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Michels Meinung

Führungsspieler von Eintracht Frankfurt? Fehlanzeige

Eintracht Frankfurt durchlebt in dieser Saison Höhen- und Tiefen. Nun kommt es auf Führungsspieler an. Aber wo sind diese zu finden? Michels Meinung.

Frankfurt – Es herrschen unruhige Zeiten bei Eintracht Frankfurt vor, auch wenn es der SGE sportlich und finanziell gutgeht. Daran konnte auch die knappe 1:2-Niederlage beim FC Barcelona am Dienstagabend nichts ändern. Die Unruhe hat natürlich mit der gestiegenen Erwartungshaltung an die Eintracht zu tun. Im Sommer hat sich der Verein erstmals über die Bundesliga für die Champions League qualifiziert. Schon meinen viele Fans, das muss nun immer so sein.

Mario Götze (l.) und Robin Koch (r.) können die Eintracht nicht in ruhigere Fahrwasser führen.

Von der Klub-Führung hört man dagegen kein exaktes sportliches Ziel für diese Saison – und so wird viel darüber diskutiert, ob nun jeweils zwei Punkte Rückstand auf Platz vier in der Bundesliga und auf Platz 24 in der Champions League gut oder schlecht sind. Definitiv hat die Klub-Führung der Eintracht keinen Kader gebaut, mit dem man locker die hohe Vierfach-Belastung in dieser Saison stemmen kann.

Eintracht Frankfurt kassiert hohe Niederlagen wie in Leipzig

Definitiv macht der auf Top-Niveau unerfahrene Cheftrainer Dino Toppmöller Fehler. Aber deshalb muss es trotzdem nicht regelmäßig 1:5- oder 0:6-Klatschen wie in Madrid oder zuletzt in Leipzig hageln. Schließlich besitzt die Eintracht eine gut bezahlte und talentierte Mannschaft. Allerdings ist in der aktuellen Situation nicht nur Talent gefragt, sondern auch Mut und Führungsstärke.

Die Frage ist also bei Michels Meinung schnell gestellt: Wer sind die Führungsspieler bei Eintracht Frankfurt? Da die Eintracht wie keine andere Mannschaft in der Bundesliga auf internationale Talente setzt, scheidet bereits die Hälfte des Kernkaders altersbedingt bei der Suche aus. Die Unter-23-Jährigen können keine Führungsrolle in turbulenten Zeiten einnehmen.

Sie müssen noch lernen und sich auf ihr Spiel fokussieren. Meist findet man die Kategorie Führungsspieler in jener Gruppe an Profis, die schon länger im Verein sind und die DNA des Klubs inhaliert haben. Da Eintracht aber stark auf das Verkaufen von Spielern setzt, bleibt fast kein Profi mehr lange im Klub. Selbst Torwart Kevin Trapp wurde im Sommer zu Paris FC transferiert.

Zwei Namen wären formal interessant, aber Timothy Chandler bekommt keine Einsatzzeiten und Weltmeister Mario Götze fast keine mehr. Bliebe noch der neue Kapitän von Eintracht Frankfurt über, Robin Koch. Der Nationalspieler hat sich aber in dieser Saison oft von Gegnern austanzen und schnwindlig spielen lassen, so dass man ihm nahelegen muss, die Binde wie einst Martin Hinteregger abzugeben. Die Frage ist nur: an wen?

In dieser Phase jedenfalls müssen sich Führungsspieler auf und außerhalb des Platzes der Situation stellen. Auf dem Feld gilt es, möglichst fehlerlos die Basics abzurufen und die Teamkollegen anzuleiten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Außerhalb des Platzes müssen sie nach bitteren Niederlagen ihre Teamkollegen öffentlich in die Pflicht nehmen, den Trainer dagegen schützen oder ihn wahlweise anzählen, wenn es gar nicht passt.

Michels Meinung lautet deshalb: Leider sind alle Führungsspieler bei Eintracht Frankfurt die vergangenen Jahre verschwunden. In der aktuellen Mannschaft gibt es keine Anführer. Klub-Bosse und Trainer haben bei ihrer Kaderzusammenstellung hauptsächlich darauf geachtet, wer Talent und Wiederverkaufswert besitzt.

Talent allein bringt viel Geld, aber keinen großen sportlichen Erfolg. Wobei es auf einem extra Blatt Papier steht, was für die Eintracht diese Saison sportlicher Erfolg bedeutet. Denn andere Bundesligaklubs würden selbst Platz sieben und eine mögliche Teilnahme an der Conference League attraktiv finden.

Rubriklistenbild: © Imago / Jan Huebner - Collage: Canva

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