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Profiteure der Konflikte

Bis 2026 sollen Rüstungsproduzenten ihre Einnahmen verdoppeln

Ein Radpanzer der Bundeswehr vom Typ Boxer als Schwerer Waffenträger Infanterie fährt über das Gelände von Rheinmetall.
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Begehrt in Zeiten der Konflikte und Kriege: Die Bundeswehr und weitere Streitkräfte investieren massiv in neue Waffen, wie den Radpanzer vom Typ Boxer von Rheinmetall. (Symbolfoto)

Analysten prognostizieren, dass Waffenhersteller bis 2026 ihren Geldfluss fast verdoppeln könnten. Der Krieg in der Ukraine und andere Konflikte tragen erheblich dazu bei.

Oberndorf/Düsseldorf – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat nach Beginn des Ukraine-Krieges die sogenannte „Zeitenwende“ ausgerufen. Die Verteidigungspolitik Deutschlands sollte sich grundlegend ändern. So rückte etwa auch die Ausrüstung der Bundeswehr wieder in den Mittelpunkt. Andere Länder haben ähnlich auf den russischen Überfall reagiert. Und mit Blick auf den eskalierten Nahostkonflikt und Chinas Drohungen in Richtung Taiwan ist es nicht der einzige Konflikt, auf den die Regierungen von Nato und EU reagieren müssen.

Rüstungsunternehmen im Westen profitieren vom Krieg: Allein in den USA soll sich Cashflow mehr als verdoppeln

Von der schwierigen geopolitischen Lage und den offenen Kriegen profitiert dagegen die Rüstungsindustrie. Die 15 führenden Rüstungsunternehmen weltweit werden im Jahr 2026 einen freien Cashflow von 52 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Im Vergleich zum Jahresende 2021 ist das fast das Doppelte. Das geht aus einer Analyse der Vertical Research Partners für die Financial Times hervor.

Allein die fünf führenden Rüstungsunternehmen in den USA werden demnach bis Ende 2026 einen Cashflow von 26 Milliarden US-Dollar haben. Damit haben sie den Geldfluss mehr als verdoppelt. Dabei ist Boeing aufgrund der jüngsten Skandale und dem Fokus auf die zivile Luftfahrt jedoch nicht berücksichtigt.

Zugewinne der Rüstungsindustrie sind Ergebnis von massiven Investitionen der Staaten

Mit Blick auf Rüstungsunternehmen in Europa gehen die Analysten laut Financial Times davon aus, dass BAE Systems aus Großbritannien, Rheinmetall und das schwedische Unternehmen Saab ihren Cashflow zusammen um mehr als 40 Prozent steigern können.

Die enormen Zugewinne der Konzerne führt die Analyse auf die zunehmenden Investitionen der Nato- und EU-Staaten in ihre jeweiligen Militärs zurück. Allein die USA geben laut Financial Times fast 13 Milliarden Dollar für die Waffenproduktion der fünf größten amerikanischen Konzerne Lockheed Martin, RTX, Northrop Grumman, Boeing und General Dynamics aus. Großbritannien hat allein 7,6 Milliarden Pfund für Militärhilfen für die Ukraine ausgegeben. Zudem erreicht Deutschland bei den Militärausgaben inzwischen das Nato-Ziel.

Auch Deutschland investiert in Rüstung: Waffenhersteller Heckler & Koch erhöht Umsatz massiv

Unter anderem profitiert auch der Waffenhersteller Heckler & Koch. Am Mittwoch, 28. August, hat der Konzern aus Oberndorf am Neckar mitgeteilt, 2025 bis zu 500 halbautomatische Scharfschützengewehre vom Typ G210 für das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr zu liefern.

Das spiegelt sich auch insgesamt wider. Ebenfalls am Mittwoch teilte das Unternehmen mit, im ersten Halbjahr 2024 seien Aufträge im Wert von 197,8 Millionen Euro eingegangen. Im Vergleich zum selben Zeitraum 2023 seien das knapp 39 Prozent mehr. Auch der Umsatz sei um knapp 14 Prozent auf 171,4 Millionen Euro gestiegen, etwa durch Waffenlieferungen an Spanien, Lettland, Norwegen, Japan – und eben die Bundeswehr.

„Die Entwicklung unseres Unternehmens ist immer auch ein Spiegelbild der sicherheits- und verteidigungspolitischen Lage“, erklärte Jens Bodo Koch, Vorstandsvorsitzender von Heckler & Koch.

Rheinmetall als Beispiel: Rüstungsunternehmen nutzen steigende Einnahmen für Investitionen

Die enormen Einnahmen bieten den Unternehmen neue Möglichkeiten. Zum Teil nutzen diese das Geld für Aktienrückkäufe, andere für Investitionen. So hat der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall am 13. August 2024 den Kauf des US-amerikanischen Fahrzeugteileherstellers Loc Performance mit einem Wert von 950 Millionen Dollar bekanntgegeben.

Rheinmetall, einer der Profiteure des Ukraine-Kriegs, will seine Chancen bei milliardenschweren Ausschreibungen für das US-Militär erhöhen. Der Konzern ist dabei laut eigenen Angaben im Rennen um die Lieferung von 4000 Schützenpanzern, mit einem Volumen von etwa 45 Milliarden US-Dollar, sowie dem Verkauf von 40.000 militärischen Lkw mit einem Volumen von 16 Milliarden US-Dollar.

Perspektivisch rechnen laut Financial Times jedoch auch die Analysten der Vertical Research Partners mit einem Rückgang der Investitionen in Rüstung. Wenn der Krieg in der Ukraine beendet ist, werde der jüngste Anstieg der Aufträge abflauen, heißt es. „Es handelt sich um ein zyklisches Geschäft“, sagte Wirtschaftsanalyst Byron Callan der US-Zeitung. „Man spricht zwar von zehnjährigen Nachfragezyklen, aber die Politik kann sich ändern, die Sicherheitseinschätzungen können sich ändern und damit auch die Nachfrage nach Verteidigungsgütern.“

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