„Ich bin am Boden zerstört“
Biathlon: Erste Details und weitere Ermittlungen - Bakkens Tod erschüttert die Szene
Im Biathlon herrscht nach dem Tod von Sivert Guttorm Bakken Fassungslosigkeit. Während weiter nach der Todesursache geforscht wird, kondolieren aktive und ehemalige Stars der Szene. In Norwegen kamen die Menschen zu einem spontanen Trauergottesdienst zusammen.
Lillehammer/Lavazè - Die Biathlon-Welt steht unter Schock. Völlig unerwartet wurde Sivert Guttorm Bakken einen Tag vor Heiligabend tot in einem Hotelzimmer in Italien aufgefunden. Die Todesursache ist weiter unklar. Während die Polizei ermittelt, herrscht nicht nur im norwegischen Team Fassungslosigkeit.
Ob Biathlon-Legenden wie Johannes Thingnes und Tarjei Boe und aktive Teammitglieder wie Gesamtweltcupsieger Sturla Holm Laegreid - in den sozialen Medien kondolierten die Stars der Szene mit emotionalen Worten und Entsetzen. Noch am 21. Dezember stand Bakken im Massenstart von Le Grand Bornand am Start.
Biathlon: Bakkens Tod sorgt für Bestürzung - „Man merkte sofort, wenn Sivert in der Nähe war“
„Er war eines der größten Talente, die der norwegische Biathlon je hervorgebracht hat. Er hatte immer ein Lächeln im Gesicht und stets einen netten Spruch parat. Man merkte sofort, wenn Sivert in der Nähe war; er verbreitete eine fantastische, positive Atmosphäre“ sagte Johannes Thingnes Boe gegenüber dem norwegischen Fernsehsender ‚NRK‘ und stand damit in Einklang mit vielen aktiven und ehemaligen Teamkollegen von Bakken.
Der 27-Jährige galt 2022 als eines der größten Talente im internationalen Biathlon. Bakken gewann die Disziplinwertung im Massenstart und schickte sich an, einer der erfolgreichsten Athleten des beliebten Wintersports zu werden. „Ich glaube, ich habe noch nie jemanden mit so viel Hingabe kennengelernt“, beschrieb Tarjeo Boe gegenüber ‚NRK‘ die besondere Fähigkeit seines Landsmanns und ehemaligen Teamkollegen.
Biathlon: Todesursache weiter unklar - Erste Details veröffentlicht
Bakken fiel fast 1000 Tage lang aus, nachdem er 2022 an einer Herzmuskelentzündung erkrankt war. Nach einem langen Leidensweg kämpfte sich der vierfache Weltcupsieger zurück in die Weltspitze. Ob die Vorerkrankung in direktem Zusammenhang mit seinem Tod steht, ist derweil unklar und Teil der Ermittlungen.
Wie der norwegische Biathlon-Verband in einer Mitteilung bekannt gab, habe Bakken eine Höhentrainingsmaske getragen, als er tot in seinem Hotelzimmer in Lavazè aufgefunden wurde. Dem Verband seien „die Umstände des Erwerbs und der Verwendung dieser Maske derzeit nicht bekannt“. Man werde in den kommenden Tagen versuchen, weitere Informationen zu diesem Sachverhalt zu erhalten.
Die Autopsie des Athleten werde über die Weihnachtsfeiertage in Italien durchgeführt, teilte der Verband ebenfalls mit. Ein Kontakt zwischen der italienischen Polizei und den Angehörigen sei hergestellt worden.
Biathlon: Bakken stirbt in Italien - „Ich bin am Boden zerstört“
Bakken war nach dem Weltcup im französischen Le Grand Bornand mit Teamkollegen und internationalen Athleten ins italienische Lavazè aufgebrochen, um dort ein Höhentrainingslager in Vorbereitung auf die olympischen Spiele im Februar zu absolvieren. In Lavazè wollte Bakken unter anderem mit Tommaso Giacomel trainieren, der am 21, Dezember noch das letzte Weltcuprennen vor Weihnachten gewonnen hatte und ein guter Freund des Norwegers war.
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„Lieber Sivert… ehrlich gesagt bin ich am Boden zerstört. Aber ich weiß, dass diese Nachricht nicht nur mich, sondern uns alle aus der Biathlon-Familie und darüber hinaus schockiert. Wir hatten geplant, heute zusammen Ski zu fahren, aber du bist nicht gekommen. Wir wollten auch Silvester zusammen feiern, aber du wirst nicht dabei sein. Das Leben war in letzter Zeit so hart für dich, du hast vor einer Weile über zwei Jahre pausiert… und jetzt das. DAS IST NICHT FAIR!!“, schrieb Giacomel bei Instagram.
In Bakkens Heimatstadt Lillehammer kamen Menschen zu einem spontanen Trauergottesdienst zusammen, um dem großen Kämpfer und hochveranlagten Athleten zu gedenken. „Das ist wahrscheinlich der härteste Arbeitstag überhaupt. Solche Nachrichten zu erhalten, ist furchtbar tragisch, sehr belastend und es ist ein dunkler, dunkler Tag für den norwegischen Biathlon“, sagte Generalsekretärin Nordskar gegenüber ‚NRK‘ vor der Kirche in Lillehammer. (Quelle: chiemgau24.de, truf)
