Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Neue Zahlen
Jede(r) Fünfte in Rente armutsgefährdet: In diesen Bundesländern ist die Lage besonders schlimm
Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, wie unterschiedlich die Armutsgefährdung in Deutschland ist. Die Opposition blickt neidisch ins Nachbarland.
Altersarmut: NRW, Hessen und Frauen besonders betroffen
Über 3,4 Millionen ältere Menschen bekamen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung, sie galten also als armutsgefährdet. 2021 lag dieser Anteil ebenfalls bei 19,4 Prozent, in den Folgejahren sank er auf 18,3 Prozent. 2024 dann wieder der Anstieg. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich zwischen Frauen und Männern. Während im letzten Jahr „nur“ 17 Prozent der Männer armutsgefährdet waren, lag die Quote unter Frauen bei 21,4 Prozent. Frauen befinden sich öfter in prekären Situationen, auch weil sich Erziehungs- und Versorgungsleistungen nicht in finanzieller Absicherung widerspiegeln.
Renten-Meilensteine in Deutschland in Bildern – von Bismarck über Riester bis Müntefering
Große Unterschiede gibt es außerdem zwischen den Bundesländern. Zwar hat das Statistische Bundesamt nicht von jedem Land Zahlen über den Mikrozensus erfasst, es fehlen Bremen, das Saarland und Hamburg, andere Länder sind nur teilweise angegeben. Die Daten geben aber dennoch interessante Einblicke. Die höchste Armutsgefährdung älterer Menschen gab es in Mecklenburg-Vorpommern (21,9 Prozent) und in Hessen (21,8). Besonders in Hessen stieg die Armut innerhalb eines Jahres stark an. Frauen ab 65 Jahren waren 2023 noch zu in 21,7 Prozent der Fälle von Armut gefährdet, 2024 wuchs die Quote auf 24,5 Prozent an, fast jede vierte Frau galt also als armutsgefährdet.
Wagenknecht fordert Rentengipfel mit Merz und Wüst
Ebenfalls hoch lag die Quote in NRW, mit 21,7 Prozent aller älteren Menschen wuchs die Armutsgefährdung im Vergleich zum Vorjahr (20,8 Prozent) deutlich. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht zeigt sich angesichts dieser Zahlen empört. „Neuer Rekord bei der Altersarmut in NRW. Über 800.000 Armutsrentner in NRW sind eine traurige Entwicklung“, sagte Wagenknecht unserer Redaktion – mit dem Hinweis, dass Altersarmut Frauen besonders trifft.
Wagenknecht fordert kurz vor den Kommunalwahlen deshalb Taten von NRW-Ministerpräsident Hendrick Wüst (CDU). „Der Ministerpräsident sollte sich mehr für seine Rentnerinnen und Rentner einsetzen und einen Rentengipfel im Kanzleramt verlangen. Dabei sollte Schwarz-Rot die Rentenpolitik unserer Nachbarn übernehmen. In Österreich ist die Durchschnittsrente 800 Euro höher. Was Österreich kann, muss auch Deutschland können.“ Tatsächlich sind die gesetzlichen Renten in Österreich höher. Insgesamt zahlen Land und Menschen dort anteilig aber auch deutlich mehr ins Alterssicherungssystem ein.
Rente – Deutschlands Armutsproblem im europäischen Vergleich
Unterdurchschnittliche Gefährdungsquoten haben die Bundesländer Baden-Württemberg (15,9 Prozent), Schleswig-Holstein (18,2), Sachsen (17,5), Thüringen (16,9) und Bayern (18,6). Überraschend dabei: Die sonst in vielen Fragen der wirtschaftlichen Stärke oder niedrigen Gesamtrenten klare Abgrenzung zwischen Ost und West ist in der Armutsgefährdungsquote so nicht ersichtlich. Altersarmut ist ein deutschlandweites Phänomen und Problem.
Die Zahlen zeigen aber auch: Die Armutsquoten stiegen seit 2021 in einigen Ländern zwar an (BaWü, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz), sanken in anderen aber auch (Brandenburg, Berlin, Bayern, NRW, Sachsen-Anhalt, Thüringen). Im EU-Vergleich liegt Deutschland in Sachen Armutsbedrohung nahe am Durchschnitt. Deutlich niedrigere Armutsgefährdungsquoten haben etwa die Niederlande oder Finnland.