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Höhere Sozialabgaben
Beitragsbemessungsgrenze steigt: Gutverdiener sollen mehr für Pflege und Rente zahlen
Die Beitragsgrenze für Sozialabgaben wird neu berechnet. Eine Gruppe soll bei Rente, Pflege und Krankenkasse künftig tiefer in die Tasche greifen.
Berlin – Gutverdiener sollen bald mehr Sozialbeiträge bezahlen. Zumindest, wenn es nach Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas geht. Die SPD-Chefin hat veranlasst, die Bemessungsgrenze bei Rente, Pflege und Krankenkasse neu zu berechnen. Der Schritt hat jedoch weniger mit einer politischen Neuausrichtung als mit einer ohnehin anstehenden Maßnahme zu tun.
Neue Bemessungsgrenzen 2026: Gutverdiener sollen mehr für Rente und Pflege zahlen
Sozialabgaben werden nicht auf das gesamte Einkommen gerechnet, es gibt die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze. Wer monatlich mehr als 8050 Euro brutto verdient, muss oberhalb dieser Beitragsbemessungsgrenze keine weiteren Abgaben in die Rentenversicherung leisten. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung liegt die Bemessungsgrenze bei 5.512,50 Euro. Heißt: Wer sehr gut verdient, zahlt anteilig weniger in den Sozialstaat ein.
Bas will die Bemessungsgrenzen für 2026 nach oben schrauben, für die Rente um 400 Euro auf ein Monatsgehalt von 8450 Euro. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen zu je 9,3 Prozent den Rentenbeitrag. Dieser Anteil auf die 400 Euro höhere Grenze gerechnet ergibt einen maximalen Mehrbetrag von 37,20 Euro pro Monat. Bei Krankenkasse und Pflege steigt die Bemessungsgrenze um 300 Euro auf 5.812,50 Euro. Gutverdiener müssen also einen größeren Teil ihres Gehalts für Sozialabgaben verrechnen lassen. Zum Vergleich: Laut Deutscher Rentenversicherung liegt das Durchschnittsgehalt in Deutschland in diesem Jahr bei 4.207 Euro.
Automatische Anpassung statt politische Entscheidung
Die reicheren Deutschen künftig mehr zur Kasse zu bitten, ist aber keine politische Richtungsentscheidung der SPD oder der Merz-Regierung für mehr soziale Gerechtigkeit oder eine linkere Politik. Denn die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich neu berechnet und orientiert sich an der Lohnentwicklung in Deutschland. Da Löhne insgesamt kaum sinken, steigt entsprechend auch die Bemessungsgrenze oft an.
Renten-Meilensteine in Deutschland in Bildern – von Bismarck über Riester bis Müntefering
Die Routine der Neubemessung fällt in eine Zeit hitziger Debatten über die Zukunft des deutschen Sozialsystems. Sowohl Rente als auch Kranken- und Pflegeversicherung stehen unter massivem Finanzierungsdruck, es drohen nach wie vor steigende Beiträge. Die Bundesregierung versucht das zu verhindern, was im Umkehrschluss dann aber deutlich höhere staatliche Zuschüsse in die Kassen bedeutet – und den Einsatz von Steuergeldern, die dann an anderer Stelle fehlen. Schon jetzt wird jeder vierte Euro Steuergeld als Zuschuss für die Rente gezahlt. Wenn alle Babyboomer als bisher größte Einzahlergruppe zur dann größten Beziehergruppe von Kassenleistungen werden, wird der Druck weiter steigen.
Finanzierungsdruck bei Sozialversicherungen um Rente und Pflege
Die schwarz-rote Bundesregierung plant Reformen bei Rente und auch im Gesundheitswesen. Entsprechende Kommissionen sollen Möglichkeiten erarbeiten, um die Systeme zu stabilisieren. Die Arbeitskreise müssen aber erst noch gebildet werden beziehungsweise die konkreten Schritte in Form bringen. Zeitnahe Reformen sind nicht geplant.