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Neuer Trainer – erster Derbysieg. Helmut Faber steht seit der Rückrunde an der Seitenlinie des SV Ostermünchens. Nach der Partie beim TSV Emmering verrät er sein Geheimnis.
Ostermünchen – Für den SV Ostermünchen hätte dieses Derby kaum besser enden können. In einer umkämpften und phasenweise wilden Kreisliga-Partie setzte sich der SVO am Sonntag (8. März) mit 2:0 beim TSV Emmering durch. Lange sah es allerdings nicht nach einem Auswärtssieg aus, denn zunächst waren die Gastgeber das gefährlichere Team und hatten vor allem vor der Pause die besseren Möglichkeiten.
Emmering verpasste es jedoch, diese starke Phase in Tore umzumünzen. Selbst ein Strafstoß brachte die Wende nicht, weil Ostermünchens Torwart Sebastian Amann stark parierte und seine Mannschaft damit im Spiel hielt. Danach kippte die Partie zunehmend, wurde hektischer, körperbetonter und von vielen Unterbrechungen geprägt. In der Schlussphase nutzte Ostermünchen seine Chance dann konsequent: Jonas Hintermayer traf erst vom Punkt zur Führung und legte nur wenige Augenblicke später den zweiten Treffer nach.
Späte Wende im Derby: Ostermünchen nutzt Emmerings Torflaute
Für Ostermünchens neuen Trainer Helmut Faber war es der erste Derbysieg mit dem SVO. Der 70-Jährige, der die Mannschaft erst vor Kurzem übernommen hat, durfte damit direkt ein wichtiges Erfolgserlebnis feiern.
Servus Helmut, ein super Ergebnis und der erste Derbysieg. Wie fühlt sich das an?
Helmut Faber: Ja klar, wir wussten, dass das ein extrem wichtiges Spiel ist – für alle Beteiligten. Gerade in so einem Derby ist natürlich viel Emotion drin. Es war ein enges Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir eine hundertprozentige Chance vergeben, aus zwei Metern drüber. In der zweiten Halbzeit gab es dann diesen Handelfmeter, über den man sicher diskutieren kann, aber gut – Schiedsrichterentscheidung, was soll man machen. Unser Torwart Sebastian Amann war heute in super Form, nicht nur wegen des gehaltenen Elfmeters. Für mich war er der beste Mann auf dem Platz. Er hat uns im Spiel gehalten. Wir mussten dann 10, 15 Minuten richtig leiden, da waren wir überhaupt nicht da. Aber wir haben uns wieder befreit, und da muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen: Sie hat den Kopf nicht hängen lassen, ist weitergelaufen und hat immer wieder versucht, etwas zu machen. Dann wurden wir mit dem Elfmeter belohnt und später noch mit einem schönen Konter zum 2:0. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, wäre vielleicht auch ein Unentschieden vertretbar gewesen. Aber wir haben unsere Tore gemacht, Emmering nicht – deshalb haben wir am Ende nicht unverdient gewonnen.
In der ersten Halbzeit wirkten beide Teams ein bisschen ideenlos, nach der Pause kam Ostermünchen aber besser rein. Was hast du in der Halbzeit gesagt?
Helmut Faber: Wir mussten einfacher spielen. Auf so einem Boden kannst du keinen großen Fußball spielen. Also haben wir versucht, die Bälle öfter in die Räume hinter die Abwehr zu spielen. Das hat in der zweiten Halbzeit besser funktioniert, und genau so ist dann am Ende auch das 2:0 gefallen.
Ostermünchens goldene Minute entscheidet Kreisliga-Derby gegen Emmering
Tabellarisch war das ein ganz wichtiges Spiel. Wie sieht der Blick nach vorne aus?
Helmut Faber: Wir haben uns heute schon früh getroffen und gemeinsam gefrühstückt mit allen Familien. Das war sehr schön. Wir haben uns dann gesagt: Der Kader gibt eigentlich mehr her. Uns fehlen allerdings wirklich drei richtig gute Spieler, die verletzt sind. Vielleicht kommt einer am nächsten Wochenende zurück. Trotzdem zählt für uns vor allem der Klassenerhalt – wenn möglich ohne Relegation. Wir wollen da unten rauskommen. Die Jungs sind charakterlich top, sie halten zusammen. Das hat man auch im Trainingslager gesehen. Da war disziplinmäßig überhaupt nichts auszusetzen, das war richtig gut. Wir hatten ein sehr gutes Trainingslager und hoffen jetzt, dass man mit besseren Plätzen auch immer mehr von dem sieht, was wir uns erarbeiten.
Vielleicht wird das gemeinsame Frühstück vor dem Spiel jetzt zum neuen Ritual?
Helmut Faber: Ja, kann sein, das war heute quasi unser Einstand aus dem Trainerteam. Und ich möchte da auch ausdrücklich bei Co-Trainer Adrian Sachse erwähnen, der das super macht. Er unterstützt mich und die Mannschaft wirklich hervorragend. Das ist ein feiner Mensch und leistet enorm viel Arbeit.
Du bist neu dazugekommen und in große Fußstapfen getreten. Wie gehst du damit um?
Helmut Faber: Im Verein vielleicht schon, aber ich mache das ja auch nicht erst seit gestern. Ich bin seit vielen Jahren Trainer, war Auswahltrainer und habe auch schon einiges erlebt. Ich verstecke mich da nicht. Aber klar: Bernd Schiedermaier war jahrelang da, hat für den Verein extrem viel gemacht und war mit Herzblut dabei. So jemand gehört natürlich zu diesem Verein. Aber irgendwann kommt eben auch der Punkt, an dem eine Mannschaft vielleicht mal eine andere Ansprache braucht. Er hat mit vielen von den Spielern ja selbst lange zusammengespielt, und wenn man dann später deren Trainer ist, kann das auch schwierig werden. Vielleicht war das mit ein Grund dafür, dass die Vorrunde etwas komplizierter war. (sb)