„Hervorragende Kombination der Fähigkeiten beider Unternehmen“
Mega-Deal in der Rüstungsbranche: Rheinmetall kauft US-Zulieferer für eine knappe Milliarde
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall plant, sich durch den Kauf von Loc Performance stärker im nordamerikanischen Markt zu etablieren und erhofft sich dadurch Großaufträge des US-Militärs.
Frankfurt – Der Rüstungskonzern Rheinmetall weitet sein Geschäft in den USA aus und kauft für knapp eine Milliarde Dollar den US-Rüstungszulieferer Loc Performance.
Wie das Düsseldorfer Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wurde am Vortag eine entsprechende Vereinbarung zum Erwerb aller Anteile an dem Fahrzeugspezialisten mit Sitz in Plymouth im Staat Michigan unterzeichnet. Das Geschäft hat demnach einen Umfang von 950 Millionen Dollar (gut 863 Millionen Euro).
Rheinmetall kauft US-amerikanisches Unternehmen
Rheinmetall ist ein führender deutscher Rüstungskonzern, der sich auf die Produktion von militärischen Systemen wie gepanzerten Fahrzeugen, Waffensystemen und Munition spezialisiert hat. Das Unternehmen spielt eine zentrale Rolle in der europäischen Verteidigungsindustrie.
Das US-Unternehmen Loc Performance spezialisiert sich auf Antriebssysteme und gepanzerte Strukturen für Militärfahrzeuge. Mehreren Medienberichten zufolge arbeitet die Firma eng mit dem US-Verteidigungsministerium zusammen.
„Auf Augenhöhe mit amerikanischen Konzernen agieren“
Noch im Mai sagte Rheinmetall US-Konzernen den Kampf an und plante ein europäischer Rüstungsgigant zu werden, der es mit den US-amerikanischen Großkonzernen aufnehmen können soll. Das deutsche Unternehmen strebt damit an, Militäraufträge langfristig sichern zu können.
„Ich glaube, dass es sinnvoll wäre, ein europäisches Systemshaus zu gründen“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Rheinmetall-Chef Armin Papperger und berief sich auf eine Aussage, die er vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV) gemacht hatte. Dieses Systemshaus solle einen Umsatz von 30 bis 35 Milliarden Euro erzielen und „auf Augenhöhe mit amerikanischen Konzernen agieren“.
„Strategischer Zukauf“: Rheinmetall möchte Großaufträge in den USA
Nun erfolgt der Kauf eines amerikanischen Konzerns: Rheinmetall bezeichnet die Übernahme von Loc Performance als einen „strategischen Zukauf“ mit dem Ziel, seine Marktposition in Nordamerika zu stärken und „volumenstarke Großaufträge“ zu sichern.
Laut Informationen der F.A.Z. könnte die Übernahme Rheinmetall entscheidende Vorteile im Wettbewerb um zwei Großaufträge in den USA verschaffen. Dabei geht es um das XM30-Programm, mit dem der Bau einer neuen Generation von Schützenpanzern erfolgen soll. Zudem setzt das deutsche Unternehmen große Hoffnungen auf das „Common Tactical Truck (CTT)“-Programm, das den Bau von 40.000 Militärlastwagen vorsieht.
Stärkung der Marktposition in den USA
Loc Performance hat rund tausend Beschäftigte und eine Produktionsfläche von 1,7 Millionen Quadratmetern. Diese verteilen sich auf vier Werken in den Bundesstaaten Michigan und Ohio, wie das Handelsblatt berichtet. „Durch die Übernahme von Loc Performance weitet der Konzern sein Geschäft mit dem US-Militär aus, vergrößert seine industrielle Basis in den USA und schafft weitere Zugänge für seine Technologien in Nordamerika“, hieß es in der Mitteilung.
Rheinmetall sieht USA als Schlüsselmarkt der Zukunft
Die USA seien „ein bedeutender Kernmarkt in den kommenden Jahren“, begründete Rheinmetall-Chef Armin Papperger den geplanten Kauf, der noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen steht. Jason Atkinson, Chef von Loc Performance sprach von einer „hervorragenden“ Kombination der Fähigkeiten beider Unternehmen. Mit Material von AFP.
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