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Er war immer da – jetzt fehlt er überall

Eine Linienrichter-Legende geht: Die ganze Fußball-Region trauert um „Kare“ (†86)

Mit Karl „Kare“ Korn sagte zuletzt eine echte Linienrichter-Legende aus der Region „Servus“.
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Mit Karl „Kare“ Korn verliert die Region eine echte Linienrichter-Legende.

Ob Regen, Hitze oder Schneesturm – Karl „Kare“ Korn vom ASV Au stand an der Linie, lange bevor der Anpfiff ertönte. Nun ist der Mann, der Generationen von Fußballern und Schiedsrichtern begleitete, im Alter von 86 Jahren gestorben. Eine ganze Region sagt leise „Danke“.

Au bei Bad Aibling (Bad Feilnbach) – Wer Karl „Kare“ Korn einmal auf dem Fußballplatz erlebt hat, wusste sofort: Das hier ist kein gewöhnlicher Linienrichter. Für die Spieler, Schiedsrichter und Fans des ASV Au war er weit mehr als nur der Mann mit der Fahne – er war eine Konstante, ein guter Geist, ein Stück lebendige Vereinsgeschichte. Ich selbst erinnere mich noch gut an meine ersten Spiele 2010 als junger Schiedsrichter. Bei jeder Einteilung nach Au wusste ich: Dort ist jemand, der mir Sicherheit gibt, der mir den Rücken freihält, wenn ich unsicher bin. Bei „Kare“ fühlte man sich als Anfänger nie allein.

Sepp Kurzmeier, Kreis-Schiedsrichterobmann, beschreibt ihn als engagierten Mann: „Der war total engagiert, ist die Linie mit vollem Einsatz rauf und runter. Dabei war er auch immer nett und freundlich. Und er hat es auch akzeptiert, wenn man ihm erklärt, dass er nur die Aus-Bälle und nicht auch noch das Abseits anzeigen muss.“ Bereits 30 Minuten vor dem Spiel meldete er sich beim Schiedsrichter an. „Da ist er schon mit der Fahne in der Hand hergekommen“, erinnert sich Kurzmeier, der betont: „Er war überhaupt nicht parteiisch.“

Fußball: ASV Au trauert um Linienrichter-Legende Karl „Kare“ Korn

Für den ASV Au war Korn unverzichtbar. Stefan Sollinger, Abteilungsleiter, erinnert sich: „Einen, der sich mit seiner unverwechselbaren Art schnell in den Verein einbrachte und diesem sein ganzes Leben über die Treue hielt.“ Korn war überall dort, wo er gebraucht wurde – an der Seitenlinie oder bei Veranstaltungen. „Auch bei Auswärtsfahrten begleitete er die Auer Mannschaften mit voller Begeisterung. Und auch bei Arbeitseinsätzen konnte man sich auf den Kare verlassen – ob hinter der Schänke oder bei Auf- und Abbauen: Der Kare war da, wo er gebraucht wurde.“

Seine größte Leidenschaft blieb die Linie. „Der Kare wusste genau, wann der Ball im Aus ist – manchmal sogar früher als alle anderen“, erzählt Sollinger. Aber er schloss sich nicht auf den ASV Au ein: Auch in Bad Feilnbach, Großholzhausen oder Nicklheim schwang er die Fahne. „Er fuhr mit seinem Roller durch die Region und winkte wie selbstverständlich die Spiele der umliegenden Vereine“, sagt Sollinger. In Spitzenzeiten schätzte er seine Einsätze auf „50, 60 Spiele pro Saison“. Samstags am Spielfeldrand war Korn multitaskingfähig: Fahne in der Hand, Radio auf voller Lautstärke, dabei die Bayern-Spiele im Ohr – und den Ball auf dem Platz stets im Blick. Entlohnt wurde er meist in Naturalien: ein Stück Kuchen, zwei Wurstsemmeln und eine Cola nach dem Spiel. Diese kleinen Rituale spiegelten seine bodenständige Art wider.

Auch die Vereine rund um Au trauern. Auf Instagram schrieb der ASV Au: „Wir nehmen Abschied von unserem Kare, der mit 86 Jahren von uns gegangen ist. Kare war fester Bestandteil unserer Fußballfamilie – er stand bei Wind und Wetter an der Seitenlinie, hat kein einziges Spiel verpasst und war immer mit Herz, Leidenschaft und einem Lächeln dabei. Danke für all die Jahre, die du uns begleitet hast – du wirst immer ein Teil vom ASV Au bleiben.“ Unter dem Post zeigten zahlreiche Vereine ihre Anteilnahme: TV Feldkirchen kommentierte schlicht: „Legende“, der SV Pang schrieb: „Unser herzliches Beileid. Kare war eine wahre Legende, die jeder im Landkreis und darüber hinaus gekannt und geschätzt hat. Möge er in Frieden ruhen“, und der SV Ostermünchen ergänzte: „Ruhe in Frieden lieber Kare. Dei Leidenschaft für den ASV wird den Jungs im Kampf um den Wiederaufstieg in die Kreisliga verhelfen.“

Karl „Kare“ Korn: Der Mann an der Linie, der ein Dorf prägte

Geboren 1939 in Katz/Neusäß in Siebenbürgen, kam er als 14-Jähriger nach Au. Dort fand er seine zweite Heimat, ein Dorf, das durch ihn ein wenig größer wurde. Pflichtbewusstsein, Loyalität und Zuverlässigkeit prägten sein Leben ebenso wie sein Sinn für Gemeinschaft. Ob in der Landwirtschaft als letzter seiner Zunft oder bei Vereinsaktivitäten – er war immer präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Korn begleitete den ASV Au nicht nur als Linienrichter, sondern als lebendige Vereinsikone. Bei Heimspielen, bei Auswärtsfahrten, bei Vereinsfesten – er war überall da, wo seine Unterstützung gebraucht wurde. Für junge Schiedsrichter und Spieler war er eine Inspiration, für die Vereinsführung ein Fels in der Brandung.

Der ASV Au, der Ort Au und die ganze Region verlieren ein echtes Original“, fasst Stefan Sollinger zusammen. Wer Korn erlebte, spürte die Verbindung zwischen Mensch und Verein, die über Sieg oder Niederlage hinausgeht. Er war Teil der DNA des Vereins, ein Stück Identität, das nicht einfach zu ersetzen ist. Sein Tod markiert das Ende einer Ära. Doch die Geschichten, die Anekdoten, die unzähligen kleinen Momente bleiben. Sie erinnern daran, wie wichtig Menschen wie Karl Korn für den Sport, für Vereine und für Gemeinschaften sind. Menschen, die Leidenschaft leben, nicht nur auf dem Platz, sondern in jedem Detail drumherum. Karl „Kare“ Korn hat nie Aufsehen gesucht, doch sein Einfluss war enorm. Ein Original, ein Begleiter, ein Freund – in Au wird man ihn so in Erinnerung behalten: mit Fahne, Herz und einem Lächeln. (mck/tn)

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