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Jahreswechsel mit Veränderungen

Steuer, Versicherungen und mehr: Was 2026 günstiger wird – und was teurer

Ob bei Versicherungen, dem Gehalt oder möglichen Steuerentlastungen: 2026 bringt den Deutschen viele spürbare Veränderungen. Wir fassen zusammen, was wichtig werden könnte.

Berlin – Pendler können im kommenden Jahr steuerlich mehr absetzen. Änderungen für die Steuererklärung gibt es auch für Parteispenden und Gewerkschaftsbeiträge. Kranken- und Kfz-Versicherungen werden teurer, dafür steigen Kindergeld und Rente. Die wichtigsten Änderungen im kommenden Jahr.

Ein Geldschein in einem Portemonnaie: 2026 bringt einige spürbare Veränderungen mit sich.

Die Pendlerpauschale steigt: So viel mehr Geld gibt es ab 2026

Die Pendlerpauschale steigt zum Jahreswechsel auf einheitlich 38 Cent. Bislang beträgt sie 30 Cent für die ersten 20 Kilometer der Wegstrecke zur Arbeit, ab dem 21. Kilometer 38 Cent.

Parteispenden-Höchstbetrag: Politisches Engagement wird einfacher

Die Höchstbeträge für Spenden an politische Parteien, die steuerlich geltend gemacht werden können, verdoppeln sich im kommenden Jahr auf 3.300 Euro für Singles und 6.600 Euro für Paare.

Begünstigungen auch für Gewerkschaftsbeiträge

Gute Nachrichten für Gewerkschaftsmitglieder: Sie können ihren Beitrag künftig zusätzlich zu bestehenden Pauschbeträgen und Werbungskosten vom zu versteuernden Einkommen abziehen.

Schnitzel bald günstiger? Mehrwertsteuer in der Gastronomie gesenkt

Für Speisen in Restaurants und Cafés wird ab Januar wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig. Ökonomen kritisieren dies als teures Wahlgeschenk der schwarz-roten Koalition. Die meisten Gastronomen wollen unter Verweis auf gestiegene Kosten ihre nicht Preise senken.

Mindestlohn steigt: Sechs Millionen Arbeitnehmer können sich freuen

Der gesetzliche Mindestlohn steigt im kommenden Jahr von derzeit 12,82 auf 13,90 Euro pro Stunde. Laut Bundesarbeitsministerium profitieren rund sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Erhöhung. Besonders häufig wird der Mindestlohn im Gastgewerbe gezahlt.

Analog zum Mindestlohn steigt auch die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs von 556 auf 603 Euro. Wer weniger verdient, ist nicht kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungspflichtig.

Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt

Der steuerbefreite Anteil des Einkommens steigt von derzeit 12.096 auf 12.348 Euro. Das jährliche Einkommen eines oder einer Alleinstehenden muss also nur für den darüber liegenden Teil besteuert werden. Zudem steigt die Mindesteinkommensgrenze für den Solidaritätszuschlag, dieser wird im kommenden Jahr ab 20.350 Euro Jahreseinkommen fällig. 2025 lag die Grenze bei 19.950 Euro.

Änderung bei der Steuererklärung: Digitaler Steuerbescheid wird zum Standard

Wer seine Steuererklärung digital einreicht, etwa über das Portal Elster, erhält künftig auch den Steuerbescheid in elektronischer Form, es sei denn er oder sie fordert explizit einen Bescheid auf Papier an. Bislang war es anders herum: Wer einen digitalen Steuerbescheid wollte, musste dem aktiv zustimmen. Wer seine Erklärung auf Papier einreicht, erhält auch weiterhin einen Bescheid auf Papier.

Nach Lohnsteigerungen: Höhere Sozialbeiträge für Gutverdiener

Die Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialbeiträge steigen zum 1. Januar deutlich an. In der Kranken- und Pflegeversicherung erhöht sie sich um 300 Euro auf 5.812,50 Euro Bruttomonatsgehalt, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung von 8.050 auf 8.450 Euro. Wer mehr verdient, zahlt für das darüber liegende Einkommen keine Beiträge - durch die Anhebung des Grenzbetrags steigen also die Beiträge für Gutverdiener. Grund für den Anstieg sind die kräftigen Lohnsteigerungen 2024 um durchschnittlich 5,16 Prozent.

Für Kinder gibt es mehr: Kindergeld, Kinderfreibetrag und Kindersofortzuschlag steigen

Das Kindergeld steigt um 48 Euro im Jahr. Pro Monat und Kind erhalten Eltern ab dem 1. Januar 259 Euro. Der Kinderfreibetrag pro Kind steigt von 3.336 auf 3.414 Euro je Elternteil. Der Kindersofortzuschlag wird für Kinder in Haushalten gezahlt, die Bürgergeld beziehen, er steigt von 20 auf 25 Euro.

Attraktiver Anreiz: Steuererleichterungen für arbeitende Rentner

Mit der Annahme des Rentenpakets im Bundestag wurde auch die sogenannte Aktivrente beschlossen: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Rentenalter können monatlich bis zu 2.000 Euro steuerfrei verdienen. Die Bundesregierung will so einen Anreiz zum längeren Arbeiten über das Renteneintrittsalter hinaus schaffen.

Trotz Ministerinnen-Versprechen: Krankenversicherung wird wohl für jeden teurer

Für viele privat Krankenversicherte wird es spürbar teurer: Rund 60 Prozent von ihnen sind laut Verbraucherzentrale NRW von Anhebungen der Beitragssätze zum Jahresbeginn betroffen. Im Jahresverlauf dürften demnach weitere Versicherer nachziehen.

Auch der Zusatzbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung dürfte entgegen den Beteuerungen der Bundesregierung erneut steigen - davon geht zumindest der Chef der größten Kasse, der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, aus. Das Versprechen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Beiträge für das kommende Jahr stabil zu halten, hält er für unrealistisch.

Kassen übernehmen Kosten: Lungenkrebsfrüherkennung für starke Raucher

Menschen mit starkem Zigarettenkonsum haben ein hohes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Wer viel raucht oder in der Vergangenheit über einen langen Zeitraum viel geraucht hat, kann sich ab April 2026 einer Lungenkrebsfrüherkennung unterziehen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dann die Kosten.

Autofahrer: Weiter steigende Kfz-Versicherungskosten

Die Kfz-Versicherer werden laut Erwartungen der Versicherungswirtschaft ihre Prämien für Auto- und Motorradversicherungen weiter erhöhen. Grund sind demnach die gestiegenen Reparaturkosten. Das Vergleichsportal Verivox hat bislang durchschnittliche Preissteigerungen von rund sieben Prozent errechnet, sieht jedoch auch Sparpotenziale. Die Wechselsaison ist allerdings schon vorbei. Es bleibt unter Umständen noch das Sonderkündigungsrecht im Fall von Beitragserhöhungen.

21 Millionen Menschen in Deutschland: So viel Rente gibt es mehr

21 Millionen Rentner und Rentnerinnen in Deutschland könnten ab dem 1. Juli 3,73 Prozent mehr Rente erhalten. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht des Bundesarbeitsministeriums von Mitte November hervor. Damit läge die Rentenanpassung auf demselben Niveau wie in diesem Jahr (3,74 Prozent) und deutlich über der Teuerungsrate. Die Zahlen sind noch vorläufig, die Rentenerhöhung wird im Frühjahr beschlossen, wenn alle Daten zur Lohnentwicklung vorliegen. (afp, lf)

Rubriklistenbild: © imageBROKER/Jan Tepass via www.imago-images.de

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