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Chance für Imagewandel?

„Alles andere als ein Selbstläufer“: Lässt Red Bull die Klopp-Verpflichtung platzen?

Jürgen Klopp gilt als Favorit für die Nachfolge von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann. Doch noch steht Klopp bei Red Bull unter Vertrag.

Update vom 3. Juli, 10.47 Uhr: Nach dem blamablen WM-Aus gegen Paraguay ist die Zeit von Julian Nagelsmann als Bundestrainer abgelaufen. Die Trennung dürfte sehr zeitnah bekannt gegeben werden. Darauf folgt die große Frage: Wer wird der neue Bundestrainer? Jürgen Klopp ist die Wunschpersonalie des DFB. Und auch der 59-Jährige hat wohl Interesse am DFB-Job.

Das Problem: Klopp steht aktuell noch bei RB Leipzig unter Vertrag. Und wie die BILD nun berichtet, würde der Brause-Konzern Klopp nicht einfach ziehen lassen – der Konzern verlangt demnach eine Ablöse, wohl im einstelligen Millionen-Bereich. Eine Ausstiegsklausel für den DFB gibt es offenbar nicht. Die Bild will wissen: Die Klopp-Verpflichtung wird „alles andere als ein Selbstläufer.“

Sollte es aber dazu kommen, wäre es ein historisches Novum: Noch nie hat der DFB für einen Bundestrainer eine Ablöse bezahlt. Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff gilt als harter Verhandler – 2021 knöpfte er dem FC Bayern 25 Mio. Euro für Nagelsmann ab. Dieses Mal könnten allerdings auch Image-Interessen das Kalkül verschieben.

DFB verfolgt kühnen Plan: Red Bull könnte von Klopp-Installation als neuer Bundestrainer profitieren

Erstmeldung: Der Energydrink-Konzern Red Bull steht vor einer ungewöhnlichen Möglichkeit: Eine kostengünstige Freigabe von Jürgen Klopp für ein mögliches Engagement als deutscher Bundestrainer könnte dem Unternehmen einen Imagegewinn bringen. Das wäre ein seltener Moment: Viele Fans sehen den österreichischen Konzern wegen seines großen finanziellen Einflusses als Gegenspieler des traditionellen Fußballs.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Die Absetzung von Julian Nagelsmann als Bundestrainer ist laut Informationen von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) wohl beschlossene Sache. Auslöser ist das enttäuschende WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Sein ursprünglich bis zur EM 2028 laufender Vertrag wird er wohl nicht erfüllen dürfen.

DFB: Schnelle Reaktion auf WM-Aus?

Der DFB möchte zügig handeln. Ein Vakuum nach der Trennung soll vermieden werden. Verhandlungen mit Klopps Berater Marc Kosicke und mit Red Bull sollen laut Informationen von Absolut Fussball bereits intensiviert worden sein. Dabei dürfte das gute Verhältnis von BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke zu Klopp hilfreich sein.

Hier liegt die eigentliche Besonderheit dieser Personalie. Klopp arbeitet seit dem 1. Januar 2025 als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull. Sein Vertrag läuft laut Co-Konzernchef Oliver Mintzlaff ohne Ausstiegsklausel bis 2029. Eine Freigabe wäre also alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Ob eine gleichzeitige Beschäftigung möglich ist, darf bezweifelt werden.

Vor fünf Jahren hatte Mintzlaff für den Wechsel von Nagelsmann von RB Leipzig zum FC Bayern noch die Trainer-Rekordablöse von 25 Millionen Euro herausgehandelt. Diesmal könnte das Kalkül ein anderes sein. Die Hoffnung des DFB: Sollte Red Bull Klopp kostengünstig aus seinem Vertrag entlassen, könnte das von einer kritischen Öffentlichkeit positiv bewertet werden. Als treuer Dienst am Land.

Klopp selbst sagte bei seiner Vorstellung bei Red Bull: „Ich freue mich, nach fast 25 Jahren an der Seitenlinie nun meine Expertise und meine Vision von Fußball auf globaler Ebene bei Red Bull einzubringen.“ Ob er diese Vision nun früher als geplant aufgibt, ist offen. Klopps Haltung zum Bundestrainer-Amt hat sich über Jahre gewandelt.

Im August 2018, kurz nach dem WM-Aus in Russland, war seine Position noch eindeutig. In der Welt am Sonntag sagte er: „Sollte ich irgendwann einmal gefragt werden, und ich wäre verfügbar, dann würde ich darüber nachdenken. Ob ich mir in der aktuellen Situation, in der ich noch vier Jahre an den FC Liverpool gebunden bin, Gedanken mache, nur weil Deutschland gerade eine schlechte WM gespielt hat? Nein. Ich stehe nicht zur Verfügung.“

Für den DFB? Klopp ändert seinen Ton

Doch der Ton wurde weicher. Im Januar 2023 räumte er in der Sport Bild erstmals ein: „Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal Bundestrainer werde. Aber es muss passen. Und das hat es bisher nicht.“ Kurz nach dem WM-Aus gegen Paraguay äußerte sich der 59-Jährige bei MagentaTV: „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich verstehe, dass, wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, dann in irgendeiner Form mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment, um darüber wirklich zu sprechen.“

Dennoch bleiben Fragen offen. Klopp selbst betonte zuletzt: „Ich habe einen Job, den ich sehr gerne mache. Das ist kein Halbtagsjob.“ Ob Red Bull tatsächlich bereit ist, ihn freizugeben, ist nicht bestätigt. Ob Klopps Erfolgskonzept – geprägt von langfristiger Vereinsarbeit – auf den Nationalmannschaftsbetrieb übertragbar ist, bleibt ebenfalls offen. (cb)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Jan Woitas

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