Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Kostspielige Lösung
Höheres Jahresgehalt als Nagelsmann und Ablöse – so viel kostet Klopp den DFB
Die Zeit von Julian Nagelsmann beim DFB ist Geschichte. Jürgen Klopp soll Bundestrainer werden. Das dürfte kostspielig werden.
Immer dann, wenn der Aufsichtsrat des Deutschen Fußball-Bundes mitsamt der Gesellschafterversammlung sehr kurzfristig zusammentritt, ist das ein untrügliches Zeichen, dass fundamentale Veränderungen auf dem Tisch liegen. Am Freitag in aller Früh sind die 14 Aufsichtsratsmitglieder, angeführt vom Vorstandschef des VfB Stuttgart, Alex Wehrle, für 11 Uhr zu einer digitalen Sitzung einberufen worden.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
Ebenfalls dabei: die vier Gesellschafter-Führungskräfte, DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Oliver Leki (Boss des SC Freiburg), Hans-Joachim Watzke (Präsident von Borussia Dortmund und der Bundesliga) und DFB-Vize Ronny Zimmermann. Die DFB-Ordnung will es so, dass all diese Leute, zu denen zum Beispiel auch die Präsidentin des Hessischen Fußballverbands, Silke Sinning, und St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich gehören, zunächst eilig befragt werden, ob sie mit den geplanten Personalentscheidungen und deren oft erheblichen finanziellen Folgen einverstanden sind.
Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer? Das wird kostspielig für den DFB
Das sind sie in der Regel immer. So war es Ende 2022, als die Trennung von Topmanager Oliver Bierhoff nach dem WM-Aus in Katar unter riesigem öffentlichen Druck kurzfristig vereinbart wurde. Und so war es ganz ähnlich auch im September 2023 nach einem desolaten 1:4 in Wolfsburg gegen Japan.
Schon in der Nacht nach der bösen Schlappe war Verbandschef Neuendorf seinerzeit klar, dass es mit Hansi Flick als Bundestrainer nicht weitergehen könnte. Aber er konnte nicht ad hoc einfach entscheiden, sondern musste die Gremien erst zusammentrommeln. So kam es zu der unangenehmen Situation, dass am Morgen danach Flick noch ein Showtraining vor tausenden Fans leiten musste, obwohl er im Grunde bereits entlassen war. Gleichzeitig fand die Videokonferenz statt, in der seine Demission abgenickt wurde.
Deutschlands Fußball-Kader 2026: Wer hat Wurzeln außerhalb Deutschlands?
Das alles passiert unter dem Brennglas einer aufgeregten Öffentlichkeit. Wie auch jetzt wieder, an diesem schicksalshaften Freitag, dem 3. Juli 2026 nämlich. Nach weniger als einer Stunde war die entscheidende Digitalkonferenz sich einstimmig einig, dass eine Trennung von Bundestrainer Julian Nagelsmann unausweichlich ist.
Man hatte dem Ex-Bundestrainer nach der wohl schwächsten Performance einer deutschen Nationalmannschaft jemals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft aber eine goldene Brücke gebaut. So kam es, dass in der am Freitagmittag eilig vom DFB verbreiteten Pressemitteilung diese Version erzählt wurde: Nagelsmann habe „bereits am Vortag in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden“. Diesem „Wunsch“ sei entsprochen worden.
Die Stoßrichtung ist klar: Der 38-Jährige soll auf diese Art und Weise möglichst gesichtswahrend in die Zukunft als designierter Vereinstrainer gehen können. Unmittelbar nach dem WM-Aus gegen Paraguay hatte Nagelsmann in Boston noch geäußert, seinen Vertrag bis 2028 erfüllen zu wollen. In der Öffentlichkeit war ihm das als fehlende Bereitschaft, Verantwortung für das enttäuschende Abschneiden zu nehmen, ausgelegt worden. Sein Image hat gelitten.
Der DFB redete in seinem Statement gar nicht drumherum: „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen.“ Der habe „bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“. Klopp soll mit einem teilweise neuen Trainerteam beim DFB erscheinen.
Denn auch von Nagelsmanns beiden Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner, Sohn des vormaligen Eintracht-Sportdirektors Bruno Hübner, trennte sich der DFB. Ebenfalls steht der Abgang von Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig bevor, der erst im Spätsommer 2023 – gegen gebündelte Kritik des FC Bayern und von RB Leipzig – zum DFB geholt worden war. Laut DFB habe der 63-Jährige in der Sitzung erklärt, dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag „aus persönlichen Gründen“ nicht verlängern wird. Hierüber habe Rettig „den DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft informiert“.
Das wird also eine kostengünstige Trennung. Im Fall Nagelsmann gibt es keine offiziellen Zahlen. Verschiedene Medien spekulieren über rund sieben Millionen Euro Abfindung, was vorgeblich die Hälfte dessen wäre, was der Ex noch kassieren würde, wenn er den bis zur EM 2028 gültigen Vertrag erfüllt hätte. Dieser Kontrakt war ursprünglich nur bis zum Ende dieser WM gelaufen. Der DFB hatte ihn jedoch feierlich im Rahmen des Festakts „125 Jahre Deutscher Fußball-Bund“ in Leipzig vorab um zwei weitere Jahre verlängert.
Im Kampf um Jürgen Klopp muss die DFB-Spitze nun nicht nur mit Klopp und dessen Berater Marc Kosicke verhandeln, sondern natürlich auch mit dem Red-Bull-Konzern. Der wird von Ex-RB-Leipzig-Chef Oliver Mintzlaff angeführt, den mit dem scheidenden DFB-Geschäftsführer Rettig eine herzliche Abneigung verbindet. Es darf davon ausgegangen werden, dass eine Ablöseforderung im Raum steht. Klopp besitzt auch für den DFB keine Ausstiegsklausel. Es soll aber eine Art Gentlemen’s Agreement zwischen Mintzlaff und Klopp geben, dass dieser für die Bundestrainerstelle gehen darf. Zu welchem Preis auch immer.
Klopp kassiert als RB-Weltfußballchef derzeit eher mehr als weniger im Vergleich zu Nagelsmann beim DFB. Auch diese Verpflichtung dürfte für den DFB also kostspielig werden, die Rede ist von bis zu zehn Millionen Euro Jahresgehalt. Da hilft es, dass der zuvor jahrelang klamme Verband zuletzt einen Jahresüberschuss von 19,2 Millionen Euro ausgewiesen hat.