weiterverarbeitung können aber noch spürbarer werden: bis in die Schlafzimmer hinein. Der Fachverband Matratzen-Industrie etwa teilte unserer Redaktion mit: Mögliche anhaltende „massive“ Preissteigerungen bei Vorprodukten könnten auch die „Preisgestaltung von Endprodukten“ beeinflussen. Matratzen könnten also teurer werden. (Quellen: IVPU, GKV, LRT, eigene Recherchen)

Rubriklistenbild: © Montage: Oliver Berg/Kay Nietfeld/Elisa Schu/dpa/picture alliance/fn

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